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Michael Douglas in Cannes Tränen eines Heimkehrers

Michael Douglas ist nach seiner Krebserkrankung zurück im Filmgeschäft – ausgerechnet im vorerst letzten Film von Regie-Ikone Steven Soderbergh. Douglas spielt Showstar Liberace und war in Cannes den Tränen nah.
22.05.2013 - 15:46 Uhr Kommentieren

Cannes Es ist einer der emotionalsten Momente beim diesjährigen Filmfestival Cannes. Hollywoodstar Michael Douglas ist da, um den Film „Behind the Candelabra“ von US-Regisseur Steven Soderbergh (50) vorzustellen. Doch als er daran zurückdenkt, wie Soderbergh ihm damals die Rolle des extravaganten Pianisten und Entertainers Liberace anbot, steigen ihm Tränen in die Augen, seine Stimme bricht. „Das war nämlich gleich nach meiner Krebserkrankung.“ Das Filmrollenangebot sei da ein wunderbares Geschenk gewesen, und er sei Soderbergh „und all den anderen unendlich dankbar, dass sie auf mich gewartet haben“.

Den Krebs hat der 68-jährige Oscar-Preisträger nach eigener Aussage mittlerweile besiegt - und feierte nun mit seiner Rolle in „Behind the Candelabra“ beim Filmfestival Cannes ein grandioses Comeback nach der Erkrankung. Die ersten Kritiker sehen ihn bereits mit der Auszeichnung als bester Schauspieler nach Hause fahren.

Tatsächlich liefert Douglas eine seiner stärksten und verletzlichsten Darstellungen ab. Er gibt Liberace (1919-1987), den gefeierten Entertainer, der ab den 1950er Jahren mit seinen flamboyanten und glamourösen Shows bekannt wurde. Für viele gilt er als Vorreiter von Stars wie Elvis Presley, Madonna und Lady Gaga: Seine Kostüme glitzerten und funkelten, er erzählte amüsante Geschichten und spielte wie ein Besessener auf seinem Klavier.

Was jedoch lange Zeit verheimlicht wurde, war Liberaces Homosexualität. Der Cannes-Wettbewerbsbeitrag „Behind the Candelabra“ schaut nun auf die gut fünfjährige Beziehung von Liberace zu dem Jahrzehnte jüngeren Scott Thorson - gespielt von Matt Damon (42). Soderbergh („Ocean's“-Filme, „Side Effects“) inszeniert seinen letzten Film vor einer längeren Auszeit als Regisseur zwar opulent im Stil der 70er und 80er Jahre, verliert sich dabei jedoch nie im Grotesken oder Überzeichneten, sondern kreiert vor allem ein einfühlsames Porträt einer lange verheimlichten Beziehung.

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    Die Stärke des Films sind Douglas und Damon. Douglas' Liberace ist selbstverliebt, ausschweifend und einsam zugleich, während Damon eine enorme Wandlung vom jungenhaften Gespielen zum drogensüchtigen und mehrfach schönheits-operierten Wrack durchmacht. Doch es ist vor allem die Intimität und Zärtlichkeit der beiden, die ihre Darstellung als Paar glaubwürdig macht.

    Nach Douglas' Tränen fand das Team in Cannes schnell wieder zum Lachen zurück. Wie es gewesen sei, mit Douglas ins Bett zu steigen? „Jetzt habe ich etwas mit Sharon Stone und Glenn Close gemeinsam“, scherzte Damon in Anspielung auf „Basic Instinct“ und „Eine verhängnisvolle Affäre“. Nun könne er sich mit den Schauspielerinnen treffen und seine Erfahrungen austauschen.

    • dpa
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