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Galerien in München Das Programm hält, was es verspricht

Der Kunstherbst München verspricht spannende Ausstellungen rund um die Kunstmessen. Zu entdecken sind Altmeister, Klassizisten und hippe Kunst aus Berlin.
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Deep Gold (Nr. 3). Die Schwarzweiß-Fotografie ist ein Still aus der gleichnamigen Video-Hommage an Luis Bunuel. Sie soll 4.600 Euro plus MwSt. kosten. Quelle: JulianRosefeldt  KÖNIG GALERIE/VG Bild-Kunst
Julian Rosefeldt

Deep Gold (Nr. 3). Die Schwarzweiß-Fotografie ist ein Still aus der gleichnamigen Video-Hommage an Luis Bunuel. Sie soll 4.600 Euro plus MwSt. kosten.

(Foto: JulianRosefeldt KÖNIG GALERIE/VG Bild-Kunst)

München München gibt den Besuchern von insgesamt drei Kunstmessen allen Grund, noch etwas zu verweilen. Schon lange nicht mehr hat im deutschen Kunsthandel eine so bestechende Altmeister-Ausstellung stattgefunden wie „Sir Anthony Van Dyck an his Comtemporaries“ bei Daxer & Marschall (bis 27.10.).

Anstoß dazu gab die große, nächste Woche beginnende Van-Dyck-Schau in der Alten Pinakothek. Der Rubensschüler van Dyck, geniales Talent und Malerstar des Frühbarock, ist mit einer herben Kopfstudie eines Schergen vertreten. Das teuerste Kunstwerk ist die flüssig gemalte Ölskizze für das verschollene Gemälde „Christus mit Dornenkrone“ mit 375.000 Euro jedoch nicht. Partnerin für die fulminante Ausstellung ist die Galerie Agnews aus London. Von ihr stammt die grandiose, im Stile Caravaggios komponierte Szene „Martyrium des heiligen Bartholomäus“ von Matthias Stromer (1,4 Mio. Euro).

Den roten Faden der Ausstellung, bilden die Zeichen des gegenseitigen künstlerischen Austausches zwischen Flandern und den nördlichen Niederlanden. Zu finden sind sie in einem frühen Damenporträt von Rubens (385.000 Euro), Jan Steens theatralischer Genreszene „Der Alchimist“ (600.000 Euro) und in der kraftvollen, mystisch ausgeleuchteten „Studie zweier nackter Männer“ von Jacob Jordaens (1,5 Millionen Euro). Viele der 24 Exponate hat Kurator Dieck Groenwald in europäischen Privatsammlungen akquiriert. Dass sich Museumsschau und Galerie-Event nur vier Tage überschneiden, ist dem drohenden Brexit-Termin am 31. Oktober geschuldet.

Um die Beziehungen zwischen Künstlern geht es auch in der Galerie Arnoldi-Livie. Gemeinsam mit Beck & Eggeling, Livie Fine Art Zürich und der Berliner Galerie Michael Haas suchten sie nach Künstlerfreundschaften (bis 20. Oktober), die nicht durch das Kreuzen von Lebenslinien bestimmt wurden. Hier hängen Günther Förgs Streifen-Gouachen von 1996 (je  20.000 Euro plus MwSt.) neben der streng in Felder aufgeteilten Rötelzeichnung „Ganymed“ (35.000 Euro) des Neoklassizisten Hans Marées von 1886.

Die Abstrakte Komposition von 1993 entstand in Wachspastell in Blau, Türkis und Orange auf Papier. Sie ist mit 15.000 Euro plus MwSt. veranschlagt. Quelle: Arnoldi-Livie; VG Bild-Kunst, Bonn 2019
Günther Förg

Die Abstrakte Komposition von 1993 entstand in Wachspastell in Blau, Türkis und Orange auf Papier. Sie ist mit 15.000 Euro plus MwSt. veranschlagt.

(Foto: Arnoldi-Livie; VG Bild-Kunst, Bonn 2019)

Was Förg und Marées verbindet? „Im Herzen bin ich Klassizist“, hat Förg einmal gesagt und das heißt, in geordneten Strukturen zu denken. Mehr als geistige Freundschaft verband den österreichischen Maler Franz Grabmayr und den Franzosen Eugène Leroy. Für beide war Farbe kein Mittel, Abbildungen auf die Leinwand zu streifen. Sie ist Material des Ausdrucks. Schimmert in Leroys Farbschichtgebilden noch etwas Figürliches durch, sind Grabmayrs Bilder gespachtelte Urgewalten. Die Werke aus den 1980er- und 1990er-Jahren kosten zwischen 32.000 und 48.000 Euro.

Stiller sind die architekturbezogenen Bilder des Malers Heribert C. Ottersbach und des Fotografen Joachim Brohm. Das Reizvolle der Gegenüberstellung liegt im Diametralen. Denn während Brohm einen malerischen Blick in seiner Fotografie (7.000 Euro) entwickelt, nutzt Ottersbach fotografische Anleihen in seiner Malerei (14.000 bis 34.000 Euro).

Berührungsängste zwischen Primär- und Sekundärmarkt kennen Robert Ketterer und Johann König nicht. Das Auktionshaus Ketterer bringt den Spirit Berlins an die Isar und ist Gastgeber der Ausstellung „Szene Berlin Okt. 19“, die von der König Galerie kuratiert wurde. Hip, frisch und frei von Schwerblütigkeit zeigt der Galerist einen Querschnitt seines Programms. Schon von außen ist durch die breite Glasfront des Hauses eine große Leinwand von Norbert Bisky zu sehen. Und es geht weiter mit den derzeit vielversprechendsten Künstlern Deutschlands wie Michael Sailstorfer, Jorinde Voigt, Annette Kelm oder Julian Rosefeldt (bis 25. Oktober).

Mehr: Johann König: Lesen Sie hier, wie dieser Kunsthändler zu seinem Erfolg kam

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