Kunstmarkt Private-Equity-Fond kauft das Auktionshaus Bonhams

Neuer Eigentümer für das letzte britische Auktionshaus in Privatbesitz: Der Fond Epiris übernimmt Bonhams. Auch personell wird es Umbrüche geben.
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Das Londoner Auktionshaus wurde 1793 gegründet. Quelle: Imago
Bonhams

Das Londoner Auktionshaus wurde 1793 gegründet.

(Foto: Imago)

LondonSchon seit 2014 geht immer wieder das Gerücht um, dass das 1793 gegründete Londoner Auktionshaus Bonhams zum Verkauf stünde. Bonhams ist das einzige international agierende Auktionshaus, das sich noch in britischem Privatbesitz befindet – was sich nun ändern wird. Damals verhandelte Bonhams mit dem chinesischen Auktionshaus Poly International Auction, aber das Geschäft kam nicht zustande.

Seitdem bemüht sich Bonhams, das international (nach Umsatz) an 7. Stelle aller Auktionshäuser rangiert, attraktiv aufzutreten, um einen anderen Käufer zu finden. Erweiterungen in den asiatischen Raum werden noch ausgebaut, 2015 gab es die erste reine Onlineversteigerung, und im gleichen Jahr zog das Haus in erweiterte Räume im Herzen von Mayfair nach Umbauten, die zwischen 30 und 40 Millionen Pfund kosteten.

Danach wurde mit Erfolg die Effizienz gesteigert: Lag der Profit 2016 noch bei 1,6 Millionen Pfund, so waren es Ende 2017 schon 4,9 Millionen Pfund, die das Haus an Gewinn einfahren konnte.

Bonhams geht dabei eine völlig andere Strategie als Konkurrent Phillips an, um hinter Christie’s und Sotheby’s erfolgreich zu agieren. Konzentriert sich Phillips auf Kunst und Design des 20. und 21. Jahrhunderts, bietet Bonhams 60 verschiedene Auktionskategorien an – darunter neben Kunst vor allem Schmuck, Wein und Autos. Zuletzt stellte das Haus in Hongkong einen Weltrekord auf mit einem 60 Jahre alten Whisky für über 800.000 Pfund.

Wie geht es nun weiter? Neuer Eigentümer ist der Private Equity Fund Epiris II, der in London gelistet mit internationalen Investoren mittelständische Firmen im Wert von unter 500 Millionen Pfund aufkauft. In diesem Jahr erwarb die Gruppe Time Inc. (UK), einen Medienverlag, und The Club Company, die Golfkurse verwaltet. Owen Wilson, einer der Partner bei Epiris, beschreibt Bonhams als „eine Plattform mit großem Potenzial für einen Ausbau durch Investitionen“.

Auch an der Führungsspitze wird schon umgebaut. Den langjährigen Chefs, Chief Executive Matthew Girling und Chief Financial Officer Jonathan Fairhurst, wird Bruno Vinciguerra als neuer Executive Chairman an die Seite gestellt. Vinciguerra war bis 2015 acht Jahre lang COO (Chief Operating Officer) bei Sotheby’s. Damals war er mitverantwortlich für die Partnerschaft zwischen Sotheby’s und Ebay. Wird es künftig einen erweiterten Fokus auf das Onlinegeschäft geben?

Die Konkurrenz, die im Auktionswesen stark ist, investiert in jedem Falle heftig in erweiterte Technologien. Genauere Informationen gibt Bonhams leider zurzeit nicht bekannt. Girling gibt sich natürlich optimistisch, wenn er in der Presseerklärung bekanntgibt „Wir sind hochzufrieden, dass wir einen Käufer gefunden haben, der das Potenzial der Firma und ihrer Angestellten erkennt.“ Wo der Schwerpunkt von Epiris II in der Abwägung zwischen Investitionen und Gewinnschöpfung liegen wird, wird sich allerdings erst zeigen.

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