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Nachlass Rudolf Neumeister Versteigerung der Sammlung brachte Gesamterlös von knapp 3,4 Millionen Euro

Rudolf Neumeister hatte einen Blick für qualitätvolle Handwerkskunst. Nun sorgte ein kleiner, aber finanzstarker Kreis von Sammlern für hohe Zuschläge.
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Die Arbeit des Meisters von Seeon von um 1430/40 kam inklusive des Aufgeldes auf das Fünffache der Taxe: auf 61.000 Euro. Quelle: Neumeister/Christian Mitko
„Segnender Jesusknabe“

Die Arbeit des Meisters von Seeon von um 1430/40 kam inklusive des Aufgeldes auf das Fünffache der Taxe: auf 61.000 Euro.

(Foto: Neumeister/Christian Mitko)

München Für Skulpturen hatte der Auktionator Rudolf Neumeister (1925–2017) einen Blick. Das zeigte Ende Oktober im Auktionshaus Neumeister in München die Versteigerung der Sammlung des Firmengründers. Teuerstes Los wurde mit 279.000 Euro (alle Preise inklusive Aufgeld) Hans Klockers Relief einer Beweinungsgruppe von circa 1500. Käufer war ein deutscher Sammler, der sich für 190.000 Euro ohne Gegenwind auch Balthasar Permosers zart bewegte Lindenholzskulptur „Flora“ zulegte.

Die Zurückhaltung von Museen und Handel erklärte Auktionatorin Katrin Stoll mit der nicht lückenlos gesicherten Provenienz des Stücks. Das Fünffache der Taxe musste hingegen der Käufer eines „Segnenden Jesusknaben“ von 1430 einsetzen. Die Arbeit des Meisters von Seeon kostete 61.000 Euro.

Kaum Rückgänge und enorme Steigerungen zeigten die Gemälde. Wilhelm Buschs fast gestisch-expressive Ölskizze „Im Walde“ von circa 1890 ließ mit 86.000 Euro die Taxe von 8.000 Euro weit zurück. Johannes Sperls frühlingskühle Landschaft mit Alpenblick erzielte 83.000 Euro – laut Datenbank Artprice das beste Auktionsergebnis des Künstlers. Kenner waren anwesend, übersehen wurde in dieser Auktion nichts. Eine beseelt gemalte, kleinformatige, flämische „Madonna mit Kind“ war auf 4.000 Euro geschätzt. Sie wechselte für 38.000 Euro den Besitzer.

Viel Engagement bei den silbernen Toplosen. Ein „Monatsbecher“ des Augsburger Meisters Johann Andreas Thelott ging für 38.000 Euro an ein polnisches Museum. Einen Nürnberger „Häufelbecher“ von 1570 sicherte sich der deutsche Handel für 52.000 Euro. Ein Creussner „Apostelkrug“ aus Keramik erlebte mit fast 14.000 Euro einen Höhenflug. Eine stattliche Marke setzte mit 24.000 Euro ein Fayence-Krug von 1730 mit Bemalungen von J. A. E. Glüer.

„Für qualitätvolle Handwerkskunst wie diese gibt es weltweit einen kleinen und finanzstarken Kreis, dem bewusst ist, dass man diese Werke nicht wie die Gegenwartskunst vermehren kann“, begründete Stoll die gute Bilanz. Etwa 80 Prozent der 765 Lose wurden abgesetzt. Nach Handelsblatt-Berechnungen beträgt der Gesamterlös knapp 3,4 Millionen Euro.

Mehr: Auktionshaus Neumeister: Warum der Nachlass des Firmengründers jetzt versteigert wurde.

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