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Filmförderung Die Macht der Öffentlich-Rechtlichen über das Kino

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„Produzent wird zum Vasall des Senders“
Zu Beginn fürchten die Dorfbewohner einen Wolf, am Ende wünschen sie, es wäre einer gewesen: Der Mann mit einem Samurai-Schwert hinterlässt eine Spur des Todes. Quelle: Screenshot

Zu Beginn fürchten die Dorfbewohner einen Wolf, am Ende wünschen sie, es wäre einer gewesen: Der Mann mit einem Samurai-Schwert hinterlässt eine Spur des Todes.

(Foto: Screenshot)

Die Summe versuchten die jungen Filmemacher über die Crowdfunding-Plattform Indiegogo einzutreiben. „Mit Abzügen hatten wir am Ende 10.000 Euro zusammen“, sagt die Produzentin, die restlichen 20.000 bekamen sie von der Animationsfilmfirma Hahn Film, die Linus de Paolis Vater gehört. „Nach dieser Erfahrung weiß ich, dass Crowdfunding für mich kein alternatives Finanzierungstool sein wird“, lautet Anna de Paolis Resümee.

„Es ist ganz lustig, wenn man sonst nicht zu tun hat. Aber wenn man effektiv produzieren will, nimmt die Organisation der Crowdfunding-Kampagne zu viel Zeit in Anspruch.“ Hinzu kommt, dass 95 Prozent der Förderer Freunde und Bekannte des Filmemachertrios sind. „Die hätten wir auch so fragen können“, sagt sie.

„Ich fand die Idee des Crowdfundings anfangs toll“, erinnert sich Michel Morales. „Aber das Finanzierungstool nützt eigentlich nur den Großen, die es gar nicht nötig haben. Die Avantgarde, die die Filme macht, die wir in ein paar Jahren für wichtig halten, wird davon nicht profitieren“, glaubt der Produzent. „Die Abhängigkeit von den Sendern bleibt also weiter bestehen.“

Der Einfluss der Sender geht noch über die Finanzierung des nicht-subventionierten Anteils hinaus. Weil ein Teil der GEZ-Gebühren in staatliche Filmförderungen fließen, entscheiden Fernsehredakteure auch darüber, welche Kinofilmprojekte finanziert werden sollen. Dass sie häufig bemüht sind, erstmal die Filme mit staatlichen Mitteln zu versorgen, die auch ihre Sender fördern, ist in der Branche ein offenes Geheimnis.

Auch während der Produktion haben die Redakteure maßgeblichen Einfluss auf die Filme. „Sie reden beim Drehbuch mit, beim Casting und später beim Schnitt – obwohl sie als Festangestellte kein wirtschaftliches Risiko tragen“, sagt Morales. „Ein Produzent wird so zum Vasall eines Fernsehsenders.“ Dennis Todorovic glaubt, dass die Verbindung von Fernsehsendern mit Kinofilmproduktionen nicht folgenlos bleibt: „Unser ganzes Fördersystem führt dazu, dass viele von den kleineren Produzenten vor allem fernsehtaugliche Stoffe anbieten – aber eigentlich keine Kinoformate.“

Dass der deutsche Film auf Festivals wie Cannes keine große Rolle spiele, dürfe nicht verwundern, sagt Morales. „Wir bringen geschliffene Fernsehfilme ins Kino.“

Aber es gebe auch andere Förderbeispiele, sagt Anna de Paoli. Lars von Trier habe seinen Film „Antichrist“ mit der Unterstützung des ZDF und deutscher Filmförderungen finanziert. „Der trifft ja auch nicht gerade die ,öffentlich-rechtlichen Geschmacksvorgaben'“, sagt sie und führte dieses Argument auch beim Ringen um die Finanzierung ihres eigenen Stoffes ins Feld.

Lars von Trier habe gezeigt, dass man ihm vertrauen kann, bekam sie zu hören. „Wie können wir als junge Filmemacher denn jemals so ein Vertrauen gewinnen, wenn die Sender nicht den Mut haben, auch außergewöhnliche Projekte zu fördern“, fragt Anna de Paoli. Oder anders gesagt: Mit mutlosen Filmen gewinnt die Branche international keine Preise.

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1 Kommentar zu "Filmförderung: Die Macht der Öffentlich-Rechtlichen über das Kino"

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  • die Überschrift ist falsch! Es müsste lauten die Bevormundung der Bevölkerung durch die öffentlich rechtlichen!" Ursprünglich gegründet, um nach der dunkelsten Zeit Deutscher Geschichte, eine objektive Nachrichtenberichterstattung für die Bevölkerung zu sichern. Heute ein riesiger geldschluckender Molloch. Am Schlimsten finde ich dabei Zwangsgebühren und Werbung! Wenn schon Zwangsgebühren dann bitte keine Werbung!!! aber das wird nur ein Traum bleiben, da dort Expolitiker eine Ruhepolster für sich finden.