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"Helmut Newton Polaroids" Ausstellung zeigt Newtons nackte Schnellschüsse

Mit seinen berühmten Nacktfotos wusste der Fotograf Helmut Newton stets zu polarisieren. Jetzt zeigt eine Ausstellung in Berlin Polaroid-Fotos des umstrittenen Künstlers, die dieser mit einer Sofortbildkamera aufnahm.
2 Kommentare
Newtons nackte Schnellschüsse
Helmut Newton
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Die Ausstellung in der Berliner Helmut Newton Stiftung Museum für Fotografie zeigt über 300 Polaroids des berühmten Fotografen.

(Foto: Helmut Newton Estate)
Helmut Newton
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Die Sofortbildkamera gehörte ab den 1970er Jahren zu den ständigen Begleitern Newtons. Vor allem bei Shootings knipste er immer wieder auch zahlreiche Polaroids, um sich zeitnah einen Eindruck der arrangierten Situation zu verschaffen.

(Foto: Helmut Newton Estate)
Helmut Newton
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Mit seinen Nacktaufnahmen sorgte der Star-Fotograf immer wieder für Kontroversen. Frauenrechtlerin Alice Schwarzer konfrontierte ihn einstmals sogar mit dem Vorwurf des Sexismus und Rassismus.

(Foto: Helmut Newton Estate)
Aussellung Helmut Newton Polaroids
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Einige seiner Polaroids versah Newton auf der Rückseite und am Rand mit handschriftlichen Notizen zum jeweiligen Modell, Auftraggeber oder Aufnahmeort. Die Ergänzungen sind auch auf den vergrößerten Abzügen der ausgestellten Polaroids zu sehen und vermitteln dem Betrachter einen Eindruck der Arbeitsweise des Fotografen.

(Foto: dpa)
Aussellung Helmut Newton Polaroids
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Besucher können die Schnellschüsse des umstrittenen Künstler zwischen dem 10. Juni 2011 und dem 20. November 2011 in Berlin bewundern.

(Foto: dpa)
Aussellung Helmut Newton Polaroids
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Die Witwe des 2004 verstorbenen Künstlers, June Newton, hat die Auswahl der Exponate aus dem reichhaltigen Fundus Newtons getroffen. Dabei musste sie aus tausenden Polaroids wählen.

(Foto: dpa)
NEWTON
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Helmut Newtons Arbeit ging stets mit Provokationen einher. Trotz alledem entwickelte er sich zu einem der einflussreichsten Mode- und Aktfotografen über den Karl Lagerfeld einstmals sagte: "Er hat auf seine Art die erotische Fantasie unserer Zeit verändert oder auf jeden Fall stark beeinflusst. Er ist eine Art Zauberlehrling des Bildes des Frau unseres Jahrzehnts."

(Foto: ap)

Berlin Es waren die Testbilder zu seinen berühmten Nacktfotos: Die Polaroid-Ablichtungen dienten Helmut Newton als eine Art Ideenskizze für seine Bildkompositionen. Eine Ausstellung in der Berliner Helmut Newton Stiftung Museum für Fotografie zeigt ab diesem Freitag bis 20. November die Aufnahmen aus der Sofortbildkamera des deutsch-australischen Fotografen.

June Newton, Witwe des 2004 gestorbenen Künstlers, wählte rund 300 Motive aus tausenden Polaroids aus und ließ sie für die Ausstellung „Helmut Newton Polaroids“ vergrößern. Ob für die Modeschöpfer Thierry Mugler und Yves Saint Laurent, für Magazine oder Werbung - Newton erweist sich auch in den Schnellschüssen als Meister der Inszenierung.

„Die Bilder sehen heute wie alte Handabzüge aus“, sagte June Newton am Donnerstag vor der Eröffnung der Ausstellung. Tatsächlich geben die leicht verblichenen Farben, die Unschärfe und das weiche Licht den Fotos historische Patina. Auf der Rückseite der viereckigen Bilder notierte Newton Kommentare zum jeweiligen Modell, Auftraggeber oder Aufnahmeort.

Der Starfotograf hatte die Polaroid-Fotos in Kisten aufbewahrt und war mit ihnen um die Welt gezogen. Er hing sehr an seinem Archiv.

„Als ich ihm einmal vorschlug, die Sammlung zu sortieren und etwas auszumisten, wehrte er energisch ab: „Du wirst mich nicht vom Fotografieren abbringen“. Daraufhin habe ich nichts mehr gesagt“, erzählte June Newton.

Polaroid-Bilder waren in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts sehr beliebt. Nur 60 bis 90 Sekunden dauerte es nach dem Knipsen, ehe sich aus der Polaroid-Kamera ein Papierfoto schob. Dann wurde auf der mit Jod beschichteten Folie das Bild sichtbar. Revolutionär war weniger die Kamera, als das chemische Verfahren, mit dem das Negativ- in ein Positivbild verwandelt wurde.

Der 1920 in Berlin als Helmut Neustädter geborene Künstler verließ Deutschland wegen des Nazi-Regimes. Mit Aufträgen für Hochglanzmagazine wie "Vogue" oder "Elle" machte er sich weltweit einen Namen und prägte die Mode- und Aktfotografie über mehrere Jahrzehnte. Bis heute sorgt Newton mit seinen umstrittenen Abbildungen für Kontroversen. Frauenrechtlerin Alice Schwarzer warf ihm einst Sexismus und Rassismus vor.

Newton selbst stand solchen Diskussionen allerdings distanziert gegenüber: Für ihn zählte die Schönheit des weiblichen Körpers und die Umsetzung seiner Visionen. Selbst gegen die Bezeichnung "Künstler" verwahrte er sich vehement: "Es gibt zwei dreckige Begriffe in der Fotografie, und das sind 'Kunst' und 'Geschmack'", so behauptete er einmal.

Helmut Newton platzierte seine Modelle zumeist in Interieurs und Umgebungen, die in spannungsreichem Kontrast zur Nacktheit seiner Modelle stehen, wie in Girl Flashing On The Grand Canal (Venedig, 1986). Opulente Hotelinterieurs, Swimming Pools, das Leben der Haute Bourgeoisie und postmoderne Stadtarchitektur bilden oftmals die Schauplätze, in denen sich dominante Frauenfiguren und eine ausgeprägt unterkühlte Erotik präsentieren.

Provokation gehört seit jeher zur Arbeitsweise Newtons, der auch in seinen Auftragswerken stets an die Grenze des Gewohnten führte. Durch seine provokanten und gleichzeitig höchst ästhetischen Motive hat er einen immensen Einfluss auf die Mode- und Aktfotografie ausgeübt, der bis heute ikonografisch nachwirkt.

  • dpa
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2 Kommentare zu ""Helmut Newton Polaroids": Ausstellung zeigt Newtons nackte Schnellschüsse"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

  • Du mußt Dich ja nicht vor den Spiegel stellen.

  • Ich finde nackte Menschen hässlich.

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