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Kunsthandel „Kunstfonds sind als Anlage ungeeignet“

Die Absage an die beliebte Asset-Klasse formuliert der Wirtschafts- und Kunstwissenschaftler Noah Horowitz in seinem Buch. Tabellen belegen das traurige Schicksal der Art Funds.
  • Stefan Kobel
22.04.2011 - 09:24 Uhr Kommentieren
Buchcover

Buchcover "Art of the Deal": Das Buch basiert auf einer Dissertation.

(Foto: Princeton University Press)

Berlin Es gibt genug Gründe, Noah Horowitz skeptisch zu begegnen. Der Autor des Buchs „Art of the Deal“ ist Direktor der virtuellen Kunstmesse Vipartfair, deren erste Ausgabe im Januar mit Pauken und Trompeten wegen technischer Probleme unterging. Auch klingt der Untertitel „Contemporary Art in a Global Financial Market“ eher so, als handelte es sich bei dem Werk um eine weitere kaum verbrämte Verkaufsbroschüre für des Kaisers neue Kleider. Davon hat man in den letzten Jahren schon zu viele gesehen, und viele von ihnen schwärmten vom Kunstmarkt als das Land, in dem für Anleger Milch und Honig flössen, wenn man sein Geld nur richtig anlegte und den Ratschlägen der Autoren folgte.

Doch „Art of the Deal“ ist anders. Das Buch basiert auf der Dissertation des Autors am Courtauld Institute in London und ist daher vor allem ein wissenschaftliches Werk. Das ist seine Stärke und Schwäche zugleich.

Denn der Untersuchungsgegenstand war zunächst auf zwei sehr exemplarische Marktsegmente beschränkt. Um seine Theorie zu den Vermarktungsmechanismen zu entwickeln, wählte Horowitz die sehr überschaubaren Sparten Video und das, was er „Experimental Art“ nennt – Kunst der Performance etwa, die nur punktuell erlebbar ist, etwa wenn der Künstler Rirkrit Tiravanija für die Vernisagengäste kocht und sich als Anstifter von Kommunikation begreift.

Die beiden jungen Kunstrichtungen sind für den Rahmen einer solchen Studie gut geeignet, da ihr Markt relativ klein ist. Das ist allerdings gleichzeitig ein Nachteil. Verallgemeinerungen auf die gesamte Branche sind nur begrenzt möglich. Zudem scheint das Thema nicht für jeden relevant, der den Kunstmarkt verstehen will. Gleichzeitig erlaubt diese Beschränkung eine Tiefe der Analyse, wie sie bisher wohl kaum geleistet wurde.

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    Für Leser, die etwas über Kunst als Investment wissen wollen, ist die zweite Hälfte des Buchs der wirklich interessante Teil.

    Das Kapitel über Art Investment Funds gehört zum Luzidesten, das jemals über das Thema geschrieben wurde. Der Autor mit wirtschaftswissenschaftlicher und kunsthistorischer Ausbildung hat im Laufe seiner Recherchen fundiertes Wissen über die Geschichte dieser Produkte erworben, das er mit seinem wirtschaftswissenschaftlichen Instrumentarium analysiert. Das Ergebnis ist einigermaßen ernüchternd.

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