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Centre Pompidou in Jersey City Ein Straßenbahndepot für die US-Dependance

Das renommierte Pariser Museum für Moderne und zeitgenössische Kunst expandiert in eine junge Stadt im Wandel und nicht in Manhattan.
08.07.2021 - 10:09 Uhr Kommentieren
Das Gebäude in der Innenstadt war ein Straßenbahndepot. Nun zieht die Dependance des Centre Pompidou ein. Quelle: AP Photo/P. Solomon Banda
Pathside Building in Jersey City

Das Gebäude in der Innenstadt war ein Straßenbahndepot. Nun zieht die Dependance des Centre Pompidou ein.

(Foto: AP Photo/P. Solomon Banda)

New York Manhattan liegt zwar nur fünfzehn Minuten Zugfahrt entfernt. Aber der Hudson, der Jersey City vom Big Apple trennt, markiert ganz unterschiedliche kulturelle Welten. Trotzdem erklärte das Pariser Kulturzentrum Georges Pompidou Anfang Juni, in der zweitgrößten Stadt des Bundesstaates New Jersey eine US-Dependance aufzuschlagen. Das Unterfangen war im Rahmen des globalen Expansionskurses lange avisiert worden. Frühere Verhandlungen mit der Stadt Chicago hatten sich zerschlagen. Nun nimmt man die New Yorker Region in den Blick. 

Sitz des „Centre Pompidou x Jersey City“ getauften Museums, das 2024 eröffnen soll, ist ein 1912 errichtetes ehemaliges Straßenbahndepot. Das dreistöckige „Pathside Building“ liegt am zentralen Journal Square in Downtown, einst lebhaftes kommerzielles Zentrum der Stadt.

Nach missglückten städtebaulichen Eingriffen gegen Ende des 20. Jahrhunderts sind der riesige Platz und seine Umgebung jedoch verödet. Die Wahl des Gebäudes greift den bewusst anti-elitären Look des 1977 eröffneten Centre Pompidou von Richard Rogers und Renzo Piano auf.

„Unser Ziel ist, Schwellenängste abzubauen“, so Serge Lasvignes, der scheidende Président des Centre Pompidou. „Wir sehen eine multi-ethnische, junge und dynamische Stadt, die derzeit tief greifende Veränderungen und einen sehr rapiden Wandel durchmacht“, so Lasvignes in der Pressekonferenz.

„Deshalb ist diese Region unser ideales Experimentierfeld für die Rolle zeitgenössischer Kunst“, ergänzt Lasvignes. Er sei nicht der einzige, der glaube, dass Museen in eine neue Phase eintreten. „Es reicht einfach nicht mehr, sich dem Publikum zu öffnen, wir müssen auf das Publikum zugehen“. Angaben zum Programm wurden noch nicht gemacht.

Für den Museumsdirektor ist New Jersey und seine Umgebung ein ideales Experimentierfeld für die Rolle zeitgenössischer Kunst. Quelle: IMAGO/Francis Gonzalez
Serge Lasvignes

Für den Museumsdirektor ist New Jersey und seine Umgebung ein ideales Experimentierfeld für die Rolle zeitgenössischer Kunst.

(Foto: IMAGO/Francis Gonzalez)

Wie bereits in den seit 2015 eröffneten Satelliten in Malaga, Brüssel und Schanghai, greift das Centre Pompidou auch in Jersey City auf das erprobte Modell zurück: Ein örtlicher Partner besorgt Renovierung und Unterhalt, das Pariser Museum, das mit 120.000 Werken neben dem New Yorker MoMA die weltgrößte Sammlung moderner und zeitgenössischer Kunst besitzt, stellt Leihgaben und Expertise zur Verfügung.

Jersey City wird dafür über eine zunächst fünfjährige Vertragszeit jährlich 6 Millionen Dollar an das staatlich finanzierte Haus in Paris zahlen. Dazu kommen Renovierungskosten. 

Wir setzen auf den Pompidou-Effekt“, sagt Bürgermeister Steven Fulop (44) gegenüber dem Magazin „New York“. „Während Manhattan schon völlig entwickelt ist, bieten wir eine rohe, unbehandelte Leinwand“. Der Coup gehört zu seinem breit angelegten Bemühen, durch ein gehobenes Kulturprofil auch wohlhabende New Yorker in die Stadt zu locken.

Jersey City hatte das Gebäude 2018 für etwa 10 Millionen Dollar gekauft und suchte seitdem einen Betreiber aus dem Kultursektor. Das Pariser Mutterschiff schließt Ende 2023 drei Jahre lang für umfangreiche Renovierungen. Sichtbar wird es unter anderem durch Ausstellungen in seinen Satelliten. 

Mehr: Staatliche Repräsentation: In Katar liegt Kunst in den Händen des Herrschers

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