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Digitalhandel Zwei deutsche Börsenlieblinge im Kunstmarkt

Das börsennotierte Kunstunternehmen Artnet und die Aktiengesellschaften von Rüdiger Weng setzen mit Erfolg auf virtuelle Marktplätze im mittleren Preissegment.
23.07.2020 - 18:01 Uhr Kommentieren
Christos Arbeiten, wie diese serielle Collage für 15.000 Dollar, verkaufen sich gut bei Weng Fine Art. Quelle: Weng Fine Art AG; WFA Online AG
„Wrapped Globe (Eurasian Hemisphere)“

Christos Arbeiten, wie diese serielle Collage für 15.000 Dollar, verkaufen sich gut bei Weng Fine Art.

(Foto: Weng Fine Art AG; WFA Online AG)

Berlin Die großen Auktionshäuser überschlagen sich mit Erfolgsmeldungen zu ihren Onlineauktionen. Doch handelt es sich dabei um eine Scheinblüte, ist ihr Ausweichen ins Internet doch nur eine Notlösung für Corona-bedingt ausgefallene Präsenzauktionen. Insgesamt ist das Geschäft im obersten Marktsegment eingebrochen. Die beiden einzigen börsennotierten deutschen Unternehmen der Kunstbranche setzen jedoch schon immer auf virtuelle Marktplätze im mittleren Preissegment und erleben gerade einen Boom.

Die Berliner Artnet AG als Pionier der Branche mit über 20-jähriger Börsengeschichte konnte im für den Kunstmarkt katastrophalen zweiten Quartal ein 46-prozentiges Umsatzwachstum ihrer Onlineauktionen gegenüber dem Vorjahreszeitraum verzeichnen. Das mag wenig erscheinen angesichts der Vervielfachung bei Christie‘s und Sotheby‘s.

Allerdings bilden die Artnet-Versteigerungen im Internet schon seit Langem eine der Säulen des Geschäftsmodells und sind eben kein Ersatz für an anderer Stelle weggebrochenen Umsatz. Artnet-CEO Jacob Pabst prognostiziert: „Der Markt wird sich in einem längeren Prozess neu ordnen und Artnet wird darin eine größere Rolle spielen als bisher.“ Es sei eine grundlegende Veränderung, an der Artnet seit Jahren arbeite. „Unsere Umsatzsteigerung von ‚nur‘ 46 Prozent sehe ich als ein sehr ermutigendes Zeichen.“

Der Düsseldorfer Rüdiger K. Weng ist gleich mit zwei Aktiengesellschaften aktiv. Die auf den Sekundärmarkt fokussierte Weng Fine Art AG ist in Deutschland an der Börse München gelistet. Sie kontrolliert die schweizerische WFA Online AG, die Editionen mit herausgibt - wie die aktuelle Christo-Edition des Düsseldorfer Verlegers Till Breckner - oder zum Teil exklusiv vertreibt, etwa Auflagen von Ai Weiwei oder Jeff Koons. Bis Mitte Juli stieg der Umsatz gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 17 Prozent.

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    Die noch recht junge Unternehmensgruppe verzeichnet stabile Gewinne und setzt weiter auf Expansion. In einer Pressemitteilung erklärt Weng, die bereits bestehende Beteiligung an Artnet von rund zehn Prozent solle „mittelfristig durch außerbörsliche Zukäufe auf bis zu 30 Prozent der Stimmrechte erhöht werden“.

    Verluste durch Corona wettgemacht

    Der Artnet-Chef sieht das Investment Wengs als Bestätigung: „Wir freuen uns natürlich darüber, wenn Aktionäre und Investoren das Potenzial der Firma erkennen.“ Allerdings vermisst Pabst bei einem möglichen Zusammengehen beider Konzerne die Vorteile für Artnet.

    Die Börse freut sich jedenfalls. Die Aktie der erst seit 2018 börsennotierten Weng Fine Art AG hat ihre Verluste aus dem Corona-Crash wieder wettgemacht, während die Anteilsscheine von Artnet nach einem rasanten Anstieg im letzten Vierteljahr so hoch gehandelt werden wie zuletzt 2012.

    Mehr: Zeitgenössische Kunst: Enorme Nachfrage im Netz

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