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Frankreich Wie das Abendland mit afrikanischer Kunst umgeht

Das ethnologische Museum in Paris nimmt sich die zeitgenössische Kunst aus Westafrika und dem Abendland vor und durchleuchtet sie spöttisch.
11.02.2021 - 13:44 Uhr Kommentieren
Das bizarre Wandobjekt besteht aus Hüllen von Kulis. Quelle: Galerie Magnin-A, Paris
Calixte Dakpogan „Masque“

Das bizarre Wandobjekt besteht aus Hüllen von Kulis.

(Foto: Galerie Magnin-A, Paris)

Paris Im Pariser „Musée du Quai Branly – Jacques Chirac“ macht der Kunstkritiker Philippe Dagen seine Vision der zeitgenössischen afrikanischen Kunst anschaulich: Wie sie traditionelle Elemente der Stammeskunst einbindet. Unter dem Titel „Ex Afrika – Afrikanische Präsenz in der heutigen Kunst“ stellt er einen abwechslungsreichen, intellektuell anspornenden Parcours zusammen, für den er sich auf 34 Künstler aus Westafrika und dem Westen beschränkt. Die Schau wird am 21. Februar eröffnet, bleibt aber vorerst geschlossen.

„Ex Afrika“ ist eine postkoloniale, zugleich antikolonialistische Schau. Sie hat den politischen Anspruch, die Kreativität afrikanischer Kunstschaffender sowie afrikanische Einflüsse auf das formelle oder kommerzielle Schaffen im Westen heiter, satirisch, kritisch auszuleuchten.

Der versierte Ausstellungskurator mixt gekonnt lebende afrikanische Künstler mit – hauptsächlich – französischen Zeitgenossen. Indem er dem Vorbild der Epoche machenden Schau von 1989, „Magier der Erde“, folgte, stellte Dagen, Professor für Kunstgeschichte, Fragen an die Künstler. Wie sieht ihre Beziehung zur traditionellen afrikanischen Kunst aus? Die Antworten im Ausstellungskatalog erklären Impulse, Erfahrungen, biografische Hintergründe und theoretische Überlegungen zu den Kunstwerken.

Die Schau beginnt mit dem bekannten kongolesischen Maler Chéri Samba und seinem Bild mit dem Titel: „Zukunft unserer Kunst“. Samba fragte 1997 ironisch, ob afrikanische Kunst in französischen Museen akzeptiert werde? Oder ob diese rassistisch seien? Trotz der in den letzten Jahren explodierenden kreativen Szene (s. Seite 56) bleibt diese bis heute rar in öffentlichen französischen Sammlungen.

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    Jean-Michel Basquiat und A. R. Penck sind mit riesigen Gemälden präsent. Sie leiten über zum dramatisch dunklen Saal mit den Pseudo-Afrika-Skulpturen der Briten Dinos und Jake Chapman, welche den Missbrauch afrikanischer Statuen zu kommerziellen Zwecken bei McDonald’s satirisch denunzieren. Afrikanische Masken inspirieren viele Künstler, zum Beispiel die Französin Orlan zu Fotos. Oder Théo Mercier, der auf Pariser Straßenmärkten gekaufte Masken als entwertende Müllpyramide demaskiert.

    Der in Benin tätige Romuald Hazoumé schuf die ästhetisch wie ideologisch eindrucksvolle Installation „No Return“, mit der er 5000 vom Meer zurückgespülte bunte Plastiksohlen ausbreitete, die eine enorme Spirale bilden. Die Sandalensohlen stammen von Ertrunkenen, die aus Benin flüchteten. Die Schau schließt mit Chéri Sambas „Echter Weltkarte“. Da befinden sich die südlichen Kontinente oben, wogegen Europa im Untergrund versinkt.

    Die Vernissage der Ausstellung „Ex Africa – Présences africaines dans l’art d’aujourd’hui“ findet im Fernsehen am Sonntag, den 21. Februar um 21 Uhr statt. Bis die Museen wieder öffnen dürfen, bleibt die Schau zu. Laufzeit ist bis 27. Juni. Der Katalog kostet 42 Euro.

    Mehr: Afrikanische Kunst: Hoffnungszeichen in schwierigen Zeiten

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