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Manga und Anime Deutsche Mangabranche boomt weiterhin

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Die bekannteste Mangafigur Japans ist Doraemon. Foto: Shogakukan

Die bekannteste Mangafigur Japans ist Doraemon. Foto: Shogakukan

Inzwischen sieht es so aus, als seien die Mangaserien den klassischen Comics deutlich überlegen. Die Statistiken sprechen dieselbe Sprache. In Deutschland liegt der Anteil der Manga am gesamten Comic-Umsatz bei fast 75 Prozent. Eine Verdrängung findet laut Dr. Joachim Kaps jedoch nicht statt. „Dass die Manga Comics nicht verdrängt, sondern das Feld lediglich um ein bedeutendes Stück erweitert haben, belegen nicht zuletzt die großartigen Verkaufszahlen der Klassiker-Editionen von Weltbild und der F.A.Z. im vergangenen Jahr“, so der 42-jährige. „Hätte es noch eines Beweises bedurft, dass sich Comics in Deutschland nach wie vor ebenso gut verkaufen lassen wie in allen anderen europäischen Märkten, so haben die beiden Editionen ihn erbracht.“

Trotz der Hilfe der Manga verkaufen sich die klassischen Serien allerdings noch lange nicht so gut wie ihre japanischen Kollegen. Hierfür hat der Chef der Tokyopop Deutschland eine Erklärung: „In der Tat bedarf es allerdings neuer Ansätze in Präsentation und Marketing, um amerikanische und frankobelgische Comics in nennenswerten Stückzahlen zu verkaufen. Mit halbherzigen Konzepten lassen sich weder Comics noch Manga vermarkten.“

Telefonbuchdicke Wälzer

Während die amerikanischen und frankobelgischen Comicserien fast ausschließlich eine männliche Kundschaft als Zielgruppe ansehen, sind 60 Prozent der deutschen Mangaleser weiblich. Das einzige Shôjo-Magazin Deutschlands, die „Daisuki“ von Carlsen Comics, geht monatlich 35 000 Mal über den Ladentisch. In dem Magazin werden bestimmte Mangaserien veröffentlicht, bevor sie als Tankobon in den Handel kommen. Neben der „Daisuki“ gibt es noch das Manga-Magazin „Manga Twister“ von Ema. Die Anthologien „Banzai!“ (Carlsen) und „Manga Power“ (Ema) wurden aufgrund verschiedener Faktoren eingestellt.

In Japan erscheinen monatlich zwischen 250 - 300 Manga-Magazine mit einem Umfang von 200 - 1 000 Seiten. Unterschieden werden muss dabei zwischen wöchentlichen, zweiwöchentlichen und monatlichen Magazinen. Das bekannteste Magazin ist das „Weekly Shônen Jump“ von Shueisha.

Der wohl längste und meistverkaufte Manga nennt sich „Kochira Katsushika-ku Kameari Kouen-mae Hashutsusho“, kurz „Kochikame“, und umfasst 148 Bände und 130 Mill. verkaufte Exemplare.

Die bekannteste Mangafigur hingegen ist die blaue Katze Doraemon von Hiroshi Fujimoto und Motoo Abiko, die desöfteren auch als Werbemaskottchen auf z.B. Umzugswagen zu sehen ist. Doraemon trat 1969 zum ersten Mal in Japan auf.

Gerne verwendet wird auch der Vergleich, dass die Japaner mehr Papier für Manga verwenden als für die Herstellung von Klopapier.
Tatsache allerdings ist, dass die Magazine und Tankobons im Jahr 2002 38,1 Prozent aller Printmedien in Japan ausmachten. In Deutschland umfasste die gesamte Comicbranche hingegen nur 3 Prozent aller Drucksachen.

Für das Jahr 2006 erwartet Egmont Manga & Anime eine Konsolidierung des Marktes. Bei fast 1 000 Neuerscheinungen in diesem Jahr bestünde die Gefahr der Übersättigung. Sie wollen sich darauf konzentrieren, ihre Marktführerschaft weiterhin zu behalten und ihre Marketingaktivitäten zu verstärken. Die Tokyopop GmbH sieht durch den größeren Wettbewerb längerfristig weitere Wachstumsschübe in der deutschen Mangabranche.

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