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Galerie Bassenge Auktionsmarathon mit zehn Katalogen

Bassenge versteigert mit Erfolg seine Spezialofferten mit Kreaturen und vergessenen Künstlern. US-Sammler und Händler setzen auf die Graphik von Dürer und Rembrandt.
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Das Bildnis der Tochter des Biedermeier-Malers übernimmt eine österreichische Privatsammlung für 74.000 Euro - zum Doppelten der Schätzung. Quelle: Bassenge
Joseph Karl Stieler

Das Bildnis der Tochter des Biedermeier-Malers übernimmt eine österreichische Privatsammlung für 74.000 Euro - zum Doppelten der Schätzung.

(Foto: Bassenge)

Berlin Es war eine Wahre Materialschlacht. Die Berliner Galerie Bassenge hatte für ihre Kunst- und Photographie-Auktionen zehn Kataloge aufgeboten. Das markante Gesamtergebnis liegt bei brutto 6,2 Millionen Euro. Spezialangebote wie „Vergessene Moderne“ oder der mit Tier- und Naturdarstellungen der frühen Neuzeit bestückte Katalog „Creatures“ fanden gesteigerte Aufmerksamkeit. Ein Ölbild mit dem Interieur der Pariser Naturalienhandlung Deyrolle von dem New Yorker Maler Max Ferguson brachte hier mit 27.000 Euro den höchsten Preis. Bei den vergessenen Künstlern liegt das düstere Motiv „Schlächterwagen“ von Albert Birkle mit 30.000 Euro an der Spitze.

Herzstück der langwierigen Sitzungen war wie immer die Graphik des 16. bis 19. Jahrhunderts. Die umfangreichen Dürer- und Rembrandt-Passagen wurden nahezu lückenlos aufgenommen. Amerikanische Sammler und Händler gehörten in beiden Partien zu den engagiertesten Bietern. Von den 40 im Hauptteil versteigerten Dürer-Graphiken stellt das Meisterblatt „Der Hl. Hubertus“ mit 28.000 Euro (ohne Aufgeld, wie die folgenden Preise) an der Spitze, die von einem süddeutschen Sammler geboten wurden.

Bei Rembrandt engagierte sich der amerikanische Handel bei einem Frühdruck des „Petite Tombe“ mit 18.000 Euro und dem „Hundertguldenblatt“ im Zweiten Zustand mit 32.000 Euro, während die begehrte „Windmühle“ in einem frühen Druckzustand für 40.000 Euro von einem amerikanischen Sammler ersteigert wurde. Begehrt waren auch die flämischen und holländischen Manieristen. Ein heraldisches Vanitas-Stillleben mit Totenschädel von Jan Saenredam stieg durch New Yorker Privatgebot von 9.000 auf 38.000 Euro. Beim 19. Jahrhundert brachte die Lithographie einer Gebirgsschlucht des Deutsch-Römers Ernst Fries den Überraschungspreis von 16.000 Euro (kalifornische Privatsammlung).

die „Windmühle“ in einem frühen Druckzustand. Ein amerikanischer Sammler bot erfolgreich 40.000 Euro. Quelle: Bassenge
Stets begehrt

die „Windmühle“ in einem frühen Druckzustand. Ein amerikanischer Sammler bot erfolgreich 40.000 Euro.

(Foto: Bassenge)

Auch in der Gemäldeabteilung gab es einige erstaunliche Zuschläge, allen voran 52.000 Euro, die von einem skandinavischen Museum für ein Männerporträt von Detlev Conrad Blunck geboten wurden, der ab 1814 an der Kunstakademie Kopenhagen studierte. Ein süddeutscher Privatsammler ersteigerte für 44.000 Euro eine Goldgrund-Madonna des Sienesers Benvenuto di Giovanni.

In eine österreichische Privatsammlung wanderte für 74.000 Euro, dem Doppelten der Schätzung, ein Bildnis der Tochter des Biedermeier-Malers Joseph Karl Stieler. Ein besonderes Faible für das 19. Jahrhundert zeigte die Auktion der Handzeichnungen, in der die Federzeichnung „Lot und seine Töchter fliehen aus dem brennenden Sodom“ mit 15.000 Euro das Doppelte der Taxe einspielte.

Weniger spannend war das Angebot an Werken der Moderne. Von den höher dotierten Arbeiten gingen zwei Aquarelle von Emil Nolde zurück. Mehrere Lose kamen auf Hammerpreise der Kategorie 20.000 bis 25.000 Euro, darunter ein spätes Mädchenbildnis von Karl Hofer, die Federstudie einer Sitzenden von Käthe Kollwitz, ein Kamelien-Stillleben von Hans Purrmann und das Aquarell eines vor dem Coca-Cola-Emblem sitzenden Aktes von Mel Ramos.

Das Angebot „Meistergraphik deutscher Klassiker“ krönen doppelt eingesetzte 34.000 Euro. Ein Berliner Sammler bot für Karl Schmidt-Rottluffs seltenen frühen Holzschnitt „Ziegelei bei Varel“ und ein New Yorker Sammler für den in maximal 30 Exemplaren gedruckten Holzschnitt „Prophet“ von Emil Nolde.

In der Fotografie-Auktion, die diesmal weniger starke Beachtung fand, kämpften mehrere Sammler im Saal gegen das Telefon, als eine Gruppe von Ulrich Wüsts 57 Vintageabzüge menschenleerer Städte und Landschaften der DDR mit 34.000 Euro auf das Elffache der Schätzung kam. Sieger des Bietgefechts ist ein kalifornisches Museum.

Mehr: Münchener Versteigerungen: Lesen Sie hier, welche Künstler die Umsatzbringer waren.

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