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Coronakrise Wie Museen mit ihrem angesammelten Wissen Geld verdienen könnten

Ein Start-up möchte Museen dabei helfen, ihre Leistungen besser zu vermarkten. Ziel ist, sie unabhängiger von der Rolle eines Budgetempfängers zu machen.
09.07.2020 - 11:48 Uhr Kommentieren
Mit der App lässt sich virtuell die Städelsche Sammlung in ihren historischen Räumen von 1878 entdecken. Quelle: Städel Museum
„Zeitreise – das Städel Museum im 19. Jahrhundert“

Mit der App lässt sich virtuell die Städelsche Sammlung in ihren historischen Räumen von 1878 entdecken.

(Foto: Städel Museum)

Düsseldorf Die meisten Museen haben kreativ auf die Pandemie reagiert und einiges investiert, um virtuelle Zugänge in Ausstellungs- und Sammlungsräume anbieten zu können. Gebühren ähnlich wie Eintrittsgelder wurden dafür in aller Regel nicht erhoben. „Warum eigentlich nicht“, fragt sich Mirco Blut, Mitgründer des Start-up MuVR – Manufaktur für unabhängige Vermarktung und Realisierung. „Museen liefern kulturelle und soziale Wertangebote. Diese Angebote dürfen einen Preis aufrufen, um ihre Art, Güte und Substanz nachhaltig zu erhalten“, ist Blut überzeugt.

Als Beispiel nennt der Geschäftsmann die frei zugängliche „Zeitreise“-App des Städel Museums in Frankfurt. Wer die eigens für die Virtual-Reality-Brille entwickelte Anwendung herunterlädt, bekommt nicht nur detailgenaue 3D-Rekonstruktionen der historischen Gemäldesammlung, sondern auch die dazugehörigen Forschungsergebnisse präsentiert. „Welchen Nutzen zieht das Museum daraus“, fragt Blut.

Im Verbund mit freiberuflichen Experten entwickelt MuVR Konzepte für Non-Profit-Organisationen aus Kultur, Bildung und Sport. Insbesondere Museen hat das Unternehmen ins Auge gefasst. Es möchte sie unabhängiger von der Rolle eines Budgetempfängers aus öffentlicher Hand, von Stiftungen oder Sponsoren machen. Die Museen sollen in die Lage versetzt werden, selbstständig mit ihren Leistungen zusätzliches Geld verdienen zu können.

Dabei kann es allerdings nicht um noch mehr und bessere virtuelle Ausstellungen gehen. Den Wettstreit mit der hochgerüsteten Spiele-Industrie können die Museen ohnehin nicht gewinnen; vor allem, wenn die Budgets eher knapper werden. MuVR hat vielmehr die wertvollen kuratorischen Informationen und Leistungen im Auge, die analog im Archiv schlummern. Auch für hochwertige, qualifizierte Inhalte und Produktionen wie Audioguides, Kataloge und visuelle Touren müssten sich Wege finden, diese Qualität online entgeltlich zu vermarkten. „Gebt nicht alles umsonst raus“, fordert Blut.

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    Einen „Schatz an Wertangeboten“ sieht MuVR in den Ausstellungsarchiven liegen. Der könnte gehoben werden, für Bildungshungrige, die bereit sind, einen Preis für diese Qualität zu zahlen. Geld verdienen ließe sich auch mit Werbung, die in die Social Media-Auftritte eingebaut werden könnte, oder mit grundsätzlich einfacherem oder mit erweitertem „Ticketing“. So könnte etwa ergänzend zur online gebuchten Eintrittskarte das PDF eines Führers oder eines Audioguides miterworben werden.

    Lizenzen nicht vorschnell abtreten

    Geldwert sind auch die Rechte und Lizenzen, die Museen an ihren Exponaten haben. MuVR empfiehlt ihnen, sie in Eigenregie zu verwerten und die Rechte nicht aus Unkenntnis vorschnell abzutreten, etwa an „Google Arts and Culture“.

    Das Städel Museum verteidigt unterdessen auf Nachfrage seine Entscheidung, aufwendige Forschungsarbeit zur Entstehung seines Hauses umsonst zur Verfügung zu stellen. „Wir wollen kein virtuelles Museum nachbauen“, erläutert Pressesprecherin Pamela Rohde die Strategie. Derartige Angebote seien alle kostenlos, um die Zugänglichkeit zu erhöhen und am Ende mehr Menschen ins Museum zu ziehen.

    Mehr: Coronakrise: Deutsche Museen sorgen sich um ihre Budgets

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