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Fenster als Motiv Von der Aussicht zur Ansicht

Mehr als nur ein Blick hindurch: Das Motiv des Fensters leitet den Besucher in der Kunstsammlung NRW durch 100 Jahre jüngste Kunstgeschichte.
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Die Installation „Your roundabout movie“ von Olafur Eliasson kann im Rahmen der Ausstellung „Fenster - Bilder seit Matisse und Duchamp“ in der Kunstsammlung NRW bewundert werden. Quelle: dpa

Die Installation „Your roundabout movie“ von Olafur Eliasson kann im Rahmen der Ausstellung „Fenster - Bilder seit Matisse und Duchamp“ in der Kunstsammlung NRW bewundert werden.

(Foto: dpa)

DüsseldorfDieses Fenster zeigt nichts außer sich selbst. Und nicht einmal wirklich das. Nur als Schatten liegt das graue Gitter auf der weißen Wand. Und was als gleißendes Licht durch die Sprossen hereinzuquellen scheint, ist und bleibt kompakte Wand. Alles nur Projektion, Illusion. Olafur Eliasson liefert uns irritierenden Zweifeln an unserer Wahrnehmung aus.

Etliche Räume weiter zwei großformatige graue Gemälde von Gerhard Richter. Diesmal werfen weiße Fensterkreuze graue Schatten auf eine gleich dahinter liegende, gemalte Wand. Von Aussicht auch hier nicht die Spur. Wie bei den meisten der „Fenster-Bilder seit Matisse und Duchamp“, mit denen die Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen in Düsseldorf jetzt zu einem Motiv-Parcours durch die Avantgarde-Geschichte der letzten hundert Jahre einlädt.

„Am Anfang des 20. Jahrhunderts steht der Abschied vom Ausblick“, bringt Museumsdirektorin Marion Ackermann die kunsthistorische Revision auf den Punkt.

Das Fenster war seit der Renaissance, seit Leon Battista Albertis Entdeckung der Zentralperspektive, über 500 Jahre lang fundamentales Motiv und Metapher der abendländischen Malerei. Das Gemälde war eine wirklichkeitsgetreue Übertragung der dreidimensionalen Wirklichkeit auf die zweidimensionale Fläche und ließ sich als Ausblick auf die Welt lesen.

Das Fenster blieb auch in der Moderne ein beliebtes Sujet. Von Robert Delaunay, Henri Matisse und Marcel Duchamp bis hin zu Sabine Hornig, Toba Khedoori und Olafur Eliasson hat Ausstellungskuratorin Maria Müller-Schareck 18 Künstler mit markanten Werk-Komplexen zusammengeführt.

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