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Kunst-Versteigerungen Alte Meisterinnen setzen sich bei Auktionen in New York an die Spitze

Sotheby's macht Kasse mit Gemälden von Künstlerinnen. Den höchsten Preis der Woche erzielt jedoch eine Rubens-Zeichnung.
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Zwei Telefonbieter rangen um das überlebensgroße Porträt von Muhammad Dervish Khan. Erst bei 7,2 Millionen Dollar fiel der Hammer, ein Rekordpreis für eine Alte Meisterin. Quelle: Sotheby’s
Elisabeth Vigée-Le Brun

Zwei Telefonbieter rangen um das überlebensgroße Porträt von Muhammad Dervish Khan. Erst bei 7,2 Millionen Dollar fiel der Hammer, ein Rekordpreis für eine Alte Meisterin.

(Foto: Sotheby’s)

New YorkSotheby‘s ist konfrontiert mit dem Geschmackswandel weg von den Alten Meistern, dem Wunsch der Museen nach Diversifizierung ihrer Sammlungen und selbst auf der Suche nach einer jüngeren Käuferschaft.

Deshalb trug der Versteigerer für die New Yorker „Master Week” Ende Januar 21 Gemälde von 14 Künstlerinnen vom 16. bis zum 19. Jahrhundert zusammen. Unter dem Titel „The Female Triumphant” wurden sie in verschiedene Auktionen eingespeist.

Eine schöne Idee, aber von den elf Bildern gemischter Qualität, die allein in der Abendauktion Alter Meister angeboten wurden, konnten sich nur die Besten durchsetzen, etwa Angelika Kauffmann und Fede Galizia.

Letztere erfand das Stillleben im Barock mit. Galizias Bild mit Quitten und Pfirsichen realisierte taxgemäße 2,4 Millionen Dollar.

Triumph der Hofmalerin

Die fleißige französische Hofmalerin Elisabeth Vigée-Le Brun aber hat nach großen Retrospektiven in Paris und New York diese Art der Unterstützung überhaupt nicht nötig. Mit einem überlebensgroßen und ungewöhnlichen Porträt „Mohammed Dervich Khan, ambassadeur du sultan de Mysore” (1788) in Landestracht dominierte sie die Top-Ten Liste des Abends. Zwei Telefonbieter fühlten sich beim Ausruf von 3,9 Millionen Dollar herausgefordert, aber erst bei 7,2 Millionen Dollar, Vigée-Le Bruns neuem Rekord, fiel der Hammer.

„Das Bild hakt gleich mehrere aktuelle Museumsinteressen ab: an Kunst von Frauen und auch am Islam”, bestätigte ein Kurator.

Sotheby’s spielte am Abend 52,7 Millionen Dollar für 60 verkaufte Werke ein bei einem Losabsatz von 76 Prozent. Das entspricht weitgehend dem Ergebnis des letzten Jahres. Konkurrent Christie’s kündigte seine Auktion Alter Meister für den 2. Mai an, wo sie zum vierten Mal wieder Teil der gattungsübergreifenden „Classic Week” sein wird.

Gefragt war bei Sotheby’s auch eine qualitätvolle Gruppe holländischer Werke aus einer prominenten New Yorker Sammlung. Allen voran setzte sich ein winziges Kabinettbild des Utrechter Carravaggisten Joachim Wtewael, das auf nur 16 mal 20 Zentimetern mit einigem Humor fast 50 Personen beim „Göttermahl” unterbringt.

Bei 5,9 Millionen Dollar brutto bestätigte es die Erwartung, die allerdings für das winzige Format hoch angesetzt war. Künftig wird es eine empfindliche Lücke in der Sammlung des Centraal Museum Utrecht füllen.

Die Terrakotta-Gruppe mit dem über Goliath triumphierenden David verkaufte sich für 337.500 Dollar. Geschätzt war sie auf 180.000 bis 220.000 Dollar. Quelle: Sotheby’s
Giuseppe Maria Mazza

Die Terrakotta-Gruppe mit dem über Goliath triumphierenden David verkaufte sich für 337.500 Dollar. Geschätzt war sie auf 180.000 bis 220.000 Dollar.

(Foto: Sotheby’s)

Gut lief es auch für das Goldgrundgemälde “Heiliger Antonius Abbas” (um 1345) von Taddeo Gaddi, Giottos begabtestem Schüler. Nachdem es bereits erfolglos auf Messen in London und New York gezeigt worden war, interessierte es bei einer auf 800.000 bis 1,2 Millionen Dollar reduzierten Erwartung nun gleich drei Bieter. Sie hievten es auf gut 2 Millionen Dollar mit Aufgeld.

Neuer Rekord für eine Rubenszeichnung

Der Spitzenpreis der Woche von 8,2 Millionen Dollar fiel allerdings in Sotheby’s Zeichnungsauktion am Vormittag des 30. Januar: Peter Paul Rubens große Kohlezeichnung eines Nackten, eine Studie für den monumentalen Altar in Antwerpens St. Walburga Kirche, erneuerte auch gleich den Rekord für eine Rubenszeichnung.

Neben zwölf weiteren Blättern bei Sotheby’s gehörte sie in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts zur superben Sammlung des holländischen Königs Willem II. Sie wurden nun (unter öffentlichem Protest in den Niederlanden) von Prinzessin Christina, einer Tante des regierenden Königs Willem-Alexander, verkauft.

Nur ein Blatt der Gruppe wurde nicht zugeschlagen, die restlichen zwölf spülten allein 11 Millionen Dollar in die Kassen bei einer Erwartung, die bei nur 2,7 bis 3,7 Millionen Dollar gelegen hatte. Unter dem Strich fuhr die Auktion mit einem Gesamtertrag von 15,1 Millionen Dollar das beste Ergebnis der Kategorie bei Sotheby’s ein.

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