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London Das neue Herz der Kunstwelt

In London versammelt sich die internationale Kunstszene und ihre Rolle als globales Kunstzentrum wächst - mit mehr internationalen Galerien, Sammlermuseen und immer neue Messen.
29.09.2012 - 10:41 Uhr Kommentieren

London Sie kommen aus New York, Damaskus, Köln und Rom: Eine Flut neuer Galerien unterstreicht in den Wochen um die Londoner "Frieze" und ihre Satellitenmessen, wie rasant Londons Bedeutung als globales Kunstzentrum wächst. "Hier können wir das globale Publikum erreichen", erklärt der Leiter der New Yorker Pace Gallery, Marc Glimcher, der eine 800 qm-Galerie im von David Chipperfield renovierten Burlington-Flügel der Royal Academy bezieht. Wen er mit diesem globalen Publikum auch meint, zeigt die Wahl seiner Galeriedirektorin. Mollie Dent-Brocklehurst war zuletzt Kunstberaterin von Milliardär Roman Abramowitsch und Kuratorin des Moskauer "Garage Centers" seiner Freundin Dasha Zhukova.

Die erste Ausstellung signalisiert Ambition: Eine Zusammenschau von Mark Rothkos späten "Dark Paintings" und Hiroshi Sugimotos Meeresfotografien. Auch die Großgalerien David Zwirner und Michael Werner halten eine Präsenz in London inzwischen für unumgänglich und stoßen nun zu Marktführern wie White Cube, Larry Gagosian und Hauser & Wirth, die gleich um die Ecke in der Saville Road 1400 qm bespielen. Blain & Southern bauen sich am Hanover Square eine grandiose Galerie. Die Stars des Sekundärmarktes, Eykyn/McLean, sind schon vor einem Jahr gekommen. "Unsere Kunden haben ihre Wohnsitze überall in der Welt, aber viele haben eine starke Verbindung zur Londoner City", begründet Nicholas Mclean die Standortwahl.

Er meint die Sammlerklientel aus Ostasien, Nahost und Russland, die man in New York nicht erreicht. Von der Kunstprovinz zum herausragenden Zentrum. Der Nestor der Londoner Galerieszene, Nicholas Logsdail, zieht stolz Bilanz: "Wir sind ein herausragendes Zentrum für Kunst geworden und freuen uns über die neuen Kollegen". Der Gründer der legendären "Lisson Gallery" kann verwundert zurückblicken, wenn er im Oktober nach der Vernissage seiner Anish Kapoor-Ausstellung zur großen "Frieze"- Party einlädt. Als er 1967 seine Galerie gründete, war er allein auf weiter Flur. "Briten sahen damals nach innen und waren von der britischen Moderne absorbiert. Ich wollte mit Künstlern meiner Generation arbeiten".

Er startete eine Galerie mit internationalen, konzeptuellen Künstlern, als London im Segment des Zeitgenössischen noch Kunstprovinz war. "Um die ernsten Sammler aufzuzählen, brauchte man nicht einmal eine Hand." Heute gibt es hier nach einigen Schätzungen 600 Contemporary-Sammler. Charles Saatchi, Poju und Anita Zabludowicz, Frank Cohen sind nur die bekanntesten. Diese Woche eröffnet die "David Roberts Art Foundation" in einem alten Fabrikgebäude bei Mornington Crescent. Der Immobilieninvestor kaufte seit Mitte der Neunziger Jahre fast 2000 Werke. Die Eröffnungsausstellung von Stiftungskurator Vincent Honoré ist dem Thema "Memory and Fragments" gewidmet.

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    Schlüsselwerk ist eine anspielungsreiche, aus einem Pullover geformte Bronze-Stele von Louise Bourgeois. "Roberts kann jedes seiner Werke genau beschreiben, auch wenn es eingelagert ist. Diese intime Beziehung ist ein Grund, warum er noch nie ein Werk verkauft hat", so Honoré über den Sammler. Aber nicht die einheimischen Sammler machen London wichtig. "Seit ich in London eine Galerie eröffnet habe, kann ich sogar mit italienischen Sammlern besser Kontakt pflegen", berichtet der italienische Gallerist Lorenzo Ronchini. "London ist das Herz der europäischen Kunstszene, hier kann ich internationale Sammler und Kuratoren treffen".

    London für die ganze Welt
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