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Chinese Art Market Report Westliche Kunst rückt in den Fokus junger Chinesen

Die jüngste Studie der Antiquitätenmesse Tefaf versucht zu ergründen, wie Chinas Sammler ticken. Chinesische Künstler stehen nicht im Vordergrund.
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Liu Yiqian investierte im Auktionshaus Christie's 170 Millionen Dollar, um in den Besitz des „Liegenden Aktes“ zu gelangen. Quelle: AP
Amedeo Modigliani

Liu Yiqian investierte im Auktionshaus Christie's 170 Millionen Dollar, um in den Besitz des „Liegenden Aktes“ zu gelangen.

(Foto: AP)

BerlinNicht erst seit dem 2013 gescheiterten Versuch mit einer Tochtermesse in Peking versucht die „The European Fine Art Fair“ (Tefaf) in Maastricht, den riesig erscheinenden Markt der chinesischen Sammler für sich zu erschließen.

Um einen besseren Einblick in diese auch von zahlreichen Wettbewerbern umworbene Kundengruppe zu erhalten, hat sie die jüngste Ausgabe ihrer Studie ausschließlich dem Thema China gewidmet.

Weil Marktdaten aus dem Reich der Mitte rar sind und zudem chronisch unzuverlässig – so wird etwa die Hälfte aller Auktionszuschläge niemals beglichen, taucht aber trotzdem in Statistiken als Verkäufe auf – verlegt sich die Autorin der Studie aufs Storytelling. Kejia Wu, Professorin am Sotheby‘s Institute in New York und Kolumnistin für die chinesische Ausgabe der Financial Times, beherrscht das wissenschaftliche wie das journalistische Handwerk.

2011 halbierte sich das Marktvolumen

Die ersten beiden von insgesamt fünf Kapiteln erzählen die Geschichte des chinesischen Kunstmarkts, der sich aus staatlichen Antiquitätengeschäften im Rahmen der kommunistischen Planwirtschaft entwickelte. Mir der wirtschaftlichen Öffnung des Landes in den frühen 1990er Jahren entstanden die ersten Auktionshäuser.

In dieser Zeit begannen die meisten der auch international bekannten Privatsammler, vornehmlich traditionelle chinesische Kunst zu kaufen. Bis 2011 erlebte die Branche einen Höhenflug wie in keiner anderen Weltregion, der sich auch auf die zeitgenössische Kunst ausweitete, die wiederum anfangs vor allem im Westen Anklang fand. Allerdings war dieser Boom hauptsächlich von Spekulation getragen, was mit der Implosion des Kunstmarkts in jenem Jahr dazu führte, dass sich viele Spieler zurückzogen. Das Marktvolumen halbierte sich.

Ab 2012 begann für den Markt eine Phase der Reifung, die dadurch gekennzeichnet war, dass sich viele der verbliebenen Sammler professionalisierten, was schließlich in der Gründung einer enormen Anzahl von Privatmuseen manifestierte, von denen es mittlerweile rund 1.500 geben soll. Der Unterhalt dieser Häuser erweist sich jedoch als so kostspielig, dass ohne steuerliche und regulatorische Erleichterung viele von ihnen auf mittlere Sicht wohl nicht überleben werden.

Kunsthandelszentrum Shanghai

Während im ersten Jahrzehnt des 21. Jahrhunderts Schanghai praktisch das alleinige Kunsthandelszentrum bildete, wo sich auch westliche Galerien niederließen, hat sich mit Gründung der Art Hong Kong 2007, die 2013 von der Art Basel-Mutter MCH Group übernommen wurde, die ehemalige Kronkolonie zum zweiten großen Tor zum Westen etabliert. Immer mehr internationale Galerien eröffnen hier oder eine Zweigstelle.

Das Zusammenspiel von Kunstmessen – von denen es in Schanghai mittlerweile mindestens drei ernst zu nehmende gibt – und internationalen Galerien hat die chinesischen Marktteilnehmer unter Druck gesetzt. Während der Markt für traditionelle wie zeitgenössische chinesische Kunst sich eher seitwärts entwickelt, rückt westliche Kunst zunehmend in den Fokus der Sammler.

Das gilt vor allem für die nachwachsende Sammlergeneration, also der nach 1980 Geborenen, die im Gegensatz zu ihren Eltern meistens Englisch oder sogar im Ausland studiert haben.

Die große Hoffnung der Tefaf dürfte es sein, dass diese Sammler mit zunehmender Erfahrung mehr Geld in Kunst und Antiquitäten aus dem abendländischen Kulturkreis investieren.

Die Tefaf-Studie „Chinese Art Market Report 2019“ kann online unter http://167.99.195.87 gelesen werden.

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