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Filmkritik „Zulu“ Ein kaputter Frauenheld und ein gütiger Cop

Luxus und Armut, Schwarz und Weiß, Gewissen und Skrupellosigkeit: Der Action-Thriller „Zulu“ zeichnet in scharfen Gegensätzen ein Bild des modernen, zerrissenen Südafrikas. Erstmals spielt Orlando Bloom den „Bad Guy“.
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Zynischer Frauenverbraucher: Orlando Bloom spielt den Macho-Cop. Quelle: PR

Zynischer Frauenverbraucher: Orlando Bloom spielt den Macho-Cop.

(Foto: PR)

Düsseldorf Nicht wenige, hoch talentierte Regisseure sind an dem Kraftakt gescheitert, ihre durchdachte, gesellschaftskritische Botschaft in einem massentauglichen Unterhaltungsfilm zu verpacken. Mit „Zulu“ wagt sich der Franzose Jérôme Salle nun auf besonders unebenes Terrain: Er siedelt seinen spannenden Thriller in den Wirren der Post-Apartheid in Südafrikas Townships an. Sein Mut wird belohnt.

„Zulu“ vereint ein sehr ungleiches Cop-Duo. Forest Whitaker verkörpert Ali Sokehla, dessen Vater während der Apartheid von einer Rassisten-Miliz ermordet wurde. Nur mit Glück kamen er und seine Mutter mit dem Leben davon. Heute steht er als Polizist für das System von Recht und Ordnung, das auch 20 Jahre nach dem Ende der Rassentrennung in Südafrika noch sehr wackelig ist.

An Alis Seite arbeitet Brian Epkeen (Orlando Bloom), der schon den Start in den Tag nur mit einem kräftigen Schluck Hochprozentigem bewältigt. Die Trennung von seiner Frau, die nun samt Sohn bei ihrem neuen, schnöseligen Lover wohnt, hat er ebenso wenig überwunden wie die Schuld seines Vaters, der tief ins Apartheid-Regime verstrickt war. Durch seine Drogen- und emotionalen Probleme ist er ein ständiges Pulverfass, seine unberechenbaren Handlungen bringen nicht nur ihn selbst in Gefahr.

Zusammen ermitteln Ali und Brian in einem Mordfall an einer weißen Studentin in Kapstadt. Dabei stoßen sie nicht nur auf eine gefährliche Designer-Droge, sondern auch auf die Erkenntnis, dass die dunkle Geschichte ihres Heimatlandes noch lange nicht vergangen ist.

Regisseur Jérôme Salle lässt bereits in der Exposition seines Thrillers keine Zweifel aufkommen, wie unterschiedlich er seine Protagonisten angesiedelt hat. Während Ali bereits brav seiner Arbeit nachgeht, wacht Brian verkatert neben einer seiner namenlosen Affären auf.

Um Orlando Blooms Rolle als zerstörtem, aber dennoch immer noch mehr als erfolgreichem Frauenhelden deutlich zu machen, bestreitet der Star aus „Der Herr der Ringe“ die ersten Minuten komplett nackt. Vom grazilen Elben „Legolas“ aus der Tolkien-Verfilmung ist in „Zulu“ nichts mehr zu erkennen.

Sein nicht gerade gesunder Lebenswandel haben Brian tiefe Augenringe und ein insgesamt etwas verlebtes Antlitz verpasst. Gut so, denn nur dadurch nimmt man Bloom seine neue, kantige Rolle auch wirklich ab. Auf die Chance, einen echten „Bad Guy“ zu verkörpern, hat er lange gewartet: „Einen echten Macho zu spielen war fantastisch. Meine Figur Brian Epkeen trinkt, nimmt Drogen und tut alles, was es kostet, um die tägliche Gewalt zu überstehen. Mir hat es großen Spaß gemacht, diese andere Seite des Lebens zu entdecken. Ich will mehr dieser skrupellosen, körperbetonten Rollen.“

Nobelvillen und Luxus, Armutsviertel und Gewalt
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