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Hildegard Becker Millionenschwere Sammlung verschenkt

Der Kunstpalast in Düsseldorf bekommt von der Witwe des Goldschmiedekünstlers Friedrich Becker eine äußerst wertvolle Kunstsammlung geschenkt.
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Der kinetische Ansteckschmuck erzielte bei Lempertz mit Aufgeld 17.360 Euro. Quelle: Lempertz
Friedrich Becker

Der kinetische Ansteckschmuck erzielte bei Lempertz mit Aufgeld 17.360 Euro.

(Foto: Lempertz)

Düsseldorf Es gibt sie noch die selbstlos großzügigen Mäzeninnen. Frauen, die auf einen Gewinn etlicher Millionen Euro für sich oder ihre Erben verzichten. Und stattdessen ein Museum beschenken. So geschehen mit dem abstrakten Gemälde von Gerhard Richter, das Viktoria von Flemming kürzlich der „Gesellschaft der Freunde der Kunstsammlung NRW“  geschenkt hat.

Diese Woche gibt auch der Kunstpalast Düsseldorf bekannt, dass er ein überaus großzügiges Vermächtnis erhalten hat. Hildegard Becker (1928 bis 2018) vermacht dem Museum Gemälde von Lucio Fontana, Heinz Mack und Jan Schoonhoven, dazu graphische Arbeiten und Glasobjekte aus Murano.

Vor allem Mack und Fontana sind am Markt hoch gehandelte Heroen der Zero-Bewegung. Auch wenn die Faustregel „Ein Schlitz, eine Million“ bei dem in eher untypischem Blau gehaltenen Schlitzbild, nicht gelten mag, weil es nur 81 mal 65 Zentimeter misst. Dem „Concetto spaziale, Attese“ mit vier Messerschlitzen wäre ein siebenstelliger Zuschlag in einer Auktion dennoch ziemlich sicher.

Denn das feine Werk von 1968 hat auch eine erstklassige Provenienz. Es stammt aus der Privatsammlung, die Hildegard Becker mit ihrem Mann, Friedrich Becker (1922 bis 1997), zusammengetragen hatte. Der Goldschmiedekünstler war dem Kunstpalast seit langem freundschaftlich verbunden. Ein Preis mit seinem Namen zeichnet den hoffnungsvollen Nachwuchs mutiger Schmuckkünstler aus.

Internationalen Ruhm erlangte Becker ab 1964 mit beweglichem Schmuck, der beim Tragen in Bewegung gerät. Der Gastwirtssohn hatte dafür gleich zwei passende Ausbildungen. Für diese filigrane Kinetik kamen dem experimentierfreudigen Becker sein Wissen als Luftfahrttechniker und als Goldschmied zu gute.

Becker baute selbst auch größere kinetische Objekte. Neben den aus sich selbst herausbewegten Kunstwerken der Op-Art war er auch an der anderen fortschrittlichen Kunstrichtung seiner Zeit, der bei Null ansetzenden Zero-Kunst, interessiert. Becker setzte die Impulse aus der bildenden Kunst um in angewandte Kunst.

Auch dieser Ring mit Chrysopras- und Amethystkugel ist kinetisch. Er erlöste mit Aufgeld 8.060 Euro. Quelle: Lempertz
Friedrich Becker

Auch dieser Ring mit Chrysopras- und Amethystkugel ist kinetisch. Er erlöste mit Aufgeld 8.060 Euro.

(Foto: Lempertz)

Wer den Auktionsmarkt auch beim Schmuck im Auge hat, findet dort neben anderen Größen des modernen, rheinischen Goldschmiedehandwerks immer wieder auch avantgardistische Geschmeide von Friedrich Becker. Im Auktionshaus Lempertz kamen in der Frühlingsauktion etwa zehn kinetische Arbeiten von Becker unter den Hammer.

Alle Werke konnten verkauft werden, bisweilen auch zum Vielfachen der Schätzpreise. Ein kinetischer Anstecker wechselte (mit Aufgeld, ohne Mwst.) für 17.360 Euro den Besitzer. Ein gekreuzter Armreif mit Diamanten brachte 16.120 Euro. Ein Ring, bei dem eine Chrysopras- und Amethystkugel in Bewegung geraten, 8.060 Euro.

Zurück zum Kunstpalast. Die Bilder der Zero-Kunst sind ab sofort in der Moderne-Sammlung zu sehen. Heinz Macks silbern schimmernde Assemblage „O.T. (Flügel)“ ist ein poetisches Werk mit Alustrukturen aus dem Jahr 1965. Jan Schoonhovens „R 69 – 35“ ein Rasterbild in cremeweiß, in dem der Schatten eine Rolle spielt. Und der eingangs erwähnte Fontana revolutioniert Begriff und Möglichkeiten der Malerei in den Raum hinein. Alles eminent wichtige Bilder, die sich der Kunstpalast zu Marktpreisen niemals hätte leisten können.

Mehr: Die Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen in Düsseldorf bekommt zum zweiten Mal ein wertvolles Gerhard-Richter-Gemälde geschenkt.

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