Benachrichtigung aktivieren Dürfen wir Sie in Ihrem Browser über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts informieren? Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Fast geschafft Erlauben Sie handelsblatt.com Ihnen Benachrichtigungen zu schicken. Dies können Sie in der Meldung Ihres Browsers bestätigen.
Benachrichtigungen erfolgreich aktiviert Wir halten Sie ab sofort über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts auf dem Laufenden. Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Jetzt Aktivieren
Nein, danke

Nachruf Kunstsammler Frieder Burda ist tot

Frieder Burda war Unternehmer, Kunstliebhaber und ein bedeutender Sammler. Mit dem Museum Frieder Burda hat der Mäzen sich und der Kunst ein Denkmal gesetzt.
Update: 15.07.2019 - 17:15 Uhr Kommentieren
Der Kunstsammler ist im Alter von 83 Jahren gestorben. Quelle: dpa
Frieder Burda

Der Kunstsammler ist im Alter von 83 Jahren gestorben.

(Foto: dpa)

Baden-Baden Der Kunstsammler und Mäzen Frieder Burda ist tot. Der Gründer des nach ihm benannten Museums in Baden-Baden starb am Sonntag nach längerer Krankheit im Kreise seiner Familie in der Kurstadt. Dies teilte am Montag eine Sprecherin des Museums mit. Burda wurde 83 Jahre alt. Zur Todesursache wurden keine Angaben gemacht.

„Mit Frieder Burda verliert die Kunstwelt einen ihrer großen Sammler, der seine Liebe und Begeisterung für die Kunst immer mit besonders vielen Menschen teilen wollte“, erklärte das Museum in einer Würdigung.

Frieder Burda suchte nie das Rampenlicht. Dafür war er zu schüchtern. Als Kind hatte er darunter gelitten, dass seine Mutter Aenne eine so weitsichtige Geschäftsfrau und viel abwesend war. Als sie Burda Schnittmoden zu einem Welterfolg ausbaute, zog der mittlere der drei Brüder ins Internat in die französische Schweiz. Deshalb konnte er fließend französisch.

Burda wurde am 29. April 1936 als Sohn des Verlegerehepaares Franz und Aenne Burda in Gengenbach geboren. Zunächst absolvierte er eine Drucker- und Verlagslehre und später eine Ausbildung als Kaufmann im Konzern. Ende der 1960er-Jahre begann er damit, Kunst zu sammeln. Sein jüngerer Bruder Hubert Burda übernahm den Druck- und Verlagsbereich.

Nach dem Tod des Vaters 1986 stieg Frieder Burda aus der Firma aus und widmete sich der Kunst. Treibende Kraft bei all seinen Kunstkäufen war die Liebe zu Farben.

Sein erster Ankauf war ein rotes Bild von Lucio Fontana, in das der Künstler ein paar Schnitte gesetzt hatte, um mit dem Illusionismus der Malerei zu brechen. Noch Jahrzehnte später erzählte der Sammler, das Bild habe er nur gekauft, um seinen Vater zu schocken, der Expressionisten sammelte.

Zu den frühen Erwerbungen des Unternehmers Burda gehörten größere Komplexe von Arbeiten von den damals viel weniger bekannten Malern Gerhard Richter, Sigmar Polke, Georg Baselitz und Arnulf Rainer. Picasso galt lange Zeit das Interesse des Sammlers, der an seinem Wohnsitz in Mougins sein Museum hatte eröffnen wollen.

Doch als nach Querelen mit der Kleinstadt klar war, dass Burda seine Vorstellungen nicht in Südfrankreich würde realisieren können, wählte er Baden-Baden aus. Die Kurstadt stellte ihm im Stadtpark mit seinen jahrhundertealten Bäumen ein Grundstück in Erbpacht zur Verfügung.

Burda beauftragte keinen Geringeren als den amerikanischen Stararchitekten Richard Meier mit dem Neubau des Privatmuseums. 2004 wurde das Haus eröffnet.

Der weiße elegante Bau lässt immer wieder Blickachsen auf den Park frei und schafft auch im Inneren Durchblicke. Kaum war das Museum eröffnet, begann Burda intensiv zeitgenössische Malerei zu erwerben, unter anderem die komplexen Innenräume von Corinne Wasmuht.

Die Stiftung sorgt für Kontinuität

Im Gespräch mit dem Handelsblatt hat Burda immer wieder betont: Das öffentlich zugängliche Privatmuseum und seine Sammlung an Bildern der wichtigsten Zeitgenossen des 20. und 21. Jahrhunderts sind sein Vermächtnis. Burda war als Stotterer eher scheu, aber über Kunst reden konnte er mit Leidenschaft.

Und so sorgte er vor. Eine rechtzeitig eingerichtete Stiftung sorgt für Kontinuität. Seine Ziehtochter Patricia Kamp führt bereits in Berlin einen Salon, eine Art Schaufenster für das Museum in Baden-Baden. Um die Familie und die Stiftung gut zu stellen, trennte er sich vor ein paar Jahren von einem Hauptwerk seiner Sammlung. Ein Bild von Mark Rothko erzielte über 40 Millionen Dollar in einer Versteigerung bei Christie’s.

Burda hat alles erreicht, was er erstrebte: das Museum, die Stiftung und zuletzt sogar noch seine Erinnerungen als Kunstsammler.

Als Mensch war Frieder Burda warmherzig, als Sammler großzügig. Die Besucher des nach seinem Stifter benannten Museums schätzen das Haus durchweg. Es ist ein menschlich dimensioniertes Museum, das nicht auf Überforderung setzt, sondern auf Freude an Licht und Farben, Bildmotiven und Kompositionen.

Startseite

Mehr zu: Nachruf - Kunstsammler Frieder Burda ist tot

0 Kommentare zu "Nachruf: Kunstsammler Frieder Burda ist tot"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

Serviceangebote