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Stan Lee

ARCHIV - 16.04.2002, USA, Santa Monica:

Stan Lee, Comicautor aus den USA, in seinem Büro in Santa Monica, hinter ihm eine Spider-Man-Figur. Die amerikanische Comic-Legende Stan Lee ist mit 95 Jahren gestorben.

(Foto: dpa)

Marvel US-Comicautor Stan Lee stirbt mit 95 Jahren

Er erfand Superhelden wie Spider-Man und Iron-Man. Nun ist Stan Lee in Los Angeles gestorben. Hollywood-Größen zollen ihm auf Twitter ihren Respekt.
12.11.2018 - 21:42 Uhr Kommentieren

Los Angeles Der legendäre Comicautor Stan Lee ist tot. Der Schöpfer von Spider-Man und vielen anderen Superhelden aus dem Hause Marvel Comics starb am Montag im Alter von 95 Jahren im Cedars-Sinai Medical Center in Los Angeles, wie der Anwalt seiner Tochter J.C. Lee der Nachrichtenagentur AP sagte.

„Heute haben wir einen wahrhaften Superhelden verloren“, zollte die Oscar-Akademie auf Twitter Tribut. „Stan Lee, danke dir für alles.“ Auch der Komiker Seth Rogen bedankte sich bei Lee: Er habe Menschen, die sich anders fühlten, das Gefühl gegeben, sie seien etwas Besonderes. „Du warst und wirst für immer ein Superheld sein“, schrieb die Schauspielerin Jamie Lee Curtis. Der deutsche Rapper Casper schrieb auf Englisch: „Du, du selbst, warst der größte Superheld von allen.“

Lee gelang es in den 1960er-Jahren, die Comicindustrie neu zu beleben, indem er Superhelden mit menschlichen Schwächen entwarf. Neben Spider-Man war er auch federführend an der Schöpfung von Helden wie dem Hulk, den Fantastischen Vier und den X-Men beteiligt. Filme über Lees Comicfiguren spülten in den vergangenen Jahren Milliarden in die Kassen der Filmstudios. Zuletzt wurde der von ihm geschaffene „Black Panther“ in Hollywood zum Blockbuster.

Lee war Chefautor bei Marvel und später Verleger. „Ich denke, jeder liebt Dinge, die größer sind als das Leben ... Für mich sind es Märchen für Erwachsene“, sagte er 2006 der AP in einem Interview über seine Comics.

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    Lee war kreativ und überraschte mit immer neuen Ideen für seine Superhelden. „Es war, als ob da etwas in der Luft lag. Ich konnte nichts falsch machen“, sagte er über jene Zeit in den 1960er-Jahren, als seiner Feder Spider-Man, Iron-Man, Hulk und viele andere Figuren entsprangen.

    Als seine Kreationen dann 40 Jahre später ins Kino kamen, war der Erfolg gewaltig. „X-Men“ spielte im Jahr 2000 allein in Nordamerika 130 Millionen Dollar ein, bei „Spider-Man“ waren es 2002 schon 400 Millionen. Die Erfolgsserie setzte sich fort mit der „Avengers“-Serie und Einzelfilmen für fast jeden von Lees Superhelden.

    Lee wurde am 28. Dezember 1922 als Stanley Martin Lieber in New York geboren. Nach der Highschool bekam er einen Job bei Timely Comics, und als dort plötzlich der Autor und der Art Director kündigten, war der 17-Jährige Lee plötzlich für die kreativen Inhalte bei Timely Comics verantwortlich, das später zu Atlas Comics und schließlich zu Marvel wurde. Seinen eigenen Namen änderte er, weil er dachte, er würde ihn für „dumme kleine Comics“ verwenden und seinen richtigen Namen für Romane.

    Seine Arbeit war vor allem dadurch erschwert, dass in den USA bis in die 1950er-Jahre der Senat über neu veröffentlichte Comics beraten musste. Zu blutrünstige Inhalte oder Charaktere, die sich gegen die geltende Ordnung stellten, wurden gar nicht erst zugelassen. Viele Comicverlage betrieben deshalb Selbstzensur.

    Irgendwann habe es ihm gereicht, und er habe bestärkt durch seine Frau seine Vision von einem Comic umgesetzt, sagte Lee 1979 dem „Guardian“. Das Resultat war die erste Ausgabe von „Die Fantastischen Vier“ im Jahr 1960. Der Text kam von ihm und die Zeichnungen vom ebenso legendären Marvel-Zeichner Jack Kirby.

    Ebenso wie Spider-Man zwei Jahre später waren seine Helden einfache Leute, die plötzlich mit Superkräften ausgestattet waren, ohne das eigentlich zu wollen.

    Lee hinterlässt seine Tochter J.C. Seine Frau Joan, mit der er 70 Jahre lang verheiratet war, starb im vergangenen Jahr.

    • ap
    • dpa
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