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Lempertz Moderne-Markt in guter Kondition

Kräftige Preissprünge verhelfen den Lempertz-Auktionen zu einem ansehnlichen Erfolg. Bei der zeitgenössischen Kunst triumphiert die rheinische Avantgarde. Auf sie bieten vor allem deutsche Sammler.
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Lovis Corinth:

Lovis Corinth: "Amaryllis, Flieder und Anemonen", 1920, kam mit 504.000 Euro knapp über die Taxe (Ausschnitt).

(Foto: Lempertz)

Köln Auch ohne prominente Sammlungs-Auflösungen und spektakuläre Millionen-Notierungen zeigte sich der deutsche Moderne-Markt bei den Lempertz-Auktionen in Köln in bester Verfassung. Eigenen Angaben zufolge spielte das Kölner Traditionshaus für die Klassische Moderne, zeitgenössische Kunst und Fotografie insgesamt 9 Millionen Euro ein. Umgesetzt wurden über 100 Prozent nach Wert.

Heiß umworbenes Glanzstück der am 31. Mai ausgebotenen Moderne-Offerte war die organische Gipsskulptur „Dancer“ von Kurt Schwitters, entstanden 1943 im Londoner Exil. Erst zur doppelten Taxe, für 600.000 Euro mit Aufgeld, ging das museumswürdige Spätwerk des früheren Dadaisten in den Schweizer Handel. Emil Noldes ungewöhnliches Sujet „Kirchenfiguren II“ von 1913 konnte dagegen bei 530.000 Euro nur mit Vorbehalt zugeschlagen werden, während Lovis Corinths stattliches Blumenstilleben von 1920, das dritte Toplos, über der unteren Taxe für 504.000 Euro den Besitzer wechselte. Entschiedene Resonanz mit zum Teil kräftigen Preissprüngen fanden im sechsstelligen Bereich typische Werke von Liebermann, Feininger, Arthur Segal und Louis Soutter sowie drei Spätwerke von Otto Dix.

Bieter kämpfen um rheinische Künstler

Bei der am 1. Juni versteigerten zeitgenössischen Kunst sorgte die im Rheinland verortete deutsche Avantgarde von Zero (Heinz Mack, Otto Piene, Günther Uecker) bis zu Gerhard Richter und Sigmar Polke für spannende Bietgefechte. Häufig konnten sie deutsche Sammler für sich entscheiden. Das Spitzenstück, Ueckers frühes rundes Nagelbild „Zero Garden“, übernahm hingegen weit über der Schätzung für 252.000 Euro New Yorker Handel.

Verhalten fiel die Nachfrage für das deutsche Informel aus, die „wilde“ Malerei von den 1980ern bis heute spielte mangels Angebot keine Rolle, ebenso wie die kaum besetzte junge Kunst. Unverhoffte Rückgänge mussten bei den Prestige-Angeboten von Piero Manzoni und Jean Tinguely hingenommen werden. Die positive Gesamtbilanz wurde dadurch jedoch nicht wesentlich beeinträchtigt.

  • Elke Trappschuh
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