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Kunstmarkt Auktionen in Köln: Spitzenzuschläge machen sich rar

Die Auktionshäuser Lempertz und Van Ham setzen Moderne und zeitgenössische Kunst zwar gut ab, jedoch auf insgesamt niedrigeren Preisniveaus.
05.12.2019 - 14:01 Uhr Kommentieren
Um die 1912 auf Malkarton geschaffene „Astrale Komposition VI“ wurde heftig gekämpft (Detail). Quelle: Van Ham
Wilhelm Morgner

Um die 1912 auf Malkarton geschaffene „Astrale Komposition VI“ wurde heftig gekämpft (Detail).

(Foto: Van Ham)

München Das unverwechselbare Blau des Malers Yves Klein stand am Wochenende im Kölner Kunsthaus Lempertz hoch im Kurs. Innerhalb der Herbstauktionen mit Klassischer Moderne, zeitgenössischer Kunst und Fotografie wurde die handliche, monochrome Leinwand aus dem Jahr 1957 mit 484 000 Euro das teuerste Kunstwerk. Doch trotz des auch im internationalen Vergleich beachtlichen Zuschlags sieht Lempertz-Chef Henrik Hanstein den Auktionsverlauf eher nüchtern als euphorisch.

Das Haus erzielte nach Angaben des Hauses diesen Herbst ein hervorragendes, inklusive Aufgeld gerechnetes Gesamtergebnis von elf Millionen Euro und übertraf damit die Umsätze vorheriger Jahre. Gleichzeitig ist die Zahl der Spitzenzuschläge relativ gering. Den rund 750 aufgerufenen Losen stehen nur 23 Erlöse über 100.000 Euro gegenüber.

Stagnation auf hohem Niveau

Lempertz-Chef Hanstein führt sein gutes Gesamtergebnis auf eine breitere Akquise höherwertiger Werke im fünfstelligen Preisbereich zurück. Aber die Versteigerung zeigt auch ein Dilemma des derzeitigen Auktionsmarktes. „Weltweit stagniert er auf hohem Niveau“, sagte er im Gespräch mit dem Handelsblatt.

Besonders deutlich trat die aktuelle Misere bei der klassischen Moderne hervor. Mit der Sammlung Grohmann kam marktfrische Ware zu moderaten Taxen zum Aufruf. Das Dutzend Gemälde und Zeichnungen von Willi Baumeister, Kandinsky, Fritz Winter und Paul Klee wurde komplett verkauft, aber vorwiegend im Bereich der Schätzungen. Lediglich Joan Mirós Gouache „Femme et oiseaux“ machte einen Satz von taxierten 70.000 auf 161.000 Euro.

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    Das Hauptlos der Moderne-Offerte, Karl Schmidt-Rottluffs Gemälde „Stickendes Mädchen“ von 1909, fand zur unteren Taxe von 250.000 Euro keinen Interessenten. Und knapp ein Drittel der ausgewählten Werke mit Arbeiten von Max Liebermann, Georg Schrimpf oder Emil Nolde ging in den Nachverkauf.

    Bei
    Hermann Glöckner

    Bei "Ohne Titel (violett, schwarz, weiss)" handelt es sich um eine Gouache auf gefaltetem Papier (Detail). Sie verdoppelte die Taxe von 4.000 Euro auf 9.300 Euro mit Aufgeld.

    (Foto: Lempertz, VG Bild-Kunst, Bonn 2019)

    Nur wenige Kunstwerke erlebten dynamische Steigerungen. Zu einem der Topverkäufe avancierte Joseph Beuys’ Bronzeguss „Sonnenkreuz“. Der Schweizer Käufer musste in das seltene Frühwerk aus den ersten Nachkriegsjahren 397.000 Euro und damit mehr als das Doppelte der Taxe investieren. Hans Hartungs lineares Gemälde „T 1955–23A“ von 1955 kletterte von 100.000 auf 235.000 Euro mit Aufgeld. Die Skulptur „Iron Baby“ des begehrten Künstlers Antony Gormley verdoppelte ihre Taxe auf 298.000 Euro. Und Günter Brus ansteigende Marktkurve demonstrierte der Sprung des Pastells „Die rote Tödin“ von taxierten 30.000 auf 124.000 Euro.

    Noch einmal profitierte Lempertz von der Auflösung der Kaufhof-Kunstsammlung, die dem Versteigerer bereits im Frühjahr Erlöse von 3 Millionen Euro in die Kasse gespült hatte. Diesmal kam Heinz Macks fast acht Meter langes, mit den Schattierungen von Blau spielende Mosaik „Klang-Farben“ zum Aufruf. Für 248.000 Euro übernahm eine Immobiliengesellschaft das wandfeste Werk aus der Kölner Kaufhof-Zentrale.

    Fotoauktion enttäuscht

    Eine Enttäuschung bereitete namentlich die Auktion mit 30 ausgewählten Fotos zum 30-jährigen Jubiläum der Fotoauktionen. Karl Blossfeldts Motiv „Eisenhut“ von 1915/20 führt mit 47.000 Euro die Ergebnisliste an. Und Irving Penns Akt „Giselle“ wechselte bei 31.000 Euro den Besitzer. Rekorde sehen anders aus. „Auf dem Gebiet der Fotografie ist das Angebot größer als die Nachfrage“, resümierte Hanstein. „Wir werden jedoch weiter diesen Weg der ausgewählten Werke gehen. Alles andere kommt ins Internet.“

    Das Kölner Auktionshaus Van Ham setzte mit rund 600 Losen in den Bereichen Moderne, Post War und zeitgenössische Kunst sowie etwa 1 600 Losen im Schätzbereich bis 4.000 Euro in der Rubrik „Dicoveries“ rund 7,1 Millionen Euro um. Das Gros der Werke wurde im fünfstelligen Bereich zugeschlagen. Sehr gut liefen Arbeiten von Günther Uecker und Ernst Wilhelm Nay. Auf 309.000 Euro kam Ueckers Nagelbild „Dunkle Spirale“, Nays spätes „Dynamik Bild“ auf 372.000 Euro.

    Ein intensives Bietgefecht lösten die psychedelischen Formen und knalligen Farben Wilhelm Morgners aus. So wurde die „Astrale Komposition“ von 1912 mit 275.000 Euro zu einem der teuersten Bilder des früh verstorbenen Expressionisten auf dem Auktionsmarkt.

    Mehr: 3 Millionen für die Kaufhof-Kunst: Lesen Sie hier über die Versteigerung der Werke aus der Vorstandsetage

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