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Interessengemeinschaft Deutscher Kunsthandel Gemeinsam gegen die Überregulierung

Der deutsche Kunsthandel ächzt unter gesetzlichen Auflagen und Besteuerungsregeln. Inzwischen kämpft er mit einer Stimme um bessere Standortbedingungen.
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Sprecherin der
Christina Berking

Sprecherin der "Interessengemeinschaft Deutscher Kunsthandel" und Partnerin der in Hamburg ansässigen Kanzlei Buse Heberer Fromm

(Foto: privat)

DüsseldorfAnders als die Schlagzeilen Glauben machen wollen: Der Kunstmarkt ist im Branchenvergleich ein kleines Licht. Über 400 Milliarden Euro wurden allein in der Automobilbranche in Deutschland im Jahr 2018 umgesetzt, 2,2 Milliarden Euro waren es laut den offiziellen Angaben des Bundesministeriums für Wirtschaft im Kunsthandel. Auch in Relation zu den weltweiten Kunstumsätzen, die Clare McAndrew im Art Basel & UBS Kunstmarktreport mit 67,4 Milliarden Dollar bezifferte, ist der deutsche Markt ein Zwerg.

Die Zahlen, die der auf Kunst spezialisierte Versicherungsmakler Stephan Zilkens im Frühjahr zur Eröffnung seines alljährlichen „Kölner Kunstversicherungsgesprächs“ referierte, sind ernüchternd. Und sie passen so gar nicht zum Ausmaß an gesetzlichen Auflagen und Besteuerungsregeln, die der deutsche Kunsthandel hierzulande zu schultern hat. Als „unnötig überreguliert“ bezeichnet ihn die Juristin Christina Berking, Sprecherin der „Interessengemeinschaft Deutscher Kunsthandel“, die erst vor wenigen Monaten gegründet wurde.

Eigentlich hätte der Kunsthandel diese Art von Dachverband schon viel länger gebraucht. Spätestens seit der Fall der ermäßigten Mehrwertsteuer drohte, hätte der Bundesverband Deutscher Galerien und Kunsthändler (BVDG) Unterstützung nötig gehabt. Er focht diesen Kampf bis zum Erlass 2014 so gut wie alleine aus. Erst als 2016 das deutsche Kulturgutschutzgesetz kam, formierte sich als gemeinsame Initiative das „Aktionsbündnis Kulturgutschutz“, Ausgangspunkt der nun gegründeten Interessengemeinschaft.

„Sechs Verbände mit insgesamt rund 1.000 Mitgliedsunternehmen aus Galeristen, Kunst- und Münzhändlern, Antiquaren und Auktionatoren wollen nun mit einer Stimme die finanz-, wirtschafts- und rechtspolitischen Rahmenbedingungen für den Kunsthandel mitgestalten, damit er gut gedeihen kann“, fasst Christina Berking das Ziel zusammen. Auf der Agenda stehen das Kulturgutschutzgesetz mit seinen, den Handel überproportional belastenden Sorgfaltspflichten und Richtlinien der EU. Hier wird es in Kooperation mit den in Brüssel ansässigen internationalen Kunsthändler- und Kunstversteigerer-Verbänden CINOA und E.F.A. (European Federation of Auctioneers) vor allem um die bevorstehende Umsetzung der EU-Einfuhrverordnung gehen, da sie weitere Einschränkungen und bürokratische Hürden für den Kulturgüterhandel mit sich bringen wird.

Termin: Für den 15. Oktober 2019 plant die Interessengemeinschaft Deutscher Kunsthandel eine Veranstaltung zum Thema Restitution. Den Rahmen bildet die "Highlights - Internationale Kunstmesse München".

Mehr: Eine neue EU-Verordnung soll Kunstimporte europaweit regeln. Lesen Sie hier, wie die EU die Einfuhr von Kulturgütern stärker kontrollieren will.

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