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Mit Disziplin und Leidenschaft gelang Nina Hoss der Sprung in die Top-Liga der deutschen Schauspieler Prinzessin für einen Monat

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Vor zwei Jahren starb ihr Vater Willi Hoss. „Meine Mutter und ich haben ihn dabei begleitet, schliefen im Krankenhaus auf einer Isomatte neben seinem Bett.“ Es fällt ihr schwer, darüber zu sprechen, sie wischt sich die Tränen ab, tröstet sich: „Wir haben alles gesagt, alles war gut. Das hilft sehr.“ Die Tochter hat seine Arbeit fortgesetzt und seine ungewöhnliche Autobiografie zu Ende geschrieben – vom Daimler-Betriebratsvorsitzenden über den Mitbegründer der Grünen bis hin zum Entwicklungshilfe-Manager in Brasilien.

In diesem Spannungsfeld zwischen Politik und Theater wird sie groß, in einem offenbar in jeder Hinsicht engagierten Haushalt. „Meine Babysitter waren entweder Schauspieler, die waren toll, denen ist immer was eingefallen; oder Grüne, die spielten ‚Mensch ärgere dich nicht’ mit mir.“

Sie weiß früh, was sie will. Andere Berufswünsche? Nein, jedenfalls keine ernsten. Nina Hoss bewirbt sich mit 19 „an der Busch“, wie sie sagt. Das Wort Schule lässt sie weg, als hätte sie gerade erst den Abschluss in der Tasche – und sie wird genommen an der berühmten Berliner Schauspielschule.

Im Kinofilm „Und keiner weint mir eine Träne nach“ entdeckt auch Filmproduzent Bernd Eichinger ihr Talent: Er verpflichtet sie als „Das Mädchen Rosemarie“, die Lebensgeschichte der legendären Prostituierten Nitribitt. Sie wird gefeiert.

Doch der Erfolg wirft die Schwäbin nicht aus der Bahn. Sie studiert lieber zu Ende: „Ich wollte alles von der Pike auf lernen, und ich habe meine Sprecherziehung sehr ernst genommen.“ Das merkt man ihrem Spiel an. Sie spricht gut, das klingt banal, ist aber nicht selbstverständlich. Sie ist eine Schauspielerin, die man als Zuschauer im Auge behält.

Kleine Gesten, Blicke – alles stimmt. „Ich mag besonders die stillen Momente, da merkst du, ob du die Leute mitnimmst oder nicht“, sagt sie. „Manchmal frage ich mich, wieso stehe ich überhaupt da und liefere mich aus. Man ist schon sehr verletzlich da oben.“

Ihr erstes Engagement bekommt sie gleich am Deutschen Theater Berlin. „Das Deutsche“, wie sie sagt. „Auch da hatte ich Glück. Thomas Langhoff hat mich von der Schauspielschule weg engagiert.“ Sie erzählt, wie sie anfangs ehrfürchtig im Spiegelfoyer des Theaters die große Tafel betrachtete, auf der steht, wer dort schon gespielt hat. Und wie sie dachte: „Tilla Durieux. Max Reinhardt. Und ich gehöre auch dazu.“

Sie liebt es, mit Freunden zu kochen. „Einfache Abende in meiner Küche, das kenne ich von meinen Eltern, wir saßen immer in der Küche.“ Die Küche ist auch die Seele ihrer Altbauwohnung in Berlins Szeneviertel Prenzlauer Berg. Hoss ist eine Genießerin, wenn auch eine mit Disziplin. „Viel Gemüse, wenig Fleisch, nie Wein alleine trinken“, fasst sie zusammen.

Eine Reise in den Westen der Stadt, wie etwa zu diesem Interview, ist für sie fast so aufwendig, wie nach London zu ihrer großen Liebe zu fliegen. Wenn sie davon erzählt, wie es anfing vor zwei Jahren, strahlt Nina Hoss: „Ich hatte Probe für ‚Leonce und Lena’ am Berliner Ensemble. Die Musik hat Grönemeyer komponiert, Alex Silva die Musik produziert. Alex und ich haben uns gesehen, und es war passiert.“ Irgendwann hätte sie gern Kinder, „das war mir immer klar, aber vielleicht nächstes Jahr“, sagt die Verliebte.

Jetzt kommt erst mal die ‚Buhlschaft’. „Große Kolleginnen haben sie gespielt, die Berger, die Hörbiger, Sunnyi Melles“, zählt sie voller Respekt auf.

Allein das Drama um das Kleid und die Begeisterung der Österreicher für dieses Spektakel stimmen sie fröhlich auf den Domplatz ein. Nina Hoss freut sich wie ein kleines Kind auf diesen Auftritt. „Einmal für einen Monat Prinzessin sein“, schwärmt sie.

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