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Fotografie Tillmans Suche nach Neuem

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Tillmann's Sammler honorieren das Besondere

Tillmans, der im Jahr 2000 mit dem begehrten Turner-Preis ausgezeichnet wird, hat bald Sammler auf der ganzen Welt. Er ist phänomenal erfolgreich, was auch folgende Zahlen spiegeln: 40 000-mal konnte der Kölner Taschen Verlag nach Einschätzung von Buchholz sein erstes Tillmans-Buch weltweit verkaufen, nur 8 000-mal den entsprechenden Band über Baselitz. In Japan wird es dem Künstler zu viel. Als er anlässlich einer Ausstellungseröffnung sprechen soll, blicken ihn Tausende von Gesichtern an. Es kommt zum Nervenzusammenbruch.

Tillmans' Sammler honorieren das Besondere einer Bildsprache, die konventionelle Darbietungsformen verwirft und fortwährend Neues produziert, auch im Umgang mit technischen Materialeigenschaften und chemischen Prozessen in der Dunkelkammer. Dafür geben sie bis zu 200 000 Dollar aus. So viel kosten heute etwa die größten, ohne Kamera, nur mit Licht produzierten Tintenstrahldrucke aus der Serie „Freischwimmer“ (2004), die in Düsseldorf einen ganzen Raum für sich okkupieren.
Die gängigen Größen der Farbabzüge gibt es bei Buchholz noch zu vergleichsweise moderaten Preisen, zuzüglich 19 Prozent Mehrwertsteuer: die kleinen 30-mal-40-Zentimeter-Formate in Zehnerauflage für 8 000 Dollar, das Mittelformat (61 mal 51 Zentimeter) in Dreierauflage zu 16 000 Dollar und das Unikat in 211 mal 145 Zentimetern zu 57 000 Dollar. Von jedem Motiv gibt es auch einen Tintenstrahldruck im Format 208 mal 138 Zentiemeter, der 48 000 Dollar kostet. Dazu kommen noch die abstrakten Bilder in Preislagen bis zu 200 000 Dollar. Hier experimentiert der Künstler gern mit digitalen Printtechniken und zehn verschiedenen Größen.
Die frühen Arbeiten aus den 1990er-Jahren sind inzwischen fast alle verkauft. Auch den brauntonigen „Deer Hirsch“ von 1995 gibt es nicht mehr. Der Tintenstrahldruck, der Tillmans' verstorbenen Freund Jochen Klein im „Gespräch“ mit einem Hirsch zeigt, hat in Düsseldorf die gewaltigen Maße von zwei mal drei Metern und einen Ehrenplatz.
(Bis 7. Juli. Mit der Eintrittskarte wird ein Künstlerbuch ausgehändigt, das nicht im Buchhandel zu beziehen ist. Der Einführungstext und Installationsaufnahmen sind unter kunstsammlung.de und tillmans.co.uk abrufbar.)

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