Fünfte Kinorunde "Werner" lässt es wieder kesseln

Das Warten hat sich gelohnt: Der norddeutsche Kult-Rocker Werner lässt es in den deutschen Kinos wieder ordentlich kesseln. Diesmal ist die legendäre Comic-Figur auf einer sehr speziellen Reise durch Europa.
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Eine norddeutsche Kultfigur kehrt zurück
Premiere von "Werner - Eiskalt"
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Der Zeichner von "Werner", Rötger "Brösel" Feldmann bei der Premiere des neuen Films mit einer Flasche Bölkstoff.

Premiere von "Werner - Eiskalt"
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Produzent Hermann Weigel, Schauspielerin Marysol Fernandez, "Brösel", Ivonne Schönherr und Produzent Oliver Berben (v.l.) ließen es in Hamburg gebührend krachen.

Premiere von "Werner - Eiskalt"
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Auch Travestiekünstler Ernst-Johann "Erne" Reinhardt alias Lilo Wanders schlug auf, um den Comic zu feiern.

WernerBeinhart
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"Werner - beinhart!" war 1990 die erste Verfilmung der Comicserie, in der der erfolglose Zeichner Brösel die Chance seines Lebens bekommt.

FilmpaketDas muss kesseln
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Weiter ging es sechs Jahre später mit "Werner - Das muss Kesseln!". Die Komödie legte einen der besten heimischen Filmstarts aller Zeiten hin.

«Werner - Eiskalt»: Rückkehr der norddeutschen Kultfigur
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Die Comic-Kultfigur im Kinofilm "Volles Rooöäää!!! Fäkalstau in Knöllerup" (1999) mit seinem Motorrad, der "Satten Literschüssel".

"Werner - Gekotzt wird später!"Gekotzt wird spaeter
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In "Werner - Gekotzt wird später!" geben sich die drei Freunde Werner, Eckat und Andi (v.r.) am Strand ihrer Lieblingsbeschäftigung hin: Flachköpper machen!

BerlinStolze acht Jahre lang mussten „Werner“-Fans darben. Nach „Werner - Gekotzt wird später!“ von 2003 heißt es nun aber wieder: „volles Rohr“ und „beinhart wie ein Rocker“. „Werner - Eiskalt“ ist die bereits fünfte Kinoadaption der legendären, vor 30 Jahren erstmals im Kieler Semmel Verlag veröffentlichten Comic-Story. Erfinder Rötger Feldmann, alias Brösel, ist nicht nur vor der Kamera zu sehen. Der 61-Jährige ist auch verantwortlich für die Art Direction, das Drehbuch und die Regie der animierten Sequenzen. Die Realfilm-Elemente stammen derweil von Regisseur und Kameramann Gernot Roll („Männersache“).

Im aktuellen Werk der erfolgreichen Kinoserie (die bisherigen vier „Werner“-Filme lockten rund 14 Millionen Zuschauer in die Kinos) geht es vor allem um die lebenslange Rivalität zwischen Werner und Holgi. In einer wunderbaren Anfangssequenz dürfen wir nun miterleben, wie sich die beiden schon im Kinderwagen ein veritables Rennen lieferten. Duelle auf dem Fahrrad und mit der Seifenkiste folgen. Schließlich kulminiert alles im legendären Flugplatz-Duell - Werner mit seinem viermotorigen Motorrad gegen Holgis roten Porsche.

Parallel erzählt der Film jedoch auch von Brösel, Werners Zeichner, für dessen Werk sich im Film zunächst niemand mehr zu begeistern scheint. Brösels Verleger konfrontiert ihn mit der bitteren Wahrheit: die Kids von heute interessieren sich nur noch für japanische Mangas. Brösel ist niedergeschlagen und flüchtet nach Korsika. Wo jedoch weitere Unbill auf ihn wartet: Beim „Flachköppen“, dem Sprung ins allzu seichte Wasser, wird der Zeichner ausgeknockt. Auf Brösels scheintoten Körper wartet eine irrsinnige Odyssee, vom Süden Europas zurück in die norddeutsche Heimat.

Wie schon der allererste „Werner“-Film von 1990 („Werner - Beinhart!“), changiert auch „Werner - Eiskalt“ sehr virtuos zwischen animierten Sequenzen und gefilmter Live-Action. Zuweilen geht das so flüssig und schnell vonstatten, dass man als Zuschauer Wechsel und Übergänge kaum bemerkt. Ein wenig verwirrend indes sind die Zeitsprünge und die nicht durchweg lineare Erzählung. Für all die „Werner“-Fans unter den Kinogängern sollte das jedoch kaum ein Problem darstellen.

Anhänger der Kultfigur dürfen sich zudem freuen über die Rückkehr nicht nur des Klempnerlehrlings mit den vier Haaren und zwei Zähnen. Auch Figuren wie „Meister Röhrich“, „Eckat“ und die stets dusseligen Polizisten sind wieder mit von der Partie. Große Freude bereitet auch diesmal die längst zum Markenzeichen gewordene, herrlich norddeutsche Sprachmelodie der agierenden Figuren. Mag der Humor auch an der ein oder anderen Stelle einen Tick zu albern ausfallen - der hübsche und dabei stets innovative Umgang mit der deutschen Sprache trägt den ganzen Film hindurch.

Schließlich geht Werner bei seiner Rückkehr durchaus mutige Wege: In Zeiten, in denen kaum ein Hollywood-Sequel auf die dritte Dimension verzichtet, in denen Special Effects gang und gäbe sind, setzen Rötger Feldmann und sein Team auf bewusst altmodische Werte und gezeichnete Zweidimensionalität. Dass „Werner - Eiskalt“ gerade nicht in 3D daherkommt, ist auch als Hommage zu verstehen an eine kaum mehr gepflegte Film-Tradition. Nicht nur das norddeutsche Publikum dürfte nun wohl dafür sorgen, dass es Werner an den Kinokassen nicht „eiskalt“ erwischt.

Brösel: "Werner" ist der Alte geblieben
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