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Lempertz Auktionen Sakrale Skulpturen machen wilde Preissprünge

Lempertz hat alle Sparten der Alten Kunst versteigert. Den meisten Zuspruch erhalten die Werke weniger bekannter Bildhauer und Schmuck.
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Für 179 800 Euro versteigert. Die Taxe belief sich auf  2.500 bis 3.500 Euro. Quelle: Lempertz
Spange mit 18 Altschliff-Diamanten um ein Smaragdcarré von 5,52 Karat

Für 179 800 Euro versteigert. Die Taxe belief sich auf 2.500 bis 3.500 Euro.

(Foto: Lempertz)

Köln Die Resonanz der Auktionen Alter Kunst im Kölner Traditionshaus Lempertz war erstaunlich gut. In der Altmeister-Sitzung waren die hier nach wie vor präsenten Sammler aus Gesamteuropa und Russland aktiv. Erstaunlich ist, dass Werke in der Preiskategorie bis 40.000 Euro abgesetzt wurden, darunter sogar niederländische Landschaften und Figurenbilder.

Dagegen gingen Stillleben reihenweise zurück. Selbst das museale Tafelbild mit Trauben und Vögeln des Rubens-Zeitgenossen Frans Snyders fand für 150.000 Euro keinen Käufer. Hervorzuheben ist, dass es keine Scheu vor religiösen Themen gab und dass bei aller Konsumfreude die unteren Schätzpreise Richtwerte für Saal- und Telefonbieter blieben.

Erinnerung an Leonardo

Das teuerste Bild der Auktion wurde das malerisch flotte, aber thematisch nicht gerade begeisterungswürdige Tafelbild mit der Heiligen Theresa von Avila, der der Heilige Geist in Gestalt einer Taube erscheint. 2013 bei Christie‘s noch als Werkstattarbeit klassifiziert, hing das Gemälde 2014 bis 2016 im Antwerpener Rubenshaus als eigenhändige Arbeit des Flamen. Ein russischer Sammler ging mit brutto 322.400 Euro leicht über die untere Taxe. Ebenfalls nach Russland geht eine Kupfertafel mit nachtaktiven Tieren von Jan van Kessel d. Ä. für 105.000 Euro.

Ein dritter russischer Sammler, der in Köln seit Jahren Kunde ist, ersteigerte Giampetrinos an Leonardo erinnernde „Madonna mit Kind“ für 86.800 Euro. Unterbieter war ein amerikanischer Sammler.

Das wichtigste Los der italienischen Abteilung waren vier Goldgrundtafeln des Trecento-Malers mit dem Notnamen Maestro di Campo Giove mit Szenen aus dem Leben des Heiligen Eustachius. Mit knapp 200.000 Euro ist diese attraktive Szenenfolge immer noch moderat bewertet.

Die Verschleierte verdreifachte ihren Schätzpreis. Quelle: Giovanni Battista Lombardi / Lempertz
Giovanni B. Lombardi

Die Verschleierte verdreifachte ihren Schätzpreis.

(Foto: Giovanni Battista Lombardi / Lempertz)

Bei den Skulpturen brachten Lose aus einer württembergischen Sammlung die höchsten Preise, allen voran die spätgotische Nürnberger Lindenholzplastik „Maria Magdalene liest die Fürbitten“ mit 73.160 Euro und eine wohl Salzburger „Madonna mit Kind“ von 1520 mit 62.000 Euro. Einige Werke weniger bekannter Künstler verzeichnen eine eine bemerkenswerte Preiskarriere. So ließ sich ein barocker Anhänger mit „Johannes dem Täufer“ in feinstem Papierschnitt von 2.500 auf 43.400 Euro brutto heben. Die schöne Büste einer verschleierten Frau des Italieners Giovanni Battista Lombardi erlöste mit 27.280 Euro das Dreifache der Schätzung.

In der Sektion 19. Jahrhundert gab es nur eine Preisüberraschung. Eine abendliche Hafenszene des Italieners Hermann Corrodi, die auf 14.000 Euro geschätzt war, bot Londoner Handel wegen ihres Bilderbuch-Orientalismus auf 124.000 Euro hoch. 44.640 Euro erzielte eine Landschaft mit Blick auf das Schloss Duino bei Triest, gemalt von dem Dresdener Robert Kummer. Die farbselige Darstellung „Stilleben vor Capri“ des russischen Malers Constantin Ivanovich Gorbatoff wurde für 34.720 Euro zugeschlagen.

Schmuckumsatz verdoppelt die Schätzung

Beim Kunstgewerbe reüssierte die Schmuckabteilung nahezu lückenlos. Mit 1,7 Millionen Euro lag hier der Umsatz beim Doppelten der Gesamtschätzung. Mit den vom Handel gebotenen 179.800 Euro lag eine Spange mit 18 Altschliff-Diamanten, die ein kolumbianisches Smaragdcarré von 5,52 Karat umranden, an der Spitze.

Möbel wurden schwach beboten und das Prachtlos des Kataloges, neun Scagliola-Platten des toskanischen Klassizismus mit Architekturansichten, konnte bei 556.000 Euro nur unter Vorbehalt zugeschlagen werden. Die Taxe lag bei 600.000 bis 700.000 Euro.

Aus dem Sonderkatalog mit Porzellanen aus zwei Privatsammlungen erzielten die Farbprobentafeln und Musterentwürfe aus der Wiener Sorgenthal-Periode mit 17.360 Euro den höchsten Zuschlag. Die vierteilige Wiener Krippe aus der Mitte des 18. Jahrhunderts, für die mindestens 60.000 Euro erwartet wurden, blieb unverkauft. Insgesamt wurden in der vierteiligen Auktionsfolge 7 Millionen Euro umgesetzt.

Mehr: Nachlass Neumeister: Lesen Sie hier, wie ein finanzstarker kleiner Kreis von Sammlern für hohe Zuschläge bei mittelalterlichen Skulpturen sorgt

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