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Kunstmesse in Kapstadt Der Hotspot für afrikanische Kunst zieht Sammler aus Europa und den USA an

Die Investec Cape Town Art Fair hat sich zu einer wichtigen Messe für afrikanische Kunst entwickelt. Sie begeistert vor allem durch ihr vielfältiges Spektrum.
  • Daghild Bartels
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Der junge Mann gehört zu den Künstlern, die ihre Wandbilder aus trivialen Alltags-Materialien weben. Quelle: Galerie Templon
Troy Makaza

Der junge Mann gehört zu den Künstlern, die ihre Wandbilder aus trivialen Alltags-Materialien weben.

(Foto: Galerie Templon)

KapstadtMit merklich gesteigerter Qualität und internationaler Beteiligung verfestigt sich die Kapstädter Investec Cape Town Art Fair (ICTAF) als wichtigste Kunstmesse auf dem afrikanischen Kontinent. Mit rund 100 Galerien, hauptsächlich aus Südafrika, aber auch aus Ghana, Uganda, Nigeria, Angola oder der Elfenbeinküste, sowie aus Italien, Großbritannien, Belgien und drei Teilnehmern aus Deutschland, bleibt die am Sonntag zu Ende gegangene Messe wohltuend übersichtlich.

Da der oft beschworene „Boom afrikanischer Kunst“ in Wahrheit doch eher moderat ist, bleiben die Preise im Rahmen. Das wiederum verlockte Sammler aus Europa und USA zum eifrigen Kauf, während sich die lokalen Sammler – so heißt es — merkwürdiger Weise etwas zurückhielten. Eines bleibt sicher: Wer sich einen Überblick über das Kunstgeschehen des afrikanischen Kontinents verschaffen will, ist mit der Kapstädter Kunstmesse an der ersten Adresse.

Weben mit Wäscheklammern

Ihr Spektrum ist weitaus vielfältiger als beispielsweise das der Spezialmessen „1:54“ in London und New York, da die wichtigsten südafrikanischen Galerien wie Goodman, Stevenson, blank projects, dort nicht teilnehmen. Die Kapstädter Platzhirsche wollen nicht, dass ihre Künstler lediglich in der Afro-Nische gesehen werden.

Diese Galeristen, die auch bei den großen internationalen Messen teilnehmen, wollen demonstrieren, dass afrikanische Künstler durchaus mit internationalen mithalten. Ohne Frage zählen dazu Topstars wie William Kentridge, Zanele Muholi, Marlene Dumas, Robin Rhode, Chiurai Kudzanai, Athi-Patra Ruga oder Ibrahim Mahan, der hier erstmals ein starkes Video zeigte.

Starstatus hat natürlich auch der Ghanaer El Anatsui mit seinen wunderbaren „Tapisserien“ aus Kronkorken und zerschnittenen Alubüchsen. Er war nur indirekt präsent, nämlich als unübersehbarer Ideengeber für junge Artisten. Viele „weben“ nun, auf seiner Spur, aus allen erdenklichen trivialen Alltags-Materialien wie Zahnstocher, Wäscheklammern, Wäscheleinen oder Keyboardtastaturen, eigene „Tapisserien“. Am eindrucksvollsten Troy Makaza aus Simbabwe (First Floor Gallery, Harare), der seine preisgekrönten Wandbilder mit gefärbtem Silikon und Draht kombiniert.

Eine lohnende Entdeckung ist auch der Senegalese Omar Ba bei Templon (Paris, Brüssel), der traditionelle afrikanische Ethnomotive in moderner Übersetzung bringt (25.000 bis 35.000 Euro). Großes Staraufgebot bei Goodman, neben Arbeiten der Exiliranerin Shirin Neshat und neuen Wandskulpturen des Brasilianers Ernesto Neto (80.000 Dollar) eine große, schwarz monochrome Skulptur von Kapwani Kiwanga.

Bei SMAC beeindrucken vor allem die Blumenbilder von Georgina Gratrix (11.000 und 22.000 Euro) und bei Stevenson ein typisches Stickbild von Nikolas Hlobo. Politische Botschaften sind meist eher im Subtext verborgen, direkt kommen sie ins Bild auf den Aquarellen von Asand Kupa bei Guns & Rain (Johannesburg), indem die prekären sozio-ökonomischen Verhältnisse Südafrikas unverschlüsselt angesprochen werden.

Ehrgeizige Privatmuseen

Die weltweit agierende Fiera Milano, unter deren Fittichen die Messe läuft, leistet gute Arbeit. Die Rolle Kapstadts als wichtigster Umschlagplatz für afrikanische Gegenwartskunst wird mit dieser Messe-Ausgabe befestigt. Unterstützt wird diese Rolle durch die beiden neueren Privatmuseen, dem Zeitz MOCAA und der Norval Foundation, die mit ihrem engagierten Programm der Messe den Rang abläuft.

Vier Ausstellungen werden jeweils parallel gezeigt, aktuell u.a. Ibrahim Mahan mit einer riesigen Installation, David Goldblatts Minen-Fotoserie und Yinka Shonibares Skulpturen und Bilder, begleitet von einer sensationellen Bibliothek, deren Bände sämtlich mit den vermeintlich afrikanischen Stoffen bezogen sind.

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