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Nagel Starqualitäten eines Elfenbeinmöbels

Hohe Zuschläge für Antiquitäten aus dem 16. und 17. Jahrhundert und die Skulpturen-Sammlung Leopold ließen das Gesamtergebnis der Nagel-Auktion „Kunst  und Antiquitäten“ auf 6 Millionen Euro klettern. Den Top-Preis von mehr als einer halben Million Euro erzielte ein Augsburger Kabinett-Schränkchen.
  • Sabine Spindler
27.02.2012 - 09:48 Uhr Kommentieren
Der Augsburger Kabinettschrank kostet 671 000 Euro. Quelle: Auktionshaus Nagel, Stuttgart

Der Augsburger Kabinettschrank kostet 671 000 Euro.

(Foto: Auktionshaus Nagel, Stuttgart)

München Im Stuttgarter Auktionshaus Nagel ist der Glaube an die Marktpotenz der Alten Kunst zurückgekehrt. „Alt kann auch“, kommentierte Rudolf Pressler, einer der Geschäftsführer des Hauses, das blendende Gesamtergebnis gegenüber dem Handelsblatt. Mit  100.000 Euro hatte man den exquisiten und zudem marktfrischen Augsburger Kabinett-Schrank von 1650 taxiert. Doch der Erlös von 671.000 Euro (inklusive 33% Aufgeld) übertraf dann alle Erwartungen. Das feine Elfenbein-Möbel, dessen Platz man sich auch in der Sammlung des Fürsten von Liechtenstein vorstellen könnte, ersteigerte ein Sammler aus Deutschland. Noch steiler nach oben ging die Preiskurve im Falle eines intarsierten Renaissance-Kabinetts aus dem süddeutschen bzw. Tiroler Raum. Der Erlös von 53.200 Euro entsprach dem Fünfzigfachen der Taxe. „Es gibt einen Trend zu Kunstkammerobjekten, zu denen auch diese Art von Möbeln gehören“, so Rudolf Pressler. 

Wie der Vogel Strauss tickt

Nagels Februar-Auktion bestätigte zudem noch einen anderen Markttrend. Antiquitäten aus dem 16. und 17. Jahrhundert stehen momentan besonders hoch im Kurs, noch dazu, wenn sie aus einer alten Sammlung stammen und gut 40 Jahre nicht mehr auf dem Markt waren. Uhren machen da keine Ausnahme. Sammler und Spezialisten aus ganz Europa engagierten sich bei Nagels umfangreicher Uhren-Offerte, die allein 480.000 Euro einspielte. „Es ist einfach selten, dass ein so breites Angebot ausgefallener früher Uhren auf den Markt kommt“, begründete Rudolf Pressler das internationale Interesse. Dass auf diesem Gebiet nicht nur ausgefeilte Technik reizt, machte eine Renaissance-Uhr in Form eines Vogel Strauss aus der Zeit um 1600 deutlich. Dreizehn Telefonbieter engagierten sich für dieses einstige Kunstkammerobjekt, dessen Preis von geschätzten 1000 Euro auf 26.600 Euro stieg. Das reizvolle Stück ging in den holländischen Handel.

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