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Live auf der Kunstmesse Frieze New York Zwar mit Impfnachweis und Test, aber glücklich

Die Frieze New York lässt als erste Kunstmesse der USA wieder Besucher zu. Der erste Tag schließt mit überwältigender Resonanz und guten Geschäften.
06.05.2021 - 10:41 Uhr Kommentieren
Das Erscheinungsbild der Halle
Schauplatz der 10. Frieze New York

Das Erscheinungsbild der Halle "The Shed" erinnert manche an eine Handtasche von Chanel.

(Foto: Brett Beyer)

New York Zeitfenster, Impfnachweis oder die Vorlage eines negativen Covid-19-Testergebnisses machen es möglich: Frieze New York holt als erste US-Kunstmesse seit Ausbruch der Pandemie die Besucher wieder zurück in die Messehallen. 

Wie der stetig fließende Besucherstrom am VIP-Eröffnungstag belegt, kann auch der komplexe Zugangsprozess nicht abschrecken. Das Bad in der - nun natürlich maskierten - Menge wurde offenbar sehr vermisst. Köpfe wurden wieder zusammengesteckt, hier und da vorsichtig statt eines Händedrucks ein Faustcheck gewagt.

„Leute sind einfach happy, sich wieder zu treffen. Und hier fühlen sie sich sicher“, beobachtete nicht nur die New Yorker Galeristin Tina Kim. „Es ist so toll, wieder auf einer Messe zu stehen. Ich hätte nie gedacht, dass ich das einmal sagen würde“, lachte eine junge Händlerin.

Nur 64 Aussteller sind auf der zehnten Ausgabe der Frieze New York versammelt. Sie findet zum ersten Mal im gut angebundenen Kulturzentrum „The Shed“ statt. Diese Halle, die mit ihrer spektakulär silbrig-grauen Außenhaut mit einer gesteppten Chanel Handtasche verglichen wurde, eröffnete 2019 als kultureller Magnet des neu hochgezogenen Investorenviertels Hudson Yard. Sie kann auf eine gut etablierte Infrastruktur zurückgreifen.

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    Die im Vergleich zu früheren Ausgaben intime Messe ist für viele Besucher eine adäquate Antwort auf die erst langsam wieder zur Normalität erwachende Stadt. Noch 2019 hatte Frieze im Zelt auf Randall’s Island fast 200 internationale Galerien untergebracht.

    Bis auf wenige Ausnahmen stammen nun alle Galerien aus New York, eine leidige Konsequenz internationaler Reisebeschränkungen.  Aber wie bereits im Oktober auf Frieze London erfolgreich eingeführt, versorgt der parallel laufende digitale Frieze Viewing Room (OVR) mit insgesamt 160 Teilnehmern von sechs Kontinenten die internationale Sammellust (noch bis Freitag, 14. Mai).

    Mit Acrylfarben und Spraypistole brachte die Künstlerin ihre Version eines rosaroten Panthers auf die Leinwand (Ausschnitt). Quelle: Künstlerkooperative Canada
    Katherine Bernhardt

    Mit Acrylfarben und Spraypistole brachte die Künstlerin ihre Version eines rosaroten Panthers auf die Leinwand (Ausschnitt).

    (Foto: Künstlerkooperative Canada)

    Was wird angeboten? Immer setzte der Londoner Import, der vor genau zehn Jahren über den großen Teich kam, vor allem auf ein breites Angebot von ganz junger Kunst und Entdeckungen. Viele der nun großzügig in „The Shed“ auf drei Etagen verteilten Stände bieten einen Schnappschuss der Produktion der letzten beiden Jahre.

    Natürlich nimmt die Verarbeitung der Pandemie großen Raum ein; mancher Galerist wagt sich sogar an düstere Werke. Susanne Vielmetter (Los Angeles) bietet in ihrem OVR Auszüge aus Esther Pearl Watsons visuellem Tagebuch an. Die kleinen scheinbar munteren Gemälde tragen Titel wie „January 3, LA is Epicenter of Covid-19“ (5500 Dollar).

    Katherine Bernhardt wiederum reagierte mit übersprudelnd farbigen Großformaten. „I (heart) New York“ (2020) zeigt den rosaroten Panther, angeboten und verkauft von der New Yorker Künstlerkooperative Canada. David Zwirner brachte neueste farbige Großformate des auch in Asien begehrten jungen Auktionsstars Dana Schutz mit. Die Preise liegen zwischen 500.000 und 1 Million Dollar.

    Verzichtet hat die Messe in dieser Ausgabe auf den vor allem bei Museumskuratoren so beliebten und stetig gewachsenen Sektor „Spotlight“. Er rief unterschätzte Künstler des 20. Jahrhunderts ins Gedächtnis. Beibehalten wurde jedoch der Sektor „Frame“,  in dem Nachwuchskünstler in Soloshows gezeigt werden.

    Die 2021 entstandene Fotoarbeit
    Ina Archer

    Die 2021 entstandene Fotoarbeit "The Tales of Hoffman" wird als Inkjet Archival Print angeboten (Ausschnitt).

    (Foto: Microscope Gallery)

    Unter seinen 13 Ausstellern im zweiten Stock präsentieren Gordon Robichaux (New York) den Autodidakten Otis Houston, jr. (67), der sich dank indianischer Vorfahren gerne  „Black Cherokee“ nennt. Schon seit über 25 Jahre setzen sich seine Performances unter der Triborough Bridge und Arbeiten aus weggeworfenen Objekten mit den Themen Rasse, Klasse und Macht auseinander, so Sam Gordon. Nun fühle er sich durch die breite Rassismusdebatte bestätigt. „Leute hören endlich zu“.

    Andere zahlreiche über die Messetage verteilte Initiativen greifen das Thema Rassismus in Anlehnung an das preisgekrönte „Vision & Justice Project“ der jungen Harvard-Professorin Sarah Elizabeth Lewis auf. Ihr Forschungsschwerpunkt liegt auf der schwarzamerikanischen Erfahrung und ihrer bildlichen Darstellung.  

    Obwohl Händler nach eigenen Angaben  mit gedämpften Erwartungen antraten, freuten sich einige über einen sehr erfolgreichen ersten Tag.  Stephen Friedman Gallery (London) verkaufte in den ersten Stunden sämtliche Porträts von Sara Bell  an amerikanische und internationale Sammler und Stiftungen (zwischen 15.000 und 35.000 Pfund).

    Sie thematisiert Gender und Identität. „Die Zuversicht unter den Sammlern auf Frieze New York ist sehr ermutigend, vor allem in dieser schwierigen Zeit“, so Direktorin Mira Dimitrova. „Leute sind wieder in der Lage, Werke aus erste Hand zu sehen und sind sehr dankbar“. 

    Museumsreife Ausstellung in Chelsea

    „Wir sind total begeistert von diesem ersten Tag auf einer richtigen Kunstmesse“, so Marc Payot, President, Hauser & Wirth. „Das Geschäft läuft sehr gut, das Interesse an unseren Künstlern ist fast überwältigend“. So wurde unter anderem das Großformat George Condos Großformat „The Drifter“ (2021) in leuchtenden Farben zu 800.000 Dollar an einen privaten Sammler mit Unterstützung durch ein wichtiges Museum weitergegeben.

    Und wem die Messe Appetit auf noch mehr Kunst macht, kann sich im direkt südlich anschließenden Galeriendistrikt Chelsea in weitere, oft museumsreife Shows vertiefen.

    Mehr: Kunstmarkt: Was die Kunstmessen für die Zeit nach dem Lockdown planen

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