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Frankfurter Städel Crowdfunding für die Kunst

In nur zweieinhalb Jahren hat das Frankfurter Städel sein Haus unterirdisch erweitert - ohne festen Finanzierungsplan. Die Hälfte des 52 Millionen Euro teuren Investments haben private Geldgeber finanziert.
24.02.2012 - 09:54 Uhr Kommentieren
Dominiert im neu eröffneten Städel-Erweiterungsbau: Thomas Rehbergers Skulptur „Lutsch und lass Deine Hose runter (für den Frieden)“ Quelle: dpa

Dominiert im neu eröffneten Städel-Erweiterungsbau: Thomas Rehbergers Skulptur „Lutsch und lass Deine Hose runter (für den Frieden)“

(Foto: dpa)

Frankfurt Fritz Mayer reist viel, mindestens einmal im Monat auch interkontinental, und das seit Jahrzehnten. Die Reisen des Geschäftsführers lohnen sich offenbar, sein Familienunternehmen aus dem Rhein-Main-Gebiet ist Weltmarktführer für spezielle Textilmaschinen – trotz starker chinesischer Konkurrenz. Aber das viele Unterwegssein belaste auch, sagt der 63-Jährige. „Ich brauche einen Ausgleich, eine andere Welt, mit anderen Sichtweisen.“

Die Künstler der frühen Leipziger Schule, Wolfgang Mattheuer und Werner Tübke, haben dem Wirtschaftsingenieur diese Welt geschaffen. „Ich habe es mir zur Aufgabe gemacht, ihre Kunst im Westen populär zu machen“, sagt er.

Sein wirksamstes Instrument sind Schenkungen: Das Würzburger Museum am Dom hat er bereits bedacht, das Duisburger Lehmbruckmuseum und auch das Leipziger Museum der bildenden Künste.

Und kürzlich das Frankfurter Städel. Wenn morgen der unterirdische, moderne Erweiterungsbau des traditionsreichen Museums geöffnet wird, steht den Besuchern in Raum 20 die „Galerie Fritz und Waltraud Mayer“ offen. Nicht die Eitelkeit habe ihn zu der Schenkung getrieben, sagt der Namensgeber. „Nicht nur jedenfalls“, fügt er schmunzelnd nach kleiner Pause hinzu. Sein Antrieb sei vor allem, Mattheuer und Töbke raus aus den Kunstlagern ran an die Wände zu bekommen.

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    Um seinem Ziel ein Stück näher zu kommen, hat der Sammler dem Städel nicht nur Kunst geschenkt, sondern auch 400.000 Euro für den Erweiterungsbau – und erstmals eine Spende öffentlich gemacht. „Herrn Hollein hilft das“, erklärt er fast entschuldigend. Und weil Mayer, während er im Museumscafé sitzt und für den Bau und die Umsetzung des Städel-Direktors Max Hollein nur Beschreibungen wie „genial“, „professionell“ und „noch nie erlebt“ findet, wollte er ihm helfen.

    Hollein hat bei weitem nicht nur den sonst so zurückhaltenden Herrn Mayer überzeugt: In knapp zweieinhalb Jahren Bauzeit sind am Frankfurter Museumsufer für 52 Millionen Euro der Städel-Altbau saniert und die Ausstellungsfläche unterhalb des Gartens um gut 3000 Quadratmeter für die Gegenwartskunst erweitert und damit verdoppelt worden – zur einen Hälfte finanziert von Bürgern, Stiftungen und Unternehmen, zur anderen von öffentlichen Geldern der Städte Frankfurt und Eschborn und des Landes Hessen.

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