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China Merkel bestreitet Freilassungsappell für Ai Wei Wei

Seit zwei Wochen fehlt vom chinesischen Künstler Ai Wei Wei jedes Lebenszeichen. Jetzt soll Bundeskanzlerin Angela Merkel bei der chinesischen Regierung interveniert haben. Die Kanzlerin bestreitet das.
16.04.2011 - 17:25 Uhr Kommentieren
Amnesty International protestiert für die Freilassung des chinesischen Künstlers Ai Wei Wei. Quelle: dapd

Amnesty International protestiert für die Freilassung des chinesischen Künstlers Ai Wei Wei.

(Foto: dapd)

Berlin Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) soll sich nach einem Bericht des Nachrichtenmagazins „Der Spiegel“ persönlich in Peking für den inhaftierten Künstler Ai Weiwei eingesetzt haben. 

Merkel habe der chinesischen Führung am vergangenen Wochenende eine Botschaft übermittelt, schreibt das Magazin in einer am Samstag vorab verbreiteten Meldung. Eine Regierungssprecherin erklärte dazu am Nachmittag: „Die Haltung der Bundeskanzlerin zur Inhaftierung von Ai Weiwei ist klar und bekannt, aber in sonstiger Hinsicht ist der Bericht des Spiegel unzutreffend.“ Einzelheiten wollte die Sprecherin auch auf mehrfache Nachfrage nicht nennen. 

Dem „Spiegel“-Bericht zufolge drückte Merkel ihre Sorge über Ai Weiweis Schicksal aus und setzte sich für dessen Freilassung ein. 

Der Chinese war am 3. April in Peking festgenommen worden, seitdem fehlt von ihm jedes Lebenszeichen. 

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    Auch der Menschenrechtsausschuss des Bundestags äußerte laut „Spiegel“ in einem Brief an den chinesischen Staatschef Hu Jintao großes Unverständnis über die Festnahme des Regimekritikers. Das Recht auf freie Meinungsäußerung müsse zwingend geschützt werden. 

    Der CDU-Menschenrechtspolitiker Michael Brand sagte den Angaben zufolge, wenn Chinas Kommunistische Partei die individuelle Kreativität zum Beispiel in Wissenschaft und Wirtschaft stärken wolle, müsse sie auch die Zwangsjacke für die individuelle Freiheit der Kunst lockern. Der Versuch, dies zu trennen, sei politische Schizophrenie.

    Die Festnahme hatte in Deutschland und anderen Staaten Proteste ausgelöst. Mit einer Mahnwache demonstrierten am Samstag etwa ein Dutzend Aktivisten der Menschenrechtsorganisation Amnesty International in Berlin für die Freilassung Ais und weiterer Regimekritiker. An der Aktion am Brandenburger Tor beteiligte sich auch der Präsident der Berliner Akademie der Künste, Klaus Staeck. 

    „Wir wollen erreichen, dass öffentlich bekanntwird, dass viele Menschen in Deutschland mit der chinesischen Politik nicht einverstanden sind“, sagte Amnesty-Aktivist Martin Reiner. Dass sich Amnesty für den Künstler einsetze, zeige, dass es auch um einen politischen Fall gehe, sagte Staeck. Für den 26. April kündigte er ein Akademie-Gespräch zu Ai Weiwei an. Eingeladen sind unter anderem der frühere SPD-Politiker Egon Bahr, Kulturstaatsminister Bernd Neumann (CDU) und der Präsident der Stiftung Preußischer Kulturbesitz, Hermann Parzinger. 

    An diesem Sonntag wollen sich Künstler weltweit für Ai Weiweis Freilassung einsetzen.

    • dpa
    • rtr
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