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New Yorker Auktionen Preissprung für Stars der US-Kunst

Bilanz der Auktionen für zeitgenössische Kunst bei Christie's und Phillips: David Hockney löst Jeff Koons als teuersten lebenden Künstler ab.
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Nach einem langen, neunminütigen Bietgefecht wurde “Portrait of an Artist (Pool with Two Figures)” aus dem Jahr 1972 für 80 Millionen Dollar weitergereicht. Damit ist Hockney (81) nun der teuerste lebende Auktionskünstler. Quelle: David Hockney / Christie´s
David Hockney

Nach einem langen, neunminütigen Bietgefecht wurde “Portrait of an Artist (Pool with Two Figures)” aus dem Jahr 1972 für 80 Millionen Dollar weitergereicht. Damit ist Hockney (81) nun der teuerste lebende Auktionskünstler.

(Foto: David Hockney / Christie´s )

New YorkNeun lange Minuten zog sich das Duell hin, danach hatte David Hockney (81) Jeff Koons als der teuersten lebenden Künstler abgelöst. Bei 80 Millionen Dollar (90,3 Millionen Dollar brutto), die der unveröffentlichten Mindesterwartung entsprachen, sauste Jussi Pylkkänens Hammer aufs Pult. Nicht wenige hatten sich über die hohe Taxe für einen Künstler gewundert, dessen Markt erst nach der großen internationalen Museumsausstellung im vergangenen Jahr explodierte. Da wagte Christie’s im Interesse der stets geforderten Markttransparenz eine innovative Strategie: Das Bild wurde ohne Reserve aufgerufen und war auch nicht garantiert.

„Jeder möchte jetzt wohl gerne wissen, wo ich beginnen werde“, kostete der Auktionator die Spannung aus, als „Portrait of an Artist (Pool with Two Figures)“ aus dem Jahr 1972 an die Reihe kam. Mit „achtzehn Millionen“, eröffnete er dann; bei 60 Millionen waren noch fünf Bieter im Rennen, dann verengte sich das Feld.

Run auf KAWS' Comicbilder

Ein Preissprung gelang auch einem anderen Shooting Star der letzten Monate, dem amerikanischen Pop-Art-Künstler und Designer KAWS, eigentlich Brian Donnelly (44). Zum ersten Mal waren seine Comic-haften Bilder und Skulpturen in allen drei Abendauktionen vertreten.

Vor allem asiatische Bieter setzten sich vehement ein. Für den neuen Rekord von  2,7 Millionen Dollar (Taxe 700.000 bis 900.000 Dollar) sorgte das unterhaltsame Bild „Untitled (Fatal Group)“ von 2004 bei Phillips. „Er spricht vor allem eine jüngere Generation an, die auch Interesse an Toys, Sneakers und anderen High-Ende Sammlerstücken hat“, erklärte Christie’s Michael Baptist die Faszination für KAWS.

Top-Los bei Phillips wurde Joan Mirós „Femme dans la nuit“ von 1945, für das sich mindestens fünf Bieter interessierten, darunter der kanadische Händler Robert Landau. Es wurde erst bei 22,6  Millionen Dollar an ein Telefon gewiesen. Die Schätzung belief sich auf 12 bis 18 Millionen Dollar.

„Chum“ von 2012 war auf 300.000 bis 500.000 Dollar geschätzt worden und spielte 2,4 Millionen Dollar ein. Quelle: Christie's
KAWS

„Chum“ von 2012 war auf 300.000 bis 500.000 Dollar geschätzt worden und spielte 2,4 Millionen Dollar ein.

(Foto: Christie's)

In dieser Saison war das Angebot bei den drei großen Auktionshäusern diversifizierter als bisher, was einen stetig wachsenden Markt belegt. Wie schon bei Sotheby’s zu Beginn der Woche waren auch bei Christie’s gut eingeführte afroamerikanische Künstler begehrt. Sam Gilliam und Robert Colescott spielten bei ihrem Abenddebüt Rekorde ein.

Aber es fehlte einer der geplanten Höhepunkte, Kerry James Marshalls riesiges Wandbild „Knowledge and Wonder“, das er 1995 für eine Chicagoer Bibliothek maßschneiderte. Nach weiten Protesten in der Stadt wurde der Verkauf (gegen unveröffentlichte 10 Millionen Dollar) etwa zwei Wochen vor der Auktion gecancelt.

Lose aus der Sammlung Anderson

Christie’s lockte am 15. November 2018 auch mit einigen sehr namhaften Provenienzen, allen voran die berühmte kalifornische Sammlung Anderson, eine der besten Sammlungen von amerikanischer Nachkriegskunst. Ihre acht Lose brachten allein 34,43 Millionen Dollar, angeführt von einem Calder-Mobile von 1949 zu 9,3 Millionen Dollar (Taxe 5 bis 8 Millionen Dollar).

Die wichtigsten 121 Bilder der Andersons hängen aber seit vier Jahren in einem eigenen Museum auf dem Gelände der Stanford University. Fünf Werke, darunter Rothkos „Untitled (Rust, Black on Plum)“ von 1962, das knapp unter der Schätzung bei 35,7 Millionen Dollar weitergegeben wurde, kamen dazu aus dem Besitz des New Yorker Architekten François de Menil, Spross der legendären texanischen Sammlerfamilie von Kunst des 20.Jahrhunderts.

Umsätze und Quoten:

Christie’s: Post-War and Contemporary Art (15.11.18)
357,62 Millionen Dollar für 41 Lose (von 48 angebotenen)
85 Prozent verkauft nach Losen
93 Prozent verkauft nach Wert

Phillips: 20th Century & Contemporary Art (15.11.18)
88.5 Millionen Dollar für 31 Lose (von 38 angebotenen)
82 Prozent verkauft nach Losen
71 Prozent verkauft nach Wert

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