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Buchtipp „Tochter des Teufels“ Marine Le Pens Plan von der Abschaffung Europas

Die Populistin Marine Le Pen könnte in Frankreich an die Macht kommen. Wie hat sie es so weit geschafft? Ein aktuelles Buch zeigt, wie sie ihre Wählerschaft geschickt ausgedehnt hat – und wo sie Donald Trump voraus war.
18.02.2017 - 12:25 Uhr Kommentieren
Marine Le Pen „im Namen des Volkes“ Quelle: Polaris/laif
FN-Kongress in Lyon

Marine Le Pen „im Namen des Volkes“

(Foto: Polaris/laif)

Paris An den Aufstieg der Front National und der Parteiführerin Marine Le Pen in Frankreich hat man sich in Europa schon fast gewöhnt. Doch die Erwartung, sie könne im Mai 2017 in Frankreich zur Präsidentin gewählt werden, lässt die FN-Chefin plötzlich in einem neuen Licht erscheinen.

Nicht nur Politiker, auch Anleger sind beunruhigt und wollen wissen, welche Chancen sie bei der Wahl hat und welche Ziele sie genau verfolgt. Tanja Kuchenbeckers Buch kommt also zum richtigen Moment auf den Markt.

Den Untertitel „Tochter des Teufels“ hat der Verlag etwas reißerisch gewählt, zumal der alte Le Pen im Buch als Politiker geschildert wird, der zwar keiner Schlägerei aus dem Weg ging. Der aber lieber ein paar Flaschen Champagner köpfte, als sich bedrohlich nach der Macht zu strecken.

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    Marine wurde auch nicht in der Hölle groß, sondern in einem großbürgerlichen Ambiente mit Herrenhaus und Park. Kuchenbecker schildert die Familie sowie die Gründung der rechtsextremen Partei, die eng verbunden ist mit nationalistischem und antisemitischem Gedankengut. Das gab es in Frankreich schon vor der Besetzung durch Nazi-Deutschland, es lebte in den 1960er-Jahren wieder auf.

    Tanja Kuchenbecker – Marine Le Pen: Tochter des Teufels. Vom Aufstieg einer gefährlichen Frau und dem Rechtsruck in Europa.
    Herder-Verlag
    Freiburg 2017
    224 Seiten
    ISBN: 3451375095
    22,99 Euro

    Ausführlich kommt der Übergang im Parteivorsitz vom Vater Jean-Marie zur Tochter zur Sprache, der nicht reibungslos verlief. Der rechtsradikale Flügel der Partei trieb Marine in die Enge, ihr fehlte das politische Gewicht. Ohne die Unterstützung des Vaters wäre sie vermutlich unterlegen.

    Schon bald wurde deutlich, dass sie zwar weniger radikal auftritt als ihr Vater. Der war immer wieder durch seine neonazistischen Provokationen aufgefallen. Doch Marine Le Pen denkt nicht weniger radikal, wie Kuchenbecker schreibt. Der Unterschied ist eher der, dass Jean-Marie sich in der Opposition eingerichtet hatte, Marine dagegen in Wahlen dominieren und sogar das höchste Staatsamt erringen will.

    Abschaffung Europas als vorrangiges Ziel
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