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Getty Research Institute Recherche-Plattform für die Wissenschaft

Kunsthistoriker können sich in Zukunft manche aufwändige Reise sparen. Das Getty Research Portal macht es möglich. Schon jetzt können Wissenschaftler in über 20.000 digitalisierten Büchern recherchieren. Und es werden immer mehr. Alles, was vor 1923 publiziert wurde und lizenzfrei ist, soll online abrufbar werden.
11.06.2012 - 16:17 Uhr Kommentieren
pictoris et geometræ Alberti Dureri . . . (Nuremberg, 1534), nicht paginiert, Albrecht Dürer. (Ausschnitt) Quelle: Getty Research Institute, Los Angeles

pictoris et geometræ Alberti Dureri . . . (Nuremberg, 1534), nicht paginiert, Albrecht Dürer. (Ausschnitt)

(Foto: Getty Research Institute, Los Angeles)

New York Kunsthistorische Recherche ist dank des Getty Research Portal nun viel einfacher. Anfang Juni schaltete das Getty Research Institute (GRI), akademischer Arm des J. Paul Getty Trust in Los Angeles, die neue Rechercheplattform frei. Sie bietet jedermann unlimitierten Zugang zu fast 20.000 digitalisierten Büchern und Texten zur Kunst- und Architekturgeschichte, darunter auch Auktionskatalogen. Das ist aber erst der Anfang. Nach Angaben von Direktor Thomas W. Gaethgens ist geplant, sämtliche kunsthistorische Literatur, die vor 1923 publiziert wurde und damit lizenzfrei ist, zu digitalisieren. Wem also etwa der Sinn danach steht, in einer Erstausgabe von Vasaris  Künstlerviten (1550) zu blättern, kann das jetzt sofort und ohne Reiseaufwand am PC tun und sie anschließend aufs Kindle-Gerät herunterladen. „Unser Portal könnte das am meisten genutzte Instrument kunsthistorischer Recherche an Universitäten und Museen werden“, hofft Gaethgens.

Bestände tragen neben der riesigen Research Library des GRI tragen wichtige Kunstbibliotheken wie die Avery Architectural and Fine Arts Library an Columbia University, Frick Art Reference Library und die Tomas J.Watson Library am Metropolitan Museum in New York, die Heidelberger Universitätsbibliothek und das Pariser Institute National d’Historie de l’Art bei. Jede Bibliothek besorgt Digitalisierung und Katalogisierung selbst. Die Kosten des Projekts trägt das GRI.

In Deutschland digitalisiert unterdessen die Universitätsbibliothek Heidelberg zusammen mit der Kunstbibliothek der Staatlichen Museen zu Berlin und dem Getty Research Institute alle von 1933 bis 1945 erschienenen Auktionskataloge aus Deutschland, Österreich und der Schweiz, um eine neue Quellenbasis zum Kunsthandel im Nationalsozialismus und zu verfolgungsbedingt entzogenen Kunstwerken zu schaffen.

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