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China Hunger auf Kunst

In China gibt es eine neue Investitionslust bei Luxusgütern. Gerade historische Asiatica stehen hoch im Kurs. Bedanken kann sich der Kunstmarkt bei der boomenden chinesischen Wirtschaft.
  • Christian Herchenröder
Der Drachenteller der Yongzheng-Periode stammt aus der westlichen Meiyintnag-Sammlung. Quelle: Sotheby's

Der Drachenteller der Yongzheng-Periode stammt aus der westlichen Meiyintnag-Sammlung.

(Foto: Sotheby's)

Berlin Die Kauflust der Chinesen im eigenen Land und auf internationalem Parkett ist gewaltig. Das betrifft weniger Chinas zeitgenössische Kunst, die nach ihrem überhitzten Boom von 2007 und 2008 ihren Spekulationscharakter verloren hat. Bei den Superreichen dieses Wachstumslands sind vielmehr Luxusgüter hochbegehrt. Das zeigen die jüngsten Auktionsresultate aus Hongkong, wo Höchstpreise auch für Diamanten, Bordeaux-Weine und Uhren geboten wurden.

Hoch bewertet werden auch die historischen Asiatica. In den New Yorker und Londoner Auktionen gingen die teuersten Objekte an chinesische Käufer, darunter eine Vase mit "Famille rose"-Dekor, die Sotheby's vorsichtig als Schöpfung des 20. Jahrhunderts katalogisiert und auf maximal 1 200 Dollar geschätzt hatte. Der Hammer fiel bei 18 Millionen.

Die boomende chinesische Wirtschaft beflügelt den Kunstmarkt. China ist 2010 zum zweitstärksten Kunstmarktland nach Amerika und vor Großbritannien aufgestiegen. Der Kaufrausch der In- und Auslandschinesen lebt sich jedoch nicht nur in den Weltstädten des Kunstmarkts aus. Die Asiatica-Auktionen von Nagel in Stuttgart etwa hatten im Mai ein Rekordergebnis von 20 Millionen Euro, das noch über dem Pariser Erlös von Sotheby's liegt, wo 18 Millionen umgesetzt wurden. Verantwortlich sind Chinesen, die ihr kulturelles Erbe zurückkaufen, in inflationssichere Kunst investieren und konkurrierende Statuskäufe tätigen. China hat das schnellste Wachstum privaten Reichtums in der Welt. Die Tendenz ist steigend: In den Frühjahrsauktionen in Hongkong setzte Christie's 68 Prozent mehr um als im gleichen Zeitraum des Vorjahrs.

Der Markt für russische Kunst hat sich demgegenüber weitgehend normalisiert. Ein Ausnahmepreis waren die 7,4 Millionen Dollar, die Sotheby's im Juni für Ilya Repins "Pariser Café" erzielte.ch

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