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Kunstauktionen Phillips baut seinen Marktanteil aus

Das Versteigerungshaus Phillips erweitert sein Angebot, sichert sich Top-Personal und kann damit seine Marktmacht gegenüber Christie’s und Sotheby’s vergrößern.
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Das düstere Gemälde von 1988 vervielfachte seinen Preis auf 1,2 Millionen Pfund. Quelle: Phillips
Marlene Dumas „Losing (Her Meaning)“

Das düstere Gemälde von 1988 vervielfachte seinen Preis auf 1,2 Millionen Pfund.

(Foto: Phillips)

LondonDas Auktionshaus Phillips drängt nach vorn. Während die Auktionen zeitgenössischer Kunst bei den Mitbewerbern Christie’s und Sotheby’s trotz guter Ergebnisse insgesamt unter den Erwartungen lagen, gewinnt das kleinere Haus weiter Marktanteile. Nimmt man Abend- und Tagesauktionen aller drei Auktionshäuser zusammen, versteigert Phillips 24 Prozent der angebotenen Werke. Der Umsatz der Abendauktion allein stieg im Vergleich zum Vorjahr um neun Prozent auf 36 Millionen Pfund.

Dementsprechend gab sich Cheyenne Westphal, die deutsche Chairwoman, im Gespräch mit dem Handelsblatt sehr zufrieden. Sie begründet den Erfolg des Hauses zum einen mit der Verstärkung des Angebots im gesamten Bereich des 20. Jahrhunderts. Erfolgreich konnte sie deshalb einen frühen Picasso anbieten, aber auch Werke von Alberto Giacometti, Roy Lichtenstein und Alexander Calder. Chefin Westphal gibt sich kampfeslustig. „Wir wollen uns jede Saison verbessern und Zugewinn machen.“

Top-Personal angeworben

Zum anderen erweiterte Phillips das Team und wirbt erfolgreich Veteranen anderer Auktionshäuser. David Norman, ehemals Moderne-Spezialist bei Sotheby’s, wurde als neuer Amerika-Chef eingeführt, während Elizabeth Goldberg als Spezialistin für amerikanische Kunst vor allem den New Yorker Markt bedienen wird. Der 73-jährige New Yorker Jamie Niven wurde gerade als spezieller Berater des CEOs Ed Dolman annonciert. Beide werden vor allem damit beschäftigt sein, den Zirkel an hochkarätigen, internationalen Topkunden weiter auszubauen.

Das Haus ist bemüht, den Ruf loszuwerden, sich nur auf junge Kunst zu konzentrieren. Die Auktion der letzten Woche zeigt, dass dieser Wechsel im Werden ist. Wenn Phillips auch keine Werke über zehn Millionen Pfund anbieten konnte, verzeichnete es doch solide Ergebnisse mit Blue-Chip-Werken.

Roy Lichtensteins „The Conductor“ von 1975 erzielte im mittleren Bereich der Schätzung fünf Millionen Pfund, während Pablo Picassos Spätwerk „Homme assis (Mardi gras)“ von 1972 ebenfalls in der Mitte drei Millionen Pfund brachte. Beide Werke kamen aus der Sammlung von Miles und Shirley Fiterman, die in New York, London und Hongkong in mehreren Auktionen angeboten werden. Teile der Sammlung des verstorbenen Geschäftsmanns aus Minneapolis waren bereits 2015 von Christie’s versteigert worden, jetzt führt Phillips den Verkauf weiter.

An zeitgenössischer Kunst konnte das Haus auch schwierige Werke gut an den Mann bringen. Marlene Dumas’ marktfrisches Bild „Losing (Her Meaning)“ von 1988 zeigt eine Frau im dunklen Wasser, die sich zu ertränken scheint. Trotz des düsteren Themas überboten sich fünf Interessenten sechs Minuten lang. Weit über der Schätzung von 400.000 bis 600.000 Pfund kostete „Losing (Her Meaning)“ am Ende 1,2 Millionen Pfund.

Mehr: Auktionen für zeitgenössische Kunst in London: Lesen Sie hier, warum Höchstzuschläge diesmal ausblieben.

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