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Dresdner Skandalrede Lewitscharoff sorgt für Eklat

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Lesben- und Schwulenverbände schockiert

Man stehe nach wie vor zu der Einladung, die man zusammen mit der „Sächsischen Zeitung“ ausgesprochen habe, und natürlich habe Frau Lewitscharoff auch das Recht, in diesem Rahmen ihre Meinung zu vertreten, sagt Koall. „Jede Meinung darf auf der Theaterbühne stattfinden, aber nicht die Würde des Menschen angetastet werden“.

Am liebsten wäre er gleich nach der Rede auf die Bühne gegangen, um die Schriftstellerin in ein Publikumsgespräch zu verwickeln und zu klären, „ob sie das wirklich so meint, wie sie das sagt“, meint Koall. „Diese Kaltblütigkeit habe ich aber leider in diesem Moment nicht besessen, allerdings auch nicht die Kaltblütigkeit zu sagen, das lassen wir auf sich beruhen.“

Auch der Verlag geht zum Gesagten seiner Autorin auf Distanz: „Die Haltung, die in der Rede von Sibylle Lewitscharoff zum Ausdruck kommt, ist nicht mit der des Verlags zu verwechseln“, erklärt Suhrkamp-Sprecherin Tanja Postpischil.

In der Netzgemeinde schlägt die Empörung wie so oft die höchsten Wellen - und Lewitscharoff ein Shitstorm entgegen. Von „Menschenverachtung“ einer „schrecklichen Tirade“ oder bloßem „geistigem Dünnschiss“ ist da die Rede. Und ein „Sir Manfred“ resümiert via Twitter: „Mist, um ein Buch von Lewitscharoff in die Tonne zu kloppen, müsste ich überhaupt mal eins kaufen.“

Der deutsche Lesben- und Schwulenverband und die Berliner Akademie der Künste haben schockiert auf Sibylle Lewitscharoffs Äußerungen zur künstlichen Befruchtung reagiert. „Das ist ein fieser Angriff auf alle Familien, die wie viele Regenbogenfamilien auf dem Wege der Insemination Kinder bekommen“, erklärte Schwulen-Verbandssprecherin Renate Rampf am Donnerstag in Berlin.

Als Schriftstellerin wisse Lewitscharoff, was Worte anrichten könnten. „In diesem Wissen spricht sie den Kindern die Würde ab. Das ist nicht dämlich, sondern Hass - eine Sprache, die wir sonst nur von Verwirrten oder Fundamentalisten kennen.“

Der Präsident der Akademie der Künste, Klaus Staeck, erklärte: „Wir weisen den menschenverachtenden Ton und Gestus der Dresdener Rede von Sibylle Lewitscharoff aufs Schärfste zurück.“ Bei allem Respekt vor der privaten Meinung der Autorin teile er mit dem Schriftsteller Ingo Schulze die Meinung, dass es „ungeheuerlich“ und „in jeder Weise inakzeptabel“ sei, künstlich gezeugte Kinder als „Halbwesen“ zu bezeichnen.

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  • dpa
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