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Kunstmesse Tefaf Online Eine digitale Plattform ersetzt die Edelmesse

Der New Yorker Ableger der Kunst- und Antiquitätenmesse Tefaf findet in diesem Herbst nur im Internet statt. 300 Aussteller nehmen mit einem ausgesuchten Objekt teil.
30.10.2020 - 11:06 Uhr Kommentieren
Die 36 x 29 cm große florentiner Steinschneidearbeit (Pietre dure) entstand in den 1620er-Jahren in der Werkstatt des sogenannten ‘Grand Ducaux’. Dargestellt ist ein Papagei, der sich an den Früchten eines Kirschbaums zu schaffen macht. Quelle: Tefaf New York Online
Galerie Gismondi, Paris

Die 36 x 29 cm große florentiner Steinschneidearbeit (Pietre dure) entstand in den 1620er-Jahren in der Werkstatt des sogenannten ‘Grand Ducaux’. Dargestellt ist ein Papagei, der sich an den Früchten eines Kirschbaums zu schaffen macht.

(Foto: Tefaf New York Online)

New York Es ist unmöglich, den festlichen Glamour der Kunst- und Antiquitätenmesse „Tefaf New York“ in einem Online-Auftritt zu replizieren. Die prächtigen Veranstaltungen in der denkmalgeschützten Armory an Park Avenue und die Qualität des Gezeigten etablierten die beiden New Yorker Ableger der Marke Tefaf (The European Art Foundation) vor vier Jahren hier sofort als Goldstandard.

Nun haben es die Veranstalter auch geschafft, innerhalb von nur wenigen Monaten einen Netzauftritt für ihre erste „Tefaf Online“ (1. bis 4. November, Preview am 30. und 31. Oktober) zu zaubern, der im überfüllten virtuellen Raum durchaus als elegant bezeichnet werden kann. „Wir freuen uns darauf, die Tefaf Online zu einem festen Bestandteil der Tefaf neben den zukünftigen Tefaf-Messen zu entwickeln“, kündigt Chairman Hidde van Seggelen an.

Wie gewohnt deckt das Gezeigte 7000 Jahre Kunstgeschichte ab, reicht von der Antike, über Asiatika, kostbaren Schmuck, Kunstgewerbe, Design bis hin zu Kunst alter und auch junger Meister. Fast 300 internationale Aussteller aus rund 22 Ländern - so viele wie in den beengten Räumen in New York niemals zugelassen werden könnten - bieten auf tefaf.com Waren an.

Zur übrigens kostenlosen Teilnahme eingeladen wurden alle Kunsthändler, die auf den letzten drei Tefaf-Messen präsent waren. Aber auch vier Galerien, die sich auf der New Yorker Herbstausgabe zum ersten Mal präsentiert hätten, dürfen mitmachen: Galerie Patrick Seguin (Paris), neugerriemschneider (Berlin), Salon 94 (New York) und Galeria Nara Roesler (São Paulo) erweitern das Spektrum um Design und zeitgenössische Kunst.

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    Jeder Händler darf nur ein Objekt zeigen, ein wohl überlegtes Highlight, das seine Expertise veranschaulichen soll - auch wenn es im Laufe der Messe verkauft werden sollte. Das habe vor allem praktische Gründe, erklärt ein Sprecher. So kann man versichern, dass jedes Objekt vor den Augen einer strengen Jury Bestand hatte. Dafür klopfen internationalen Experten alle Werke ab auf Echtheit, Erhaltungszustand und Qualität.

    Das Raster von angebotenen Objekten vor schlichtem Hintergrund lädt sofort zu näherer Erkundung in Videos, Fotos und Texten oder zum Chat mit dem Händler ein. Es ergeben sich auch faszinierende Gegenüberstellungen: Axel Vervoordt (Wijnegem) postet einen seltenen Kopf des kaum noch bekannten ägyptischen Fruchtbarkeitsgottes Min aus granitähnlichem Stein (Neues Königreich, 18. Dynastie, Herrschaft von Amenhotep III.); Pace Gallery (New York) kontert mit Donald Judds grüner Wandskulptur aus Aluminium und Massimo de Carlo (Mailand) überrascht mit einem neuen Werk des Provokateurs Maurizio Cattelan.

    Juwelier Wallace Chan (Hongkong) zeigt „In Love with Spring“, seine neue große Brosche in Form eines Schmetterlings aus farbigen Edelsteinen. Gagosian (New York) entschied sich für Jeff Koons“ vom Rokoko inspirierte und in Oberammergau geschnitzte Wandskulptur „Cherubs“ von 1991.

    Und auch das Antiquariat Dr. Jörn Günther (Basel) profitiert vom neuen Format. Ungestört kann man sich in Großaufnahmen der kostbaren Miniaturen einer französischen Ovid-Übersetzung für Königin Anne de Bretagne (Ende des 15. Jahrhunderts) vertiefen. Sie soll 1,2 Millionen Euro kosten. Und die winzigen geschnitzten Szenen einer seltenen Gebetsnuss von Adam Dircksz. Nachfolger (um 1530-1540) bei Bernard Descheemaeker (Antwerpen) können ebenfalls genau studiert werden.

    Zu den besonders gelungenen Ideen der Onlinemesse gehört die Funktion „Surprise me“. Wer hier klickt, bekommt ein ganz unerwartetes, außerhalb des eigenen Interessengebiets liegendes Werk vorgeführt. Wer weiß, vielleicht ist es ja Liebe auf den ersten Blick.

    Der Zugang und auch das Programm „Tefaf Talks“ sind für Benutzer übrigens gänzlich kostenfrei. Die Messeleitung ist sehr zuversichtlich, die Besucherzahlen von durchschnittlich fast 70.000 bald überschreiten zu können.

    Mehr: Lockdown nach Regierungsbeschluss: Die Art Cologne wird erneut verschoben

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