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Kaiser Wilhelm Museum Krefeld Im Schatzhaus der Kunstbewegungen

Aus den Negativschlagzeilen ist das Kunstmuseum Krefeld hinaus. Nach sechs Jahren Runderneuerung lockt eine vielseitige und überraschende Ausstellung in den Palastbau.
Installationsansicht mit Werken von Kiki Smith, Artgen van Leyden und von Carben-Meister im wieder eröffneten Kaiser Wilhelm Museum, Krefeld. Quelle: 2016 Kiki Smith, Foto: Kunstmuseen Krefeld
Alte und junge Kunst im Dialog

Installationsansicht mit Werken von Kiki Smith, Artgen van Leyden und von Carben-Meister im wieder eröffneten Kaiser Wilhelm Museum, Krefeld. Quelle: 2016 Kiki Smith, Foto: Kunstmuseen Krefeld

Krefeld Der Neo-Renaissance-Prachtbau verspricht allein schon durch seine aufwendige Architektursprache Großes. Das wieder eröffnete Kaiser Wilhelm Museum in Krefeld löst diese Verheißung locker ein. Nach sechs Jahren Schließzeit sowie Umbau- und Modernisierungskosten (Klima!) von 17,7 Millionen Euro hat die Stadt wieder einen intellektuell pulsierenden Mittelpunkt. Gelungen sind die Neugestaltung des Eingangsbereichs samt dem neuen Treppenaufgang, aber auch die Präsentation der Sammlung.

Sie ist nicht nur ein Schatzhaus für die großen Bewegungen, die von der Düsseldorfer Akademie ausgingen (Becher-Schule) oder vom Rheinland (Beuys). Der in Kürze in den Ruhestand tretenden Direktor Martin Hentschel spielt in der Eröffnungsschau mit dem Titel „Das Abenteuer der Sammlung I“ die Trumpfkarten des Hauses geschickt aus.

Über den Tellerrand hinaus

Denn der Bestand in den Kunstmuseen Krefeld umfasst nicht nur Malerei und Skulptur, Installation und Fotografie des 20. und 21. Jahrhunderts. Keramik, Wandmalerei und mittelalterliche Glaubenszeugnisse zählen auch dazu. Dieser Bestand wird mit kurzen Zitaten ausgesprochen elegant integriert.

Eine spätgotische Anna-Selbdritt-Skulptur aus dem Moselgebiet und eine „Heilige Sippe“ von Derick Baegert treffen auf eine Alu-Skulptur von Kiki Smith, in der sie sich als Künstlerin sieht, der eine Idee und nicht eine Schwangerschaft wie bei Maria, verkündet wird. Moderne Putti-Interpretationen von Anne Chu fliegen durch den „Glaubens“-Raum mit dem Kreuz von Arnulf Rainer.

Gelungene Querverbindungen

Etwas später folgt ein beeindruckender Raum mit den Avantgarden, inszeniert als Dialog von Malerei und Skulptur. Bildern von Dill, Heckel, Campendonk, Nolde und Slevogt steht eine Reihe aufgesockelter Kleinskulpturen gegenüber: Picasso, Rodin, Lehmbruck, Yves Klein, Constant und Berto Lardera. Steht man dann vor Ernst Ludwig Kirchners Gemälde „Heiliger Familie“, gemalt im Pink und Türkis des Spätwerks, blickt der Besucher wieder herüber zu den mittelalterlichen Tafelbildern und Skulpturen.

Joseph Beuys als Herzstück
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