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Gregor Schneider Kunstprojekt weckt alte Ängste

Ein klaustrophisches Kunstprojekt für die Ruhrtriennale weckt in Duisburg alte Ängste. Jetzt hat der Oberbürgermeister das Projekt Gregor Schneiders abgesagt. Die Festivalleitung prüft, ob eine neue Arbeit in einer anderen Stadt realisierbar ist.
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Der Künstler Gregor Schneider. Sein beklemmendes Projekt für Duisburg darf nicht realisiert werden. Quelle: Ruhrtriennale, Linda Nylind

Der Künstler Gregor Schneider. Sein beklemmendes Projekt für Duisburg darf nicht realisiert werden.

(Foto: Ruhrtriennale, Linda Nylind)

Duisburg Beklemmende Raum- und Haus-Installationen sind Gregor Schneiders Markenzeichen. Jetzt hat der Oberbürgermeister der Stadt Duisburg das begehbare Werk „totlast“, das Schneider im Rahmen der Ruhrtriennale 2014 im Duisburger Lehmbruck Museum realisieren wollte, kurzfristig abgesagt. Die Bauordnung des Landes Nordrhein-Westfalen sei „naturgemäß auf derartige Kunstwerke schwer bis gar nicht anwendbar“, heißt es in der Stellungnahme der Stadt vom heutigen Montag.

Das Werk sah lange, im Verlauf mehrfach in 45- und 90-Grad-Winkeln abknickende Röhren vor, die vom Publikum einzeln nur in gebückter Haltung hätten passiert werden können. „Ich denke, die Wunden der Loveparade sind noch nicht geschlossen“, fügte Oberbürgermeister Sören Link mit Blick auf die furchtbare Massenpanik von 2010 hinzu, die 21 Menschen das Leben kostete und über 500 Verletzte hinterließ. „Duisburg ist noch nicht reif für ein Kunstwerk, dem Verwirrungs- und Paniksituationen immanent sind, welches mit dem Moment der Orientierungslosigkeit spielt. Ihm sei völlig klar, dass bei dieser Thematik andere Bewertungen möglich seien. Er habe jedoch seine Entscheidung auf der Grundlage seiner „persönlichen Erfahrungen mit dem Thema Loveparade“ getroffen.

Vorgaben waren erfüllt

Mit Entsetzen und Unverständnis reagierten der Künstler, das Team der Ruhrtriennale und das Lehmbruck Museum. Dies sei eine Entscheidung „gegen die Kunst“ und eine "unglaubliche Fehleinschätzung", fasste Hendrik von Boxberg, Sprecher der Ruhrtriennale, die Kritik zusammen. Bereits seit November 2013 wären die Gespräche aller Beteiligten mit dem Bauordnungsamt und weiteren Behörden der Stadt regelmäßig und konstruktiv geführt worden. Alle geforderten und notwendigen Sicherheitsmaßnahmen wären rechtzeitig erörtert und eingeplant worden. „Durch vielfaches Entgegenkommen des Künstlers war letztlich allen Vorgaben des Bauordnungsamtes vollumfänglich entsprochen worden“, heißt es weiter in der Presseerklärung der Ruhrtriennale. Jetzt müssten kurzfristig Alternativen für eine neue Arbeit in anderen Ruhrgebietsstädten geprüft werden.

Gregor Schneider, Jahrgang 1969, wirkt mit seinen gebauten Räumen immer wieder auf die Raum- und Ortswahrnehmungen seiner Besucher ein und provoziert starke persönliche Erfahrungen. Für sein Hauptwerk „Haus u r / Totes Haus u r 1985“ wurde der Künstler 2001 mit dem Goldenen Löwen der Biennale Venedig ausgezeichnet. Aktuell stellt der Künstler in Stommeln bei Köln aus. Sein Werk „Hauptstraße 85 a“ in der Synagoge Stommeln wurde erst jüngst eröffnet und läuft bis 26. Oktober 2014.

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