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Galerie Thomas Schulte Parade musealer Kunstwerke

Seit 20 Jahren bereichert die Galerie Thomas Schulte die Berliner Galerieszene um wichtige amerikanische Künstler. Die Jubiläumsausstellung versammelt die großen Namen der Konzeptkunst.
  • Johannes Wendland
04.08.2011 - 15:19 Uhr Kommentieren
Ausstellungsansicht mit A. McCollum (m.), J. Kosuth (m.h.), J. Lasker (l.) und R. Horn (r.). Quelle: S. Belinchen/Galerie Thomas Schulte

Ausstellungsansicht mit A. McCollum (m.), J. Kosuth (m.h.), J. Lasker (l.) und R. Horn (r.).

(Foto: S. Belinchen/Galerie Thomas Schulte)

Berlin Für einen Ladenhüter ist das Kunstwerk in blendender Verfassung. Es blinkt und blitzt. Im rhythmischen Stakkato wechseln die knallbunten Bilder auf den 20 Bildschirmen, die in einem mit chinesischen Ornamenten und Schriftzeichen bemalten traditionellen Lackrahmen stecken. Natürlich handelt es sich dabei um eine Videoskulptur von Nam June Paik, einem Künstler, dessen Werke bei Sammlern und Museen höchst begehrt sind. Doch irgendwie konnte der Berliner Galerist Thomas Schulte diese Arbeit mit dem Titel „Li Tai Po“ von 1988 über die Jahre nicht verkaufen, obwohl er sie immer wieder auf Messen feil bot.

Jetzt ist sie wieder in Schultes Galerie zu sehen, als eines von rund zehn musealen Werken, die aus Anlass des 20. Jubiläums der Galerie in der Ausstellung „1991... (Memorial Promenad)“ zusammengetragen wurden und an die Gründungsjahre dieser führenden Berliner Galerie erinnern. Ein Londoner Privatsammler, der die Arbeit schließlich kaufte, hat sie zur Ausstellung beigesteuert und bietet sie über Thomas Schulte nun erneut an (165.000 US-Dollar).

Plötzlich bewegt sich die Kunst

Große Namen der Konzeptkunst der 1980er- und 1990er-Jahre sind in der Ausstellung vertreten. Etwa Rebecca Horn, jene Künstlerin, mit der Schulte 1991 seine Galerie – damals noch im Berliner Westen – eröffnete. Ihre Arbeit „Memorial Promenade“ (1990),  sie hat der Ausstellung ihren Titel geliehen, ist eine Leihgabe aus dem Karlsruher Zentrum für Kunst und Medientechnologie. Die kinetische Arbeit besteht aus einer Art Zwangsjacke, die schlaff an der Wand hängt. Von Zeit zu Zeit bewegt ein Mechanismus die Ärmel, strafft das Erscheinungsbild des Kleidungsstücks, bevor die Ärmel wieder scheinbar resigniert fallen gelassen werden.

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    Auch Gordon Matta-Clark, Joseph Kosuth, Allan McCollum und Sol LeWitt zählen zu Schultes Künstlern der ersten Stunde und sind mit exquisiten Arbeiten in der laufenden Ausstellung vertreten.

    Zehn Meter Fragezeichen

    Seit 2006 residiert die Galerie in einem ehemaligen Geschäftshaus in der Charlottenstraße im Bezirk Mitte, das der Architekt Hermann Muthesius 1912 erbaute. Der hohe, über zwei Geschosse ragende Showroom mit hohen Schaufenstern an der Ecke des schmucken Gebäudes, in die täglich zehntausende Autofahrer von der Leipziger Straße aus direkt hineinblicken, ist der Ort der Galerie für die monumentalen Arbeiten. Hier ragt jetzt ein großes schwarzes Fragezeichen aus Glasfaser und Borsten in die Luft, begleitet von drei Punkten – Arbeiten von Richard Artschwager, die Schulte an die Fondation Cartier in Paris verkauft hat und die jetzt als unverkäufliche Leihgaben zurückkehrten. Die drei Punkte, die im Titel der Ausstellung wieder auftauchen, mögen im Kontext dieser Ausstellung ebenso auf die kommenden (20?) Jahre der Galerie verweisen wie das nahezu zehn Meter hohe Fragezeichen. 

    Den USA verbunden
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