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Lange Warteschlangen am ersten Tag MoMA in New York wiedereröffnet

Nach zweijährigen Umbauarbeiten hat das weltberühmte New Yorker Museum of Modern Art (MoMA) am 20. November 2004 wieder seine Türen für Besucher geöffnet.
Die neue Fassade des Museum of Modern Art (MoMA), Foto: dpa

Die neue Fassade des Museum of Modern Art (MoMA), Foto: dpa

HB NEW YORK. Gleich zu Beginn bildete sich vor dem Eingang eine lange Warteschlange tausender Kunstliebhaber. Anlässlich der Wiedereröffnung war der Eintritt frei. Während der Bauarbeiten waren Teile der Ausstellung in die Berliner Nationalgalerie ausgelagert worden. Zwischen Februar und September dieses Jahres besichtigten dort rund 1,2 Mill. Besucher 200 Werke unter anderem von Paul Cezanne, Salvador Dali, Henri Matisse, Claude Monet, Pablo Picasso und Vincent van Gogh.

Bildergalerie: Das neue Museum of Modern Art

Tausenden New Yorkern machte es nach der langen Umbauphase auch nichts mehr aus, bei Kälte und Nieselregen noch ein paar Stunden in der Menschenschlange vor dem Museum of Modern Art (MoMA) zu verbringen, bis es endlich um 10.00 Uhr wieder seine Tore öffnete. „Wir bekommen unseren Tempel der Moderne zurück“, sagte der Lehrer Josh Rubner, „dafür kann man sich schon mal nass regnen lassen.“

Die ersten Besucher des völlig neu gestalteten und durch die Einbeziehung umliegender Häuser erheblich erweiterten MoMA waren am Samstag Tad Davis und Susan Vosburgh, ein New Yorker Künstlerehepaar. „Das ist unserer Geschenk zum 10. Hochzeitstag“, sagte Davis. „Wir waren früher ständig hier, und nun bekommen wir unser zweites Zuhause zurück.“

Bis zum späten Abend hielt der Besucherstrom an. Offiziell nannte die Museumsleitung zunächst keine Zahlen; Schätzungen gingen jedoch von mehr als 30 000 Gästen am Eröffnungstag aus. Der Eintritt für das neue MoMA, das zugleich den 75. Jahrestag seiner Gründung feierte, war am ersten Tag frei. Allerdings protestierte eine Gruppe von Demonstranten - manche von Ihnen als große Dollar-Scheine verkleidet - dagegen, dass das Museum künftig 20 Dollar (rund 16 €) verlangt.

MoMA-Direktor Glenn D. Lowry verteidigte die Erhöhung der Eintrittspreise um mehr als 60 %, die auch von New Yorker Medien kritisiert worden war. Die Möglichkeit, „die weltweit größte Sammlung moderner Kunst nun auf ganz neue Weise betrachten zu können“, rechtfertige den Preis. Zudem sei der Eintritt weiterhin an jedem Freitagnachmittag ab 16.00 Uhr frei.

„Die Tatsache, dass ein Besuch des MoMA sein Geld wert ist, bedeutet nicht, dass die Verwaltung des Museums über den neuen Preis auch noch begeistert sein muss“, schrieb die „New York Times“. “Diese Sammlung allen zugänglich zu machen, die Kunst lieben, ist eine ebenso verantwortungsvolle Aufgabe wie die angemessene Ausstellung dieser Kunst.“

Das Ergebnis des nahezu eine halbe Milliarde Dollar (rund 400 Mill. €) teuren Um- und Ausbaus des MoMA unter Leitung des japanischen Architekten Yoshio Taniguchi lobten die ersten Besucher ebenso einhellig wie die Kunstkritiker. „Es hat sich gelohnt, ich komme wieder“, sagte Jean Brunier, ein weißhaariger Pariser Kunstliebhaber, der eigens von der Seine an den Hudson geflogen war.

Von der allgemeinen Begeisterung, die schon einsetzte, kaum dass die Gerüste abgebaut waren, ließ sich auch der Meisterarchitekt Taniguchi mitreißen. „Es ist nahezu perfekt“, lobte der 67-Jährige, der vorher fast nur in Japan tätig war, sein eigenes Werk. „Ich sollte das eigentlich nicht sagen, denn ich bin Japaner. Von mir wird erwartet, dass ich bescheiden klinge.“

Doch Bescheidenheit sei hier fehl am Platze, machten ihm berühmte New Yorker wie der Schriftsteller John Updike klar. Taniguchi habe mit seiner Methode des Minimalismus allein die Kunst in den Vordergrund gestellt. Er habe damit für New York eine „unsichtbare Kathedrale der Kunst“ geschaffen.

Nach der Erweiterung der Ausstellungsfläche um nahezu 50 % kann das MoMA nun weit mehr thematische Ausstellungen zugleich veranstalten. Zur Eröffnungsschau gehörten auch zahlreiche Werke deutscher Künstler, unter ihnen Vertreter der Bauhaus-Schule sowie Gerhard Richter, Thomas Demand und Heike Baranowsky. Neben seiner bislang größten Schau von Gemälden, Zeichnungen und Skulpturen aus den letzten 125 Jahren präsentiert das neue MoMA Galerien mit Design- Objekten und Architektur-Modellen.

Hinzu kam die Premiere für eine Medienkunst-Schau mit Film- und Klangwerken. Erstmals werden auch zahlreiche jener Kunstwerke gezeigt, die das MoMA in den Jahren des Umbaus weltweit erworben hat. Darunter sind Filmarbeiten aus der Sammlung von Andy Warhol sowie Werke zeitgenössischer Künstler wie Rodney Graham, Li Yongbin und Eve Sussman.

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