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Kunstauktion bei Lempertz Über eine Million Euro für einen Schwamm

Das Versteigerungshaus Lempertz in Köln erlöste für eine blaue Skulptur von Yves Klein 1,2 Millionen Euro. Das ist das Topergebnis aus der Abendauktion moderner und zeitgenössischer Kunst.
18.06.2021 - 12:08 Uhr Kommentieren
Die Schwammskulptur
Yves Klein

Die Schwammskulptur "Sculpture éponge bleue sans titre, (SE 328)" (um 1959).

(Foto: Lempertz; VG Bild-Kunst, Bonn 2021)

Düsseldorf Für 1,2 Millionen Euro konnte Henrik Hanstein, Chef des Auktionshauses Lempertz, am Donnerstagabend eine Schwammskulptur von Yves Klein versteigern. Geschätzt war sie auf lediglich 400.000 bis 600.000 Euro.

Bis 850.000 Euro kamen die Gebote im Saal und online flüssig. Dann verlangsamte sich der Elan. Nach ein paar witzigen Bemerkungen, auch über die ungewöhnliche Größe des blaugefärbten Naturschwamms, fiel der Hammer schließlich bei einer Million Euro. Mit dem Aufgeld, das der Käufer zu bezahlen hat, liegt der Preis für die ultramarine Skulptur bei brutto 1.220.000 Euro.

Der radikale französische Künstler Yves Klein (1928-1962) lehnte Kunst, die abbildet oder komponiert, entschieden ab. Ihm ging es stets um das Geistige und Unfassliche. Das fand er vor allem in der Farbe Blau symbolisiert, wie sie in Himmel, Luft, Meer und auch im Feuer vorkommt.

Klein war auf der Suche nach einem stark leuchtenden Blau. Als er eine Rezeptur gefunden hatte, bei der das reine Pigment nicht von Bindemitteln optisch verfälscht wird, ließ er sich diese Farbe sogar patentieren. Sein tiefes Ultramarin heißt seitdem „I.K.B. (International Klein Bleu)“.

Der Schwamm ist ein Naturprodukt von individueller Gestalt, luftig löchrig und doch kompakt. Yves Klein montierte die blauen Schwämme auf Metallstäbe und fixierte diese 1959 in einem Steinfuß. 1961 erzeugte die Blaue Zone, ein Ausstellungsraum im Museum Haus Esters in Krefeld, gleichermaßen Irritation und Begeisterung. Besucher glaubten sich am Mittelmeer, so stark leuchteten die Schwammskulpturen.

Das von Lempertz versteigerte Exemplar figurierte auch in der von dem berühmten Museumsdirektor Paul Wember eingerichteten Überblicksschau. Diese Tatsache und die geringen Altersspuren führten auch zu dem Preisanstieg.

Die 1,2 Millionen für Yves Kleins Skulptur zeigen deutlich, dass die durch die Pandemie aufgestaute Freude an Kunst auf liquide Mittel trifft. Das beweisen auch die 2,3 Millionen Euro, die Van Ham kürzlich für die seltene, komplette Serie der „Flowers“-Drucke von Andy Warhol einnehmen konnte. Oder die 1,5 und 1,2 Millionen Euro, die bei den Grisebach-Auktionen in Bilder von Max Liebermann und Franz Wilhelm Seiwert investiert wurde.

Eine ausführliche Besprechung der Lempertz-Auktionen lesen sie am 25. Juni auf den Kunstmarktseiten im Handelsblatt.

Mehr: Grisebach Auktionen: Onlinekunden sind mit Höchstgeboten dabei

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