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Kunst im Netz Mit der Maus die Kunst aufspüren

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Eine Online-Ausstellung mit Werken von Fred Sandback bei dem Londoner Kunsthändler Emanuel von Baeyer (Screenshot, Ausschnitt)) Quelle: Von Baeyer, London

Eine Online-Ausstellung mit Werken von Fred Sandback bei dem Londoner Kunsthändler Emanuel von Baeyer (Screenshot, Ausschnitt))

(Foto: Von Baeyer, London)

Virtuelle Dom-Besichtigung
Viele Museen wollen breite Zielgruppen für die Vielfalt ihrer Sammlungen begeistern, ist zu hören. Je nach Sicht soll der digitale Einblick als Vorbereitung auf den persönlichen Besuch oder aber als intensive Nachbereitung des bereits Gesehenen dienen. Gleiches Ziel verfolgt der Dom zu Speyer. Der monumentale Sakralbau ist seit Sommer online und dank einer 360 Grad-Ansicht nicht nur bis in den letzten Winkel zu erkunden, sondern anhand virtueller Infotafeln regelrecht zu studieren. Untermalt wird der Rundgang durch die passende Geräuschkulisse: Wer sich in der Krypta befindet, hört Orgelklänge, wer den Domgarten besucht, kann dem Gezwitscher der dort heimischen Vögel lauschen. Der Generationen übergreifende Ansatz von „Kaiserdom Speyer Virtuell“ lautet, das Weltkulturerbe 1:1 im Internet abzubilden und für Besucher weltweit online begehbar zu machen. Idealerweise – so erhofft man sich - folgt auf die virtuelle Begehung der reale Besuch des imposanten Gebäudes.

Auch das „Netzwerk Graphische Sammlungen NRW“ nutzt die Gunst der Stunde, um eine möglichst große und neue Klientel zu generieren. Seit März dieses Jahres präsentieren darin zahlreiche Graphische Sammlungen in Nordrhein-Westfalen ihre Bestände. Über die aufgeführten Museen gelangt man zu deren Sammlungsobjekten. Außerdem gibt es Hinweise zu Veranstaltungen und Ausstellungen. Ein Glossar im Service-Bereich informiert darüber hinaus über die verschiedenen Techniken.

Themenschau im Internet

Ein Vertreter für Graphik ist auch die New Yorker Galerie Moeller Fine Art, mit Filiale in Berlin. Anhand eines erstmals - im Wortsinn „ausgestellten“ - Online-Katalogs, sind hier seit kurzem seltene Holzschnitte des Künstlers Lyonel Feininger zu bewundern. Mit wenig Klicks kann der Interessierte hier durch die Seiten blättern und einen sehr präzisen Einblick in das Werk des Grafikers, Malers und einstigen Bauhaus-Lehrers nehmen.

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    Ebenfalls neue Wege geht Emanuel von Baeyer mit seinem gleichnamigen „Cabinet“. Seit gut einem Jahr kuratiert der in London ansässige Jung-Galerist neben seinem realen Galeriebetrieb kleine, aber feine Internet-Themenschauen. Das Internet erlaube ein experimentelleres, kostengünstigeres und weniger aufwändiges Vorgehen, ist von Baeyer überzeugt. Pro Ausstellung habe er – mit steigender Tendenz - bis zu 500 Besucher, die nicht nur bei der Ankündigung hängen bleiben, sondern auch auf die einzelnen Seiten gehen.

    „Flat work“ lautet von Baeyers Devise, da alles was flach und nicht dreidimensional ist, gut im Internet abzubilden ist. Entsprechend werden nur Arbeiten auf Papier, Fotografien, Zeichnungen und Druckgraphiken auf der digitalen Plattform präsentiert, und davon nicht zu viel. „18 bis 36 Arbeiten reichen“, so von Baeyer: „Oft wird der ganze Bestand ins Netz geladen. Das ist zu unkonzeptionell“.

    Online geht nur bezahlbare Kunst

    Als Käuferklientel gibt von Baeyer die gleiche an wie im regulären Kunsthandel, allerdings würden ihn viele schon von Messen und Katalogen kennen. Um erfolgreich zu sein, müsse man ein Vertrauensverhältnis haben, ist er überzeugt. Seine Netz-Arbeiten kosten das Gleiche wie in der Galerie oder auf Messen. Allerdings würden nur Objekte mit Preisen bis zu 20.000 Euro ins Internet gestellt, da mit höheren Preisen dort schlecht zu handeln sei. „Es muss bezahlbar bleiben. Für teure Bilder ist das Internet nicht das richtige Medium“, ist von Baeyer überzeugt. Andererseits soll das Web-Angebot kein billiger Warenkorb sein, sondern lediglich ein anderes Konzept darstellen, mit gleicher Intensität, gleichem Geschmack und künstlerischem Anspruch wie in der Galerie.

    Mit einer fotografischen Abteilung („klassische bis zeitgenössische Fotografie, keine Werbefotografie“) will von Baeyer sein Angebot demnächst aufstocken. Wiebke Löper wird den Reigen eröffnen. Für den ambitionierten Galeristen ist eine virtuelle Ausstellung „eine Ausstellung, die man schnell gesehen hat, zu der man nicht hingehen muss. Passend für diese schnelllebige Welt“.

    • Cornelia Ganitta
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