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Karl & Faber "Dieses Zeug ist zum rasend werden"

Bereits Goethe war verrückt nach den Scherenschnitten von Philipp Otto Runge. Jetzt kommen einige der begehrten Blätter bei Karl & Faber unter den Hammer. Seltene Kupferstiche altdeutscher Künstler runden die Offerte ab.
30.10.2014 - 18:30 Uhr Kommentieren
Ausschnitt aus dem Scherenschnitt

Ausschnitt aus dem Scherenschnitt "Bohnenzweig" von Phillip Otto Runge. Er stammt aus dem Nachlass des Runge-Forschers Jörg Träger.

München Für Liebhaber des Symbolismus und der Romantik wird die kommende Auktion bei Karl & Faber sicher ein Höhepunkt der Herbstsaison. Zu den Glanzlichtern der Offerte am 7. November 2014 zählen drei der begehrten Weißschnitte von Philipp Otto Runge, die durch ihre klare Schönheit faszinieren. Zwei der Blätter, die Mohnblume, die mit 35.000 bis 45.000 Euro angesetzt ist, und der Birnenzweig mit einer Taxe von 30.000 bis 40.0000 Euro stammen direkt aus dem Besitz der Künstlerfamilie Speckter, die wiederum die Werke von Runges Lehrer Heinrich Joachim Herterich geerbt hatte.

In den letzten neun Jahren waren die filigranen Scherenschnitte nur bei Karl & Faber im Angebot und verzeichneten Höchstpreise. Bereits Ende der 1970er-Jahre wurden hier Maßstäbe gesetzt, im November 2005 spielte eine „Narzisse“ laut Preisdatenbank Artnet 86.000 Euro ohne Aufgeld ein.

Graziler Bohnenzweig

Besonders grazil und von ausgezeichnetem Zustand ist der „Bohnenzweig“ aus dem Nachlass des Runge-Forschers Jörg Träger. 35.000 bis 45.000 Euro werden dafür erwartet. Ebenfalls aus dem Träger-Erbe stammt die berühmte programmatische Kupferstichfolge der „Zeiten“ (2. Auflage), die dem jungen Runge den künstlerischen Durchbruch bescherten. Die Blätter des Zyklus‘ hingen auch in Goethes Musikzimmer in Weimar, der darüber sagte „dieses Zeug ist zum rasend werden, toll und schön zugleich“. Allerdings ist der „Morgen“ ziemlich beschädigt. Das wirkt sich natürlich auf den Schätzpreis aus, der bei 30.000 bis 40.000 Euro liegt.

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