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Lesetipp: Achtung Anlegerfallen Dieses Buch schützt Sie vor windigen Investments

Autor Stefan Loipfinger hat die Pleite des Finanzdienstleisters P&R vorausgesehen und zeigt, wo Anlegern sonst noch Gefahr droht.
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Der insolvente Finanzdienstleister P&R warb mit Direktinvestitionen in Container. Quelle: imago stock&people
Container an Bord eines Frachters

Der insolvente Finanzdienstleister P&R warb mit Direktinvestitionen in Container.

(Foto: imago stock&people)

DüsseldorfDas Buch mit dem etwas reißerischen Titel „Achtung Anlegerfallen“ ging im Februar in Druck. Seit ein paar Tagen gehört es zur Pflichtlektüre diverser Anwaltskanzleien, Investigativ-Journalisten und Zahlenforensiker. Sie interessiert besonders Kapitel 11.

Darin befasst sich der Finanzjournalist Stefan Loipfinger mit Direktinvestments in Container und knöpft sich den mit Abstand größten Anbieter vor: P&R. Anleger konnten bei P&R Container erwerben, die Firma kümmerte sich um ihre Vermietung, nach fünf Jahren floss ein Restwert für die Metallboxen an die Zeichner zurück.

Loipfinger rechnete lange und genau. Dabei stellte er „erschreckende“ jährliche Verluste in Höhe mehrerer Hundert Millionen Euro aus dem Vermietungsgeschäft fest. Nur wenn immer neue Anleger Container kaufen und dafür zu viel bezahlen, konnten diese abgefangen werden.

Loipfinger hat sich nicht geirrt. P&R musste vor wenigen Tagen Insolvenz anmelden. Es ist einer der größten Anlegerskandale der vergangenen Jahre. Wer sich mit dem grauen, also unregulierten Teil des Kapitalmarkts beschäftigt, kennt Stefan Loipfinger.

Dem gelernten Bankkaufmann missfiel es schon vor vielen Jahren, fragwürdige Finanzprodukte für seine Sparkasse verkaufen zu müssen. Als freier Journalist befasst er sich seither mit allem, was Banken, Sparkassen und freie Vertreter deutschen Kleinanlegern vorsetzen.

Die Direktinvestments von P&R machen nur einen kleinen Teil in seinem neuen, 250 Seiten starken Überblick aus, einer Art Nachschlagewerk für Anleger.

Der Emittent kassiert, der Anleger verliert

Ob Alternative Investmentfonds oder Zertifikate, offene Immobilienfonds oder gemanagte Aktienfonds: Dem Leser eröffnet Loipfinger anhand präzise durchgerechneter Fallbeispiele, wer an den Produkten verdient und wo der Sparer draufzahlt.

Zuweilen kann einem dabei der Kopf schwirren. Die raffinierte Konstruktion von Aktienanleihen mit ihren Optionsarten „Puts und Calls“ etwa ist eher etwas für Profis. Es bleibt aber die Erkenntnis: Meist kassiert der Emittent, während der Anleger verliert.

Auch die Wertpapieraufsicht Bafin kommt nicht gut weg. Es macht wütend zu erfahren, wie lasch sie ihre Aufgabe wahrnimmt und selbst zweifelhafte Wertpapierprospekte durchwinkt.
So entsteht am Ende ein Bild, das auch am politischen System zweifeln lässt.

Sind Lobbyisten der Finanzindustrie hierzulande dauerhaft im Vorteil? Wie können derlei merkwürdige und riskante Finanzprodukte überhaupt in deutsche Depots geraten? Den eigentlichen Zweck, die Altersvorsorge des Lesers zu retten, übertrifft die Lektüre. Wenigstens das Buch ist also ein lohnendes Investment.

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