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Mäzenin in Düsseldorf Gemeinsinn geht vor Gier

Die Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen in Düsseldorf bekommt zum zweiten Mal ein wertvolles Gerhard-Richter-Gemälde geschenkt.
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Das 2,50 Meter hohe Ölgemälde
Gerhard Richter

Das 2,50 Meter hohe Ölgemälde "Mauer" (1994) wurde der Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen, Düsseldorf, über die Gesellschaft der Freunde der Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen e.V. geschenkt.

(Foto: Gerhard Richter 2019)

Düsseldorf„Mauer (808)“ heißt ein rotglühendes abstraktes Bild von Gerhard Richter, gemalt fünf Jahre nach Mauerfall. Die Radio- und Fernsehjournalistin Viktoria von Flemming schenkt es der Gesellschaft der Freunde der Kunstsammlung NRW. Die stellt es dem Museum als Dauerleihgabe zur Verfügung. Das teilte die Museumsdirektion am Donnerstagabend mit. Bereits 2014 hatte die bei Berlin lebende Mäzenin der Gesellschaft der Freunde ein wertvolles Richter-Gemälde geschenkt, das leicht verwischte Porträt des Düsseldorfer Kunsthändlers Alfred Schmela.

Die ungegenständlichen Bilder von Richter sind sehr begehrt auf dem Markt. Sie werden in zweistelligen Millionenpreisen gehandelt. Den Höchstpreis erzielte 2015 ein „Abstraktes Bild“ von 1986 mit 30 Millionen Pfund oder 46,3 Millionen Dollar. Weder der Verein, noch das Museum stellen den materiellen Wert des selbstlos generösen Geschenks heraus, die Sammlerin erst recht nicht. Sie will anstiften zur Nachahmung.

Ein Glücksfall für Düsseldorf

„Es ist ein Glücksfall, dass der Ort, die Kunstsammlung NRW, sich so gut für das Bild eignet,“ schrieb Gerhard Richter gerührt an Viktoria von Flemming. Der Maler und die TV-Journalistin hatten sich 1972 auf der Biennale von Venedig kennen gelernt. Später durfte von Flemming den Künstler in seinem Atelier mit der Kamera beobachten für einen Film über seine persönliche Arbeitsweise.

Die Bindung an Düsseldorf resultiere aus den vielen Interviews, die die Journalistin mit dem Gründungsdirektor Werner Schmalenbach geführt hatte. Der habe, so erzählt es Robert Rademacher, Vorsitzender Vorstand der Gesellschaft der Freunde, „statt im Kunsthistoriker-Kauderwelsch überzeugend, brillant und immer druckreif gesprochen“.

Millionenschwere Schenkungen erhielt die Kunstsammlung durch die Unterstützung der Freunde allerdings eher selten. Neben dem erwähnten „Schmela“-Porträt war es der Erwerb von Otto Dix‘ „Bildnis der Kunsthändlerin Johanna Ey". „Die meisten Schenkungen liegen im sechsstelligen Bereich,“ sagt Rademacher. Akzeptiert werden Geschenke übrigens nur, wenn die Künstlerin oder Künstler bereits in der Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen vertreten ist.

Viktoria von Flemming lebt mit ein paar Bildern, sieht sich selbst aber nicht als Sammlerin. Abermals stellt sie Gemeinsinn vor Gier. Ihre großherzige Gabe ist so etwas wie die Krönung im Jahr, in dem die Gesellschaft der Freunde ihren 50. Geburtstag feiert.

Bis zum 7. Juli läuft die Ausstellung „Beste Freunde“ in der Kunstsammlung NRW K20 am Grabbeplatz. Dort sind die bedeutenden Erwerbungen der Gesellschaft der Freunde zu bestaunen. Darunter für die letzten drei Tage auch die „Mauer“ von Gerhard Richter.

Mehr: Selbstlose Sammlerin: Lesen Sie hier, wie Barbara Lambrecht für den Fortbestand des Museums für Gegenwartskunst in Siegen sorgte.

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