Benachrichtigung aktivieren Dürfen wir Sie in Ihrem Browser über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts informieren? Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Fast geschafft Erlauben Sie handelsblatt.com Ihnen Benachrichtigungen zu schicken. Dies können Sie in der Meldung Ihres Browsers bestätigen.
Benachrichtigungen erfolgreich aktiviert Wir halten Sie ab sofort über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts auf dem Laufenden. Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Jetzt Aktivieren
Nein, danke

Cornelius Gurlitt Erste Erben erhalten Bilder zurück

Die Suche nach möglicher NS-Raubkunst und den ursprünglichen Besitzern von Bildern aus der Sammlung von Cornelius Gurlitt ist mühselig. Ein Jahr nach dem Tod des Kunstsammler gehen nun die ersten Bilder an Erben.
Kommentieren
Gurlitts Sammlung größer als gedacht
Nazi-looted art collection bigger than initially thought
1 von 31

Spektakuläre Neuigkeiten im Fall Gurlitt: Der 81 Jahre alte Kunstsammler hat nicht nur in seiner Münchner Wohnung wertvolle Bilder verwahrt, sondern auch in seinem Haus in Salzburg. Wie Gurlitts Sprecher Stephan Holzinger am Dienstag mitteilte, wurden am Vortag rund 60 Bilder in Salzburg gesichtet und gesichert - darunter Werke von Monet, Renoir und Picasso.

(Foto: dpa)
Gurlitt - Sammmlung
2 von 31

„Im Auftrag von Cornelius Gurlitt werden diese Exponate von Experten auch hinsichtlich eines etwaigen Raubkunstverdachts geprüft“, sagte Gurlitts Sprecher Holzinger. „Nach vorläufiger Einschätzung auf Basis einer ersten Sichtung hat sich ein solcher Verdacht nicht erhärtet.“

(Foto: dpa)
Staatsanwaltschaft Augsburg zu spektakulärem Kunstfund
3 von 31

Nach dem spektakulären Fund hatte die Staatsanwaltschaft Augsburg auf einer Pressekonferenz im November 2013 erste Bilder präsentiert. Bei einer Durchsuchung in der Münchner Wohnung von Cornelius Gurlitt waren 2012 rund 1500 Kunstwerke gefunden worden. Der Fall wurde erst im November 2013 publik. Damals wurden Bilder „mit entsprechenden dringenden Verdachtsmomenten auf NS-verfolgungsbedingten Entziehungshintergrund“ in die Plattform lostart.de der Koordinierungsstelle Magdeburg eingestellt.

(Foto: dpa)
Staatsanwaltschaft Augsburg zu spektakulärem Kunstfund
4 von 31

In Gurlitts Wohnung wurde etwa dieses Kunstwerk des französischen Malers Marc Chagall gefunden. Das Bild mit dem Titel „Allegorische Szene“ war unbekannt, bis es auf der Pressekonferenz gezeigt wurde.

(Foto: dpa)
A painting of German artist Liebermann is beamed to a wall at an Augsburg courtroom
5 von 31

Die Bilder wurden teils mit, teils ohne Rahmen in der Wohnung von Gurlitt gefunden. Die Werke sollen alle fachgerecht gelagert gewesen sein – auch das Gemälde „Zwei Reiter am Strande“ von Max Liebermann.

(Foto: Reuters)
Staatsanwaltschaft Augsburg zu spektakulärem Kunstfund
6 von 31

Das Gemälde „Sitzende Frau“ wurde vom französischen Künstler Henri Matisse gemalt. Das Bild wurde laut „Focus“ 1942 von den Nazis beschlagnahmt. Der Kunstfund in München stößt nicht nur in Deutschland auf Interesse, sondern auch im Ausland. So zeigt sich der Konservator am Stedelijk Museum für moderne Kunst in Amsterdam, Bart Rutten, von dem Matisse-Gemälde begeistert. „Das ist phänomenal, das Stedelijk würde das gerne haben.“

(Foto: dpa)
A painting of Italian artist Canaletto is beamed to a wall at an Augsburg courtroom
7 von 31

Auch ein Gemälde des italienischen Malers Antonio Canaletto gehört zu den Funden. Die Herkunft des Werks ist nicht geklärt. Insgesamt wurden rund 1500 Kunstwerke in Gurlitts Wohnung gefunden.

(Foto: Reuters)

München Die ersten beiden Raubkunst-Bilder aus der Sammlung von Cornelius Gurlitt können an die Erben der früheren jüdischen Besitzer herausgegeben werden. Die zuständige Rechtspflegerin habe dies am Dienstag genehmigt, teilte das Amtsgericht mit. Der Nachlasspfleger hatte die Herausgabe von „Zwei Reiter am Strand“ von Max Liebermann und „Sitzende Frau“ von Henri Matisse im März beantragt. Gurlitt war am 6. Mai 2014 gestorben.

Da um das Erbe des Kunstsammlers noch immer gestritten wird, mussten die möglichen Erben der Rückgabe zustimmen. An wen die Bilder gehen, wurde aus Datenschutzgründen nicht bekanntgegeben.

Bei den Werken hatte sich aus Expertensicht der Verdacht auf Nazi-Raubkunst bestätigt. Kulturstaatsministerin Monika Grütters (CDU) hatte die Verträge für die Rückgabe bereits vor Wochen unterschrieben.

Mindestens zwei weitere Gemälde stehen nach Abgaben von Grütters zur Herausgabe an Erben an. Auch bei „La Seine vue du Pont-Neuf, au fond le Louvre“ (Die Seine, von Pont-Neuf aus gesehen, im Hintergrund der Louvre) von Camille Pissarro und bei dem Carl-Spitzweg-Bild „Das musizierende Paar“ wurde der Verdacht auf Raubkunst bestätigt.

Laut einer Vereinbarung zwischen Deutschland und dem Kunstmuseum Bern als Erben der Sammlung liegt der Teil der Sammlung, der unter Raubkunst-Verdacht steht, in der Verantwortung des Bundes. Gurlitt hatte das Kunstmuseum Bern als Erben eingesetzt. Ob das Erbe tatsächlich an das Kunstmuseum geht, ist noch nicht endgültig entschieden. Ansprüche hat auch eine Cousine erhoben, die derzeit noch um einen Erbschein streitet.

Cornelius Gurlitt, Sohn von Adolf Hitlers Kunsthändler Hildebrand Gurlitt, stand mit seiner Sammlung von mehr als 1500 Bildern in München und Salzburg monatelang im Zentrum einer Debatte um Nazi-Raubkunst. In Gurlitts Schwabinger Wohnung waren vor drei Jahren rund 1280 Kunstwerke gefunden worden, 238 weitere erst zwei Jahre später in seinem Haus in Salzburg.

Der Handelsblatt Expertencall
  • dpa
Startseite

Mehr zu: Cornelius Gurlitt - Erste Erben erhalten Bilder zurück

0 Kommentare zu "Cornelius Gurlitt: Erste Erben erhalten Bilder zurück"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.